Flüssiggasverdampfer – Angebote, Daten & Tipps

Sie benötigen einen Flüssiggastank mit einem Flüssiggasverdampfer? Wir geben Ihnen die wichtigsten Hinweise und helfen Ihnen den richtigen Partner für die Projektrealisierung zu finden. Verdampfer für Flüssiggasanlagen werden bei einem hohen Bedarf an Flüssiggas regelmäßig in Deutschland installiert. Die Installation eines Verdampfers ist genehmigungsfrei, wenn der Gastank die 2,9 Tonnen nicht übersteigt. Hier erfahren Sie alles wichtig und können sich von erfahrenen Experten kostenlos beraten lassen und Angebote einholen.

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Die Themen im Überblick

✅ Aktualisiert am 26.02.2021

Wann benötige ich einen Flüssiggasverdampfer?

Kurz gesagt immer dann, wenn die maximale Entnahmeleistung des Gastanks nicht ausreichend ist. Flüssiggas benötigt Umweltwärme, um die Expansionskälte, die beim Übergang vom flüssigen in gasförmigen Zustand entsteht, auszugleichen. Immerhin dehnt sich das Volumen um das 260-fache aus. Die Entnahmeleistung ist abhängig von der Größe des Gastanks. Gastanks für Haushaltskunden haben natürlich eine deutlich geringere Entnahmeleistung als ein Flüssiggastank für die Industrie. Bei zu viel Kälte friert der Gastank zu und kann nur sehr aufwendig wieder enteist werden. In dieser Tabelle sehen Sie, welche rechnerischen Werte sich ergeben für die maximale Entnahmeleistung:

Maximale Entnahmeleistung unterirdischer Flüssiggastank in kg/h ohne Hilfsenergie
Tankgröße in Tonnen kurzzeitig (2h) periodisch (8h) Dauerentnahme (128h)
1,2
19,12 7,44 3,5
2,1 33,13 12,75 5,89
2,9 46,0 17,7 8,18
15,0 200 65 25
25,5 431,9 140,3 45,65

Quelle: Jens Mischner, Thomas Juch, Klaus KurthFlüssiggasanlagen Entwurf, Planung und OptimierungVerlag für Bauwesen, Berlin, S. 278 f.

Die Entnahmeleistungen können Sie mit dem Heizwert von Flüssiggas von 12,87 kWh oder dem Brennwert von 13,98 kWh multiplizieren und erhalten dann den maximalen Anschlusswert des Verbrauchsgeräts. Ein Beispiel: Bei periodischer Volllast können Sie an den 2,9 Tonnen Gastank 17,7 kg * 12,87 kWh/kg = 227,79 KW Last anschließen.

Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Flüssiggas-Verdampfer-Anlage zu vermeiden?

  1. Den Gastank vergrößern – ein größerer Flüssiggastank bedeutet auch immer mehr Entnahmeleistung. Der Nachteil dieser Lösung sind hohe Kosten und ein BimSchG-Verfahren.
  2. Den ersten Teil der Anlage auf Mitteldruck (0,7 bar) auslegen dann erst im Gebäude (privater Bereich) oder kurz vor dem Verbrauchsgerät (gewerblicher Bereich) auf Niederdruck wechseln.
  3. Große Rohrleitungsquerschnitte wählen.
  4. Einzelne Verbrauchsgeräte an einzelne Flüssiggastanks anschließen. Häufig werden Verbrauchsanlagen redundant ausgelegt. Hier kann man jedes Verbrauchsgerät an einen einzelnen Gastank anschließen. Aber Vorsicht – um nicht auch hier ins BImSchG-Verfahren zu müssen, unbedingt mit den zuständigen Landesaufsichtsbehörden Rücksprache halten. (Tipps hierzu gern unter 0221 98651220)
  5. Hoffnung, dass es nicht so kalt wird, und das die Ingenieure, die die Berechnungen erstellt haben, genug Toleranz eingerechnet haben.

Wer sich auf diese Mini-Hilfen nicht verlassen möchte, dem bleibt nur der Verdampfer.

Hinweis: Auf keinen Fall darf man eine Wärmequelle in die Nähe des Flüssiggastanks bringen. Immer wieder gibt es die Idee, den Rücklauf der Heizung am Flüssiggastank vorbeizulegen. Das ist verboten und zudem gefährlich.

Welche Arten von Flüssiggasverdampfern gibt es?

