KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten

KKS-Anlage zum Korrosionsschutz unterirdischer Flüssiggastanks

Bestehen halb- oder komplett unterirdische Gastanks die innere Prüfung nicht, ist häufig eine KKS-Anlage nachzurüsten. Dabei handelt es sich um eine technische Lösung, die den Korrosionsprozess der Stahlwandungen mindern oder sogar aufhalten soll. Nötig ist die Technik immer dann, wenn die äußere Epoxidharzbeschichtung des Gastanks beschädigt und der ursprüngliche Korrosionsschutz nicht mehr gewährleistet ist. Flüssiggas1.de erklärt, wie die Anlagen funktionieren und was es kostet, eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten zu lassen.

Was ist eine KKS-Anlage für Flüssiggastanks?

Müssen Hausbesitzer eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten, wissen viele erst einmal nicht, worum es sich dabei eigentlich handelt. Die Abkürzung KKS steht für kathodischer Korrosionsschutz und beschreibt die Aufgabe der KKS-Anlage: Sie soll das Rosten unterirdischer Gastanks verhindern. Dazu verbinden Experten den Stahltank mit einer Elektrode im Erdreich.

Korrosion an unterirdischen Gastanks mit beschädigter Außenhülle

Ist die schützende Hülle eines unterirdischen Flüssiggasbehälters beschädigt, treffen Stahl und Erdreich direkt aufeinander. Der Boden enthält Feuchtigkeit sowie Sauerstoff und wirkt daher als elektrisch leitfähiger Elektrolyt. Mit der Zeit nimmt der Sauerstoff Elektronen aus dem Eisen auf. Die positiv geladenen Ionen gehen in die Lösung über und es bildet sich Rost. Je länger dieser Prozess anhält, umso stärker verbraucht er die Stahlwandungen der Flüssiggastankanlage und Undichtigkeiten können entstehen. Um das zu verhindern, müssen Hausbesitzer in einigen Fällen eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten.

Funktionsweise der Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz an Gastanks

Die KKS-Anlage besteht aus einer sogenannten Opferanode. Dabei handelt es sich um ein Stück Metall, das in der elektrochemischen Spannungsreihe unter dem Stahl der Tankwandungen steht. Üblicherweise kommen dabei Anoden aus dem unedleren Magnesium zum Einsatz. Es entsteht eine galvanische Zelle zwischen Tank und Anode, wobei die Wandungen der Gastankanlage selbst als Kathode wirken. Das Magnesium nimmt hingegen die Rolle der Anode ein. Infolgedessen fließt ein Schutzstrom von der Opferanode zum Stahltank, wobei nun das unedlere Metall Elektronen abgibt. Es opfert sich für den Stahl der Behälter und die Korrosion lässt sich verhindern.

Funktion und Zustand der Opferanode ist regelmäßig zu überprüfen

Haben Hausbesitzer eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten lassen, gibt diese anstelle des Stahltanks Elektronen ab. Die Opferanode verzehrt sich dabei und ist nicht ewig haltbar. Aus diesem Grund ist eine zweijährige Prüfung der Technik erforderlich. Stellen Experten dabei fest, dass die Magnesium-Anode keine ausreichende Sicherheit mehr bietet, müssen Hausbesitzer diese austauschen lassen.

KKS-Anlagen schützen in vielen Bereichen vor Korrosion

Das Prinzip des kathodischen Korrosionsschutzes kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. So zum Beispiel bei Warmwasserspeichern einer Heizungsanlage. Aber auch unterirdisch verlegte Rohrleitungen und Schiffsrümpfe lassen sich mit einer solchen Opferanode zuverlässig vor dem Korrodieren schützen.

Wann muss ich eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten?

Hausbesitzer sollten immer dann eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten, wenn dieser nicht mehr ausreichend vor der Korrosion geschützt ist. Also immer dann, wenn die äußere Epoxidharzbeschichtung Schäden aufweist und es zu einer Berührung von Stahl und feuchtem Erdreich kommt. Gründe dafür gibt es viele: So können die Behälterwandungen unter anderem bei dem Transport, dem Einbau oder bei späteren Bauarbeiten zu Schaden kommen.

Innere Prüfung der Flüssiggastankanlage deckt Problemstellen auf

Halb- und komplett unterirdische Tanks lassen sich anders als frei aufgestellte Tankanlagen nicht einfach von außen auf ihre Funktionsfähigkeit hin kontrollieren. So sind Schäden an der schützenden Hülle lediglich mit einer inneren Prüfung feststellbar. Bestandteil der Untersuchung ist dabei häufig das Stromeinspeiseverfahren (ESM-Messung). Dabei legen Experten eine Spannung am Gastank an, um die elektrische Leitfähigkeit festzustellen. Anhand der gemessenen Werte lässt sich sicher beurteilen, ob die schützende Epoxidharzschicht intakt oder der Korrosionsschutz beschädigt ist. Ist Letzteres der Fall, sollten Hausbesitzer eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten.

