Äußere Prüfung am Flüssiggastank: Alle 2 Jahre Pflicht

Äußere Prüfung Flüssiggastank

Um eine hohe Sicherheit zu gewährleisten, sind Flüssiggastanks regelmäßigen Überprüfungen zu unterziehen. Eine davon ist die äußere Prüfung, die im Abstand von zwei Jahren zu wiederholen ist. Bei der Kontrolle geht es grundsätzlich um den allgemeinen Zustand der Anlage und darum, ob alle Sicherheitsabstände eingehalten sind. Flüssiggas1.de erklärt, wie die äußere Prüfung am Flüssiggastank alle zwei Jahre abläuft, wer die Kontrolle durchführen kann und welche Kosten dabei anfallen.

✅ Aktualisiert am 02.07.2021

Die Themen im Überblick

Regelmäßige Kontrollen an Flüssiggasanlagen im Überblick

Flüssiggas ist ein flexibler Brennstoff, der sich nahezu überall einsetzen lässt. Möglich ist das vor allem durch die platzsparende Lagerung in Flüssiggastanks. Diese fassen in der Regel 1,2, 2,1 oder 2,9 Tonnen des Energieträgers und bergen damit auch eine gewisse Gefahr. Denn unkontrolliert ausgetretenes Flüssiggas verdrängt die Atemluft. Es kann sich entzünden und schwere Schäden anrichten. In der Praxis sind solche Gasunfälle ausgesprochen selten und die Risiken sehr klein. Grund dafür sind verschiedene Prüfungen der Flüssiggasanlagen, die in regelmäßigen Abständen zu wiederholen sind. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Überprüfung am Flüssiggastank Wiederholung
Prüfung vor Inbetriebnahme einmalig
Innere Prüfung alle 10 Jahre
Äußere Prüfung alle 2 Jahre
Rohrleitungs- und Druckprüfung alle 10 Jahre

Hinzu kommen unter Umständen weitere Prüfvorgaben für installierte Schutzsysteme, wie eine KKS-Anlage am unterirdischen Gastank.

Äußere Prüfung am Flüssiggastank: Inhalt und Ablauf

Die äußere Prüfung am Flüssiggastank findet alle zwei Jahre statt. Sie dient der Sicherheit der Gasanlage und ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei oberirdischen, halboberirdischen und unterirdischen Flüssiggasbehältern führen Experten dabei zunächst eine Sichtkontrolle durch. Sie prüfen den Zustand von außen und sehen nach, ob sich irgendwo Rost gebildet hat.

Im nächsten Schritt stellen Prüfer fest, ob alle Anlagenteile vorhanden und in gutem optischen Zustand sind. So kontrollieren die Dichtheit des Flüssiggasbehälters und gleichen die Aufstellbedingungen mit den Anforderungen der TRF 2012 (Technische Regeln Flüssiggas) ab.
Stellen Experten bei der Kontrolle von außen keine Probleme fest, kann die Anlage weitere zwei Jahre in Betrieb bleiben – erst dann erfolgt die nächste Prüfung von außen. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Inhalte der Kontrolle noch einmal zusammen.

Äußere Prüfung am Flüssiggastank Inhalt/Beschreibung
Sichtkontrolle von außen Ist der Arbeitsbereich rings um den Tank groß genug? Befindet sich störender Bewuchs an Tank oder Leitungen? Befindet sich Rost am Gastank? Ist die Anlage augenscheinlich unversehrt? Befindet sich eine Haube über den Armaturen? Sind die Rohrleitungen vom Tank zum Haus beschädigt? Befindet sich Rost an Leitungen oder Armaturen?
Vollständigkeit der Technik Stimmen die technischen Daten des Tanks mit den Angaben in den Dokumenten überein?
Wurden für den zuverlässigen Betrieb der Anlage wichtige Komponenten entfernt?
Funktioniert der Inhaltsanzeiger?
Ist das Füllventil mit einem Deckel versehen?
Ist das Sicherheitsventil am Flüssiggastank vorhanden (bei Austauschventil)?
Ist das Flüssigentnahmeventil vorhanden und geschlossen?
Befindet sich ein Anfahrschutz vor dem Gastank (nur bei Bedarf)?
Schützt ein abschließbarer Zaun vor unerlaubtem Zutritt und Manipulation im öffentlichen Bereich?
Dichtheitskontrolle Tritt Flüssiggas aus Anschlüssen oder Armaturen aus? (Prüfung mit Lecksuchspray von außen)
Aufstellbedingungen Befinden sich Zündquellen in Schutzzone 1?
Sind Brandlasten in einem Radius von 5 Metern vorhanden?
Hat der Gastank eine feste Umschließung an mehr als zwei Seiten?
Entsprechen Dachabstand und Abstand zum Gebäude nach wie vor den Anforderungen?
Sind Fenster mit einer Breite von mehr als 40 Zentimetern oder nicht selbstschließende Türen in der Projektionsfläche des Gastanks vorhanden (3 Meter nach oben und je 1 Meter links und rechts; bei Abstand zum Gebäude von weniger als 3 Meter.)