Es gibt zwei Arten von Flüssiggas-Verdampferanlagen. Den Trockenverdampfer mit bis zu 200 kg pro Stunde Entnahmeleistung und den Nassverdampfer-, bzw. die warmwasserbeheizte Flüssiggas-Verdampferanlage mit bis zu 10.000 kg/Stunde. Immer wird die Wärme indirekt übertragen.

Flüssiggas-Trockenverdampfer

Trockenverdampfer gibt es in der Leistungsklasse von 15 bis 200 kW. Die Wärme wird meist mit einem Aluminiumkern übertragen. Da in einem kg Flüssiggas 12,87 Kilowattstunden Energie enthalten sind, ergibt sich beim 200 kg Verdampfer eine maximale Anschlussleistung des Verbrauchgeräts von 2.574 kW. Ab einer Leistung von 60 kW des Flüssiggasverdampfers benötigen Sie einen 400 V Anschluss (dreiphasig). Die weiteren klassischen Leistungen eines Verdampfers liegen bei 15 kW, 25 kW, 40 kW, 100 kW und 170 kW. Die maximale Anschlussleistung am Stromnetz liegt zwischen 4,4 kW und rund 30 kW. Hier bitte auf die richtige Absicherung und ausreichenden Kabelquerschnitt achten.

Schrankbauweise der Klassiker

Klassischerweise werden die Verdampfer für Flüssiggas in Schrankbauweise vorgefertigt, vom Spediteur mit Gastank geliefert und dann vor Ort von einem Fachunternehmen gasseitig angeschlossen und von einem weiteren Fachunternehmen elektrisch angeschlossen. Die Abmessungen des Schranks betragen je nach Größe des Flüssiggasverdampfers zwischen 1200x800x400 und 1600x1200x400.

Flüssiggas-Nassverdampfer, bzw. die warmwasserbeheizte Flüssiggas-Verdampferanlage

Warmwasserbeheizte Flüssiggasverdampferanlagen kommen bei richtig großen Abnahmemengen wie zum Beispiel in Wäschereien, Brauereien, bei der Kaffee- oder Malzröstung oder in Zementwerken zum Einsatz. Hier wird die Wärme über einen klassischen Plattenwärmetauscher übertragen. Daran angeschlossen ist in der Regel eine Gasheizung, die ebenfalls über den Gastank versorgt wird. Diese wird meistens vor Ort von einem Fachunternehmen betreut und gewartet.

Was ist eine Verdampfer-Kompaktanlage?

Verdampferkompaktanlagen sind schlüsselfertige Anlagen – Flüssiggastank inklusive Verdampferschrank, teilweise vormontiert auf einem Metallrahmen. Das ist die richtige Lösung, wenn es schnell gehen muss. Denn hier kann man sich die Montage vor Ort sparen. Diese Variante empfiehlt sich, wenn man unter Zeitdruck steht. Die Lieferzeit einer solchen Anlage liegt normalerweise bei 2 – 6 Wochen.

Welche Prüfungen und Wartungen müssen bei Flüssiggas Verdampferanlagen gemacht werden?

Die Prüfung von einem Flüssiggastank mit Verdampfer umfasst folgende Elemente

  • Die Verdampfer-Anlage muss je nach Bauart und Hersteller gewartet werden. In der Regel ist das eine jährliche Prüfung.
  • Die klassische 2-jährige äußere Prüfung des Flüssiggastank
  • Die Innere Prüfung des Flüssiggastanks alle 10 Jahre
  • Die Rohrleitungsprüfung der Flüssigphaseleitung alle 4 Jahre
  • Die Prüfung der elektrischen Einrichtungen der Verdampfer-Anlage. In der Regel alle 3 Jahre

Spezielle Prüf-Vorschriften der BetrSichV für Druckgefährdungen

Grundsätzlich fordert die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), dass Anlagenbetreiber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung relevante Prüfaufgaben und Prüfintervalle festlegen. Dabei orientieren sie sich in der Regel an den allgemeinen Vorgaben der Verordnung für erstmalige und wiederkehrende Prüfpflichten, wie im Abschnitt zuvor beschrieben.

Abweichungen ergeben sich jedoch für Anlagen mit Flüssiggasverdampfer, da die BetrSichV diese eigens aufführt (BetrSichV Anlage 2 Punkt 7.14 e). Betroffen sind demnach „Druckbehälter zum Verdampfen von Gasen oder Gasgemischen, die auf die drucktragende Wandung keine korrodierende Wirkung haben und die ausschließlich aus Rohranordnungen bestehen“. Diese Definition beschreibt Aufbau sowie Funktion der beschriebenen Flüssiggasverdampfer. Folglich gelten andere Prüfvorschriften und Zuständigkeiten. Die folgende Tabelle stellt diese im Überblick dar.