Wichtig zu wissen: Das Stromeinspeiseverfahren kommt bei epoxidbeschichteten Gastankanlagen zum Einsatz, die keine Stahl-Auftriebssicherung haben und nicht regeneriert oder doppelwandig sind.

KKS-Anlage ist häufig bei gebrauchten Flüssiggastanks erforderlich

Wird die Gastankanlage fachmännisch eingebaut, sollte der ursprüngliche Korrosionsschutz viele Jahre halten. Anders ist das, wenn Hausbesitzer den Gastank gebraucht kaufen. Die Behälter lassen sich dabei nur schwer langfristig sicher regenerieren. Sie müssen höhere mechanische Belastungen aushalten und fallen daher häufiger durch die 10-jährige innere Tankprüfung. Lassen Hausbesitzer dann eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten, entstehen Zusatzkosten, die die Preisvorteile gebrauchter Anlagen schnell ausgleichen.

Wie lässt sich eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten?

Ist eine Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz nötig, vergraben Experten die Anode aus Magnesium unter der Erde. Das Bauteil befindet sich dabei in einem Sack und ist in der Regel von einem Elektrolytpulver umgeben. Um die Funktion sicherstellen zu können, schließen Fachhandwerker die Anode anschließend explosionsgeschützt an den Tank an.

Einbaulage und Einbautiefe der Magnesium-Anode im Erdreich

Grundsätzlich ist es möglich, die Erdarbeiten zum Nachrüsten einer KKS-Anlage am Flüssiggastank in Eigenregie durchzuführen. Dazu erstellen Hausbesitzer mittig neben dem Gastank eine Grube, die mindestens 1,32 Meter tief ist. Sie muss mindestens 1,47 Meter von der Hülle des Domschachtdeckels entfernt und ausreichend breit sein. Die genaue Breite hängt dabei von der Tankgröße und der benötigten Anode ab. Während bei kleinen 1,2 to Behältern eine Breite von etwa 30 cm ausreicht, benötigen 2,1 to Gastanks eine 60 cm breite Grube. Bei 2,9 to Flüssiggastanks empfehlen Anbieter eine Grubenbreite von mindestens 80 cm. Anschließend ist ein Kabelkanal für den Anschluss der Anode an die Tankwandung zu graben. Dieser muss frostfrei und mindestens 10 cm breit sein.

Wichtig zu wissen ist, dass die Einbauanforderungen unter anderem vom Tank und dem Hersteller der KKS Anlage abhängen. Die richtigen Dimensionen und Maße bekommen Hausbesitzer dabei in der Regel vom jeweiligen Anbieter der KKS-Anlage mitgeteilt.

Wie viel kostet der Korrosionsschutz für Flüssiggasanlagen?

Die Kosten einer KKS-Anlage hängen grundsätzlich von der Tankgröße ab. Bei Gastanks von 1,2 bis 2,9 Tonnen liegen sie in einem Bereich von 450 bis 600 Euro. Hinzu kommen Ausgaben von 100 bis 150 Euro für die wiederkehrenden Prüfungen der Anlagen, die alle zwei Jahre stattfinden. Wer die Anode selbst einbauen möchte, spart im Durchschnitt 100 bis 150 Euro.

Wichtig zu wissen: Müssen Hausbesitzer eine KKS-Anlage am Flüssiggastank nachrüsten, weil dieser durch die innere Prüfung gefallen ist, folgt in der Regel eine Nachprüfung, die mit Kosten von 400 bis 500 Euro verbunden ist.

Alternativen zum kathodischen Korrosionsschutz am Gastank

Eine KKS-Anlage wird empfohlen, wenn ein Tank die innere Prüfung (ESM-Messung) nicht besteht. Sie ist allerdings keine Pflicht. Denn alternativ können Verbraucher auch die Epoxidbeschichtung im Bereich der Trageösen nachisolieren lassen. Die Arbeiten kosten etwa 50 Euro.

Eine weitere Alternative ist es, die Problemstelle der Epoxidbeschichtung mit einer Schallmessung zu orten. Experten können den Tank dann teilweise freilegen, die Schutzschicht ausbessern und alles wieder fachgerecht verschließen. Die Maßnahme ist jedoch aufwendig, kostenintensiv und nicht sicher.

Die sicherste Variante ist es einen neuen Gastank einzubauen. Das ist zwar einmal mit hohen Kosten verbunden, dafür hat man bei einem Qualitätstank und fachmännischer Einlagerung in der Regel für 40 oder mehr Jahre Ruhe.

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