Temporärer Bereich bei der Befüllung vom Gastank

Bei der Befüllung vom Flüssiggastank gibt es im sogenannten temporären Bereich zusätzliche Auflagen in der Schutzzonen im Abstand von 3-5 Metern um den Flüssiggastank herum. Beispielsweise bei Abdeckungen von Kanaleinläufen oder Schächten mit einer Gummimatte. Die folgende Grafik zeigt eine Übersicht:

Ex-Zonen Flüssiggastank

Prüffrist verpasst: Diese Folgen drohen Tankbesitzern

Wer die äußere Prüfung am Flüssiggastank nicht alle zwei Jahre durchführen lässt, geht ein größeres Risiko ein. Denn eventuelle Schwachstellen lassen sich dann nicht aufdecken. Die Folge sind Ordnungsstrafen bis hin zur vorübergehenden Stilllegung der Anlagen. Außerdem zahlen Versicherungen bei Gasunfällen nicht oder zumindest weniger, wenn Betreiber die geltenden Prüfpflichten nicht eingehalten haben.

Bei Miettanks kümmern sich Vermieter um die Prüfpflicht

Besonders gut haben es Mieter von Flüssiggastanks. Denn diese müssen sich weder um Termine noch um Kosten kümmern. All das übernimmt der Vermieter, der nach wie vor Eigentümer und damit auch für den ordnungsgemäßen Zustand der Technik verantwortlich ist.

Diese Fachleute kommen für die äußere Prüfung infrage

Die äußere Prüfung am Flüssiggastank führt alle zwei Jahre eine sogenannte „befähigte Person“ durch. Dabei handelt es sich um jemanden, der durch seine Ausbildung, seine Erfahrung und seine aktuelle berufliche Tätigkeit dazu in der Lage ist, die Prüfaufgaben fachgerecht umzusetzen. In aller Regel handelt es sich dabei um Experten der verschiedenen Gasanbieter. Teilweise sind sogar die Tankwagenfahrer selbst befähigte Personen.

Kosten der äußeren Prüfung fallen alle zwei Jahre an

Wie viel die äußere Prüfung am Flüssiggastank kosten kann, hängt vor allem von dessen Größe ab. Bei kleinen Anlagen mit einem Füllvolumen von bis zu 2.000 Litern liegt der Preis bei etwa 50 bis 75 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bei größeren Flüssiggastanks kostet die Kontrolle von Außen in der Regel 100 bis 150 Euro. Eine genaue Auskunft darüber, welche Kosten anfallen, gibt nur das Angebot von einem Prüfer oder einem Gaslieferanten.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert bei der äußeren Prüfung am Flüssiggastank?

Hierbei kontrollieren Experten den Zustand der Flüssiggasanlage von außen. Sie vergleichen die Angaben der Anlage mit den dokumentierten Werten und sehen nach, dass alle für den Betrieb benötigten Armaturen und Bauteile vorhanden sind. Weiterhin geht es bei der Prüfung von Außen um die Einhaltung der Aufstellbedingungen und den Brandschutz an Ort und Stelle.

Für welche Flüssiggasbehälter ist die Sichtkontrolle von Außen Pflicht?

Die äußere Prüfung findet wiederkehrend bei oberirdischen, halboberirdischen- und unterirdischen Gastanks statt.

Muss ich die Heizung bei der Flüssiggastankprüfung abstellen?

Nein. Bei der äußeren Prüfung am Flüssiggastank handelt es sich in aller Regel um eine Sichtkontrolle. In den Betrieb der Anlage greifen befähigte Personen dabei nicht ein.

Wie oft findet die äußere Prüfung an Flüssiggastanks statt?

Die Kontrolle findet alle zwei Jahre statt. Bei Mängel ist häufig eine Nachprüfung erforderlich. Wer den Termin verpasst, riskiert eine Ordnungsstrafe in Form von Geld oder der vorübergehenden Stilllegung der Anlage.

Wer darf die Kontrolle von außen vornehmen?

Zugelassen sind befähigte Personen, also Experten, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Erfahrung und ihre berufliche Tätigkeit dazu in der Lage sind, die erforderlichen Kontrollen fachgerecht durchzuführen.

Wie viel kostet die Überprüfung der Gasanlage von außen?

Die Kosten hängen vor allem von der Einbaulage, der Größe und dem regionalen Preisgefüge ab. Geht es um die äußere Prüfung kleiner Flüssiggastanks mit etwa 2.000 Litern, fallen Kosten von 50 bis 75 Euro an. Teurer wird es bei größeren Gastanks. Hierfür verlangen Prüfer in der Regel 100 bis 150 Euro.

Äußere Prüfung nicht bestanden: Was passiert dann?

Haben Flüssiggasanlagen die Kontrolle von außen nicht bestanden, müssen Betreiber Nachbessern und die festgestellten Mängel beheben. Abhängig von der schwere beziehungsweise der Art der Mängel können sie dabei selbst für Abhilfe sorgen, etwa um zu starken Bewuchs zu beseitigen. Sind arbeiten an der Flüssiggasanlage erforderlich, ist ein Fachunternehmen zu beauftragen. In solchen Fällen kann es auch zur vorübergehenden Stilllegung kommen.

top