Prüfungen vor der Inbetriebnahme und nach prüfpflichtigen Änderungen Wiederkehrende Prüfungen von Druckanlagen und Anlagenteilen
Prüfung der Druckanlage äußere Prüfung der Anlagenteile innere Prüfung der Anlagenteile Festigkeits-prüfung der Anlagenteile
durch bP alle 10 Jahre durch bP oder ZÜS entfällt bP, wenn die Druckbehälter für Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb genommen werden

* bP steht in diesem Zusammenhang für eine befähigte Person; ZÜS beschreibt eine zugelassene Überwachungsstelle.

Wer Druckanlagen alle 10 Jahre prüfen darf, hängt von der Größe der Flüssiggasverdampfer ab. Entsprechende Vorgaben finden sich in der BetrSichV (Anlage 2, Abschnitt 6, Tabelle 3). Wir fassen die wesentlichen Punkte in der folgenden Tabelle zusammen.

Volumen (V in l) Prüfdruck (PS in Bar) PS x V (in Bar x Liter) Wiederkehrende Prüfungen der Druckanlage
1 < V < 200 > 0,5 25 < PS x V ≤ 200 bP
> 1 > 1 200 < PS x V ≤ 1.000 bP
> 1 > 1 > 1.000 ZÜS

Unter bestimmten Umständen darf die Prüfung der Druckanlage (Flüssiggasverdampfer) auch bei größeren Anlagen von befähigten Personen durchgeführt werden. Der Fall ist das immer dann, wenn die Anlage ausschließlich aus Anlagenteilen besteht, die von befähigten Personen geprüft werden dürfen.

Zusammenfassend ergeben sich aus den Vorgaben folgende Prüfpflichten und Zuständigkeiten.

Prüfung des Verdampfers als Anlagenteil Prüfung des Verdampfers als Druckanlage
  • Prüfungen vor Inbetriebnahme und vor Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen durch zur Prüfung befähigte Person (Anhang 2 Abschnitt 4 Nr. 3 BetrSichV)
  • Wiederkehrende Prüfungen ohne äußere Prüfung; innere und Festigkeitsprüfung durch zur Prüfung befähigte Person (Anhang 2 Abschnitt 4 Nr. 3 BetrSichV), gilt nur, wenn die Anlage für Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb genommen wird
  • Prüfung vor Inbetriebnahme und vor Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen durch zur Prüfung befähigte Person (Anhang 2 Abschnitt 4 Nr. 3 BetrSichV)
  • Wiederkehrende Prüfungen bei Verdampfervolumen bis 40 Liter durch zur Prüfung befähigte Person (Anhang 2 Abschnitt 4 Nr. 3 BetrSichV) spätestens alle 10 Jahre und bei Verdampfervolumen von mehr als 40 Litern durch ZÜS spätestens alle 10 Jahre

Die Volumen beziehen sich auf das Verdampfervolumen, sofern diese als Anlagenteil einzeln betrachtet werden. Geht es um die Betrachtung im Rahmen der gesamten Druckanlage, sind die Volumen aller Druckgeräte zu berücksichtigen. Dazu gehört unter anderem auch das Volumen des Flüssiggasbehälters selbst.

Zu beachten ist außerdem, dass bei Anlagen aus mehreren Druckgeräten jedes einzeln entsprechend den Vorgaben der BetrSichV zu prüfen ist. Das betrifft zum Beispiel Baugruppen aus Flüssiggasverdampfer, Abscheider und weiteren Teilen. Zudem sind Festigkeitsprüfungen der Verdampfer durchzuführen, wenn diese an den umliegenden Rohrleitungen Pflicht sind.


Flüssiggas Verdampfer Vorschriften, Aufstellbedingungen nach DGUV Vorschrift 79 (BGV D34)

Wenn Sie einen Flüssiggasverdampfer aufstellen wollen, empfehlen wir dringend, dies von einer Fachfirma, die mindestens zwei Flüssiggasverdampfer-Anlagen pro Jahr installiert, vornehmen zu lassen. Meistens ist es die günstigere Alternative, den Flüssiggasverdampfer draußen aufzustellen. Lassen Sie bitte die Fachfirma den Standort wählen sowie die Abstimmung mit dem Elektriker machen. Dieser muss in der Regel die Elektroleitungen an einen bestimmten Ort legen und absichern.

Unabhängig davon gelten folgende Vorschriften für den Flüssiggasverdampfer:

  • Verdampfer bitte nur in dem Betrieb der Anlage dienenden Raum oder im Freien aufstellen. Die meisten Flüssiggasverdampfer stehen draußen in einem Flüssiggas-Verdampferschrank.
  • Wenn Sie den Verdampfer in einem Raum aufstellen, gilt das Folgende:
    • Der Raum muss mindestens in Feuerwiderstandsklasse F30 ausgeführt werden. Zu Nachbarräumen in der Feuerwiderstandsklasse F90.
    • Ab Anlagen der Gruppe C eine Gaswarneinrichtung, die in das Not-Aus-System eingebunden ist.
    • Elektrische Betriebsmittel nach DIN/VDE 0165 (Ex-geschützt)
    • Ausreichende Be- und Entlüftung (in Bodennähe wirksam). Hier gelten wieder mindestens 1/100 der Bodenfläche und mindestens 400 cm².
  • Der Verdampfer muss über Erdgleiche aufgestellt werden.
  • In Räumen mit Gastanks sowie innerhalb des Schutzbereiches dürfen nur folgende Verdampfer aufgestellt werden:
    • Verdampfer, die elektrisch beheizt werden und Ausrüstung nach DIN EN 50014 (Ex-geschützt)
    • Verdampfer, die durch Warmwasser, Öl oder Dampf beheizt werden, wenn die Aufheizung des Wärmeträgers außerhalb des Aufstellungsraumes oder außerhalb der Schutzzone erfolgt. Auch hier müssen die elektrischen Ausrüstungen der DIN EN 50014 entsprechen.

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Worauf muss ich bei der Flüssiggasverdampferanlage achten?

Das Wichtigste ist, dass sich Fachleute mit Erfahrung darum kümmern und Ihnen Planungshilfe geben. Sollte ein BImSchG-Antrag notwendig sein, hat der Dienstleister das am besten schon einige Male gemacht und kennt zudem die Ansprechpartner bei den zuständigen Behörden. Der Anschluss ist in der Regel kein Problem. Hier ist es wichtig die richtigen und richtig abgesicherten Elektroanschlüsse schon in der Bauphase vorzusehen. Besonders wichtig ist jedoch die Betreuung im laufenden Betrieb. Hier ist es entscheidend ein Flüssiggasunternehmen zu haben das:

  1. Eigene Ingenieure besitzt, die die Anlage richtig auslegen, projektieren und in Betrieb nehmen.
  2. Eigenes Fachpersonal in der Nähe hat, um kurzfristig helfen zu können.
  3. Eigene Lager hat, die auch bei einem Raffinerieausfall die Versorgung sicherstellen können.
  4. Bei warmwasserbeheizten Flüssiggasverdampferanlagen unbedingt auf eine sehr gute Heizung und einen noch besseren Heizungsbauer achten. Ganz wichtig sind kurze Reaktionszeiten, auch am Wochenende.

Flüssiggasverdampfer: Kosten, Kauf, Mieten

Die meisten Kunden mieten den Flüssiggasverdampfer. Eine Flüssiggasverdampfer-Anlage mieten kann man ab weniger als 50 € im Monat für einen kleinen Flüssiggasverdampfer. Je größer die Geräte sind und je kürzer die Mietdauer, umso höher liegen die Preise für die Miete. Die Preise für die Flüssiggas-Verdampferanlagen gehen hoch auf mehrere Hundert Euro im Monat. Meistens ist das aber im Vergleich zu den Alternativlösungen, wie hohen Spitzenlasten im Erdgasnetz oder teuren Strom- oder Ölheizungen eine sehr günstige Alternative. Wenn Sie den Flüssiggasverdampfer kaufen wollen, rechnen Sie bitte mit Kaufpreisen beginnend im oberen vierstelligen Bereich.

Unser Tipp: Lassen Sie sich eine Fernüberwachung auf dem Gastank installieren, welches Ihnen immer den aktuellen Füllstand übermittelt und automatisch eine Lieferung auslöst.

Gastank&Verdampfer Angebote

Wenn Sie ein solches Unternehmen suchen oder bis zu drei Angebote von verschiedenen Flüssiggasanbietern aus Ihrer Region wünschen, sprechen Sie uns an unter 0221 98651220 oder einfach per E-Mail an info@fluessiggas1.de.

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