Flüssiggastank: Füllstandsanzeige und Fernüberwachung

Flüssiggastank mit Füllstandsanzeige unter verschließbarer Haube

Flüssiggas ist ein flexibel einsetzbarer Rohstoff, der sich nahezu überall in einem Gastank lagern lässt. Damit der Energieträger nicht ausgeht, müssen Besitzer oder Mieter der Flüssiggasanlage den Füllstand ständig im Auge behalten. Neben den mechanischen Standardlösungen gibt es dazu auch digitale Füllstandsanzeiger für den Flüssiggastank. Diese senden die Informationen entweder an ein Anzeigegerät in ihrer Nähe oder via Funk zu jedem Ort der Welt. Flüssiggas1.de informiert über die verschiedenen Systeme und zeigt, wie die Füllstandsmessung am Flüssiggastank funktioniert.

Die Themen im Überblick:

Grundlagen der Füllstandsmessung bei Flüssiggastanks

Flüssiggas lässt sich bereits bei einem geringen Druck in flüssiger Form lagern, transportieren und nahezu überall einsetzen. So sorgt der Energieträger zum Beispiel im Gewerbe, in der Landwirtschaft oder in Wohnhäusern für wohlige Wärme. In einem Flüssiggastank, der sich meist ober- oder unterirdisch vor dem Haus befinden, lagert das Gas dabei in zwei Phasen: Einer flüssigen und einer gasförmigen. Verbraucher entnehmen den Rohstoff in der Regel in der gasförmigen Phase.

Genau wie Erdgas lässt sich der Energieträger dabei in Brennwertheizungen, verschiedenen technischen Prozessen oder sogar in der Gastronomie verbrauchen. Mit der Entnahme verändern sich allerdings auch die Bedingungen im Gastank. Ein Teil des flüssigen Gases verdampft bereits im Behälter und der Innendruck bleibt annähernd gleich. Der dabei sinkende Flüssigkeitsstand lässt sich messtechnische erfassen und für die Füllstandsmessung verwenden.

Flüssiggastanks: Verschiedene Arten der Füllstandsanzeige

Eine Füllstandsanzeige im Flüssiggastank zeigt den Vorrat des Rohstoffs in Prozent an. Die Skala reicht dabei in der Regel von null bis 100. Möchten Verbraucher den Füllstand prüfen, kommen heute unterschiedliche Füllstandsanzeigen zum Einsatz. So gibt es:

  • rein mechanische Füllstandsanzeigen
  • mechanische Einrichtungen mit Fernanzeige
  • elektronische Geräte zur Füllstandsmessung

Mechanische Füllstandsanzeige am Flüssiggastank

Die mechanische Füllstandsmessung besteht aus einem Schwimmer, der auf dem flüssigen Gas im Behälter liegt. Der Körper ist mit einem Stab verbunden, der wiederum an einer analogen Anzeige hängt. Diese Inhaltsanzeige wird auch Libelle genannt. Abhängig vom Füllstand befindet sich der Schwimmer weiter oben oder unten im Flüssiggastank. Das beeinflusst die Stellung des Stabes, der wiederum die Nadel der analogen Füllstandsanzeige bewegt. Die Technik ist heute Standard und bei allen handelsüblichen Flüssiggastanks vorinstalliert. Möchten Verbraucher den Füllstand prüfen, müssen sie dazu an den Behälter selbst. Denn hier befindet sich die Anzeige zusammen mit den übrigen Tankarmaturen unter der abschließbaren Haube. Handelt es sich um einen unterirdischen Flüssiggastank, ist die Inhaltsanzeige hingegen im Domschacht zu finden.

Da sich die Temperaturbedingungen in der Umgebung auf die Druckverhältnisse im Flüssiggastank auswirken, kann sich das Verhältnis von flüssiger und gasförmiger Phase auch bei gleichem Füllstand verändern. Ein Grund, aus dem rein mechanische Anzeigen nie 100 Prozent genaue Ergebnisse liefern. Die Technik ist dafür jedoch robust und günstig in der Anschaffung.

Mechanische Füllstandsmessung mit Fernanzeige

Ein Nachteil der rein mechanischen Füllstandsanzeigen ist, dass Verbraucher nur am Gastank selbst erfahren, wie es um den aktuellen Vorrat steht. Während das in Ein- oder Zweifamilienhäusern kein Problem darstellt, ist es vor allem bei dem Einsatz von Flüssiggas im Gewerbe mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Denn hier sind die Verbräuche höher und die Tankintervalle kürzer. Geht der Rohstoff aus, kommt oft auch der Betrieb zum Erliegen.

Für Abhilfe sorgen hier Füllstandsanzeigen mit Fernmeldetechnik. Diese bestehen grundsätzlich aus einem Sensor, einem batteriebetriebenen Steuergerät und einem Sender. Es wird einfach die bestehende Anzeigeuhr am oberirdischen oder unteridischen Gastank durch einen Sensor ersetzt. Der Sensor (ein Magnetfeldsensor oder auch Hall-Effekt-Sensor) wandelt den Füllstand der mechanischen Messeinrichtung in ein digitales Signal um. Dieses leitet er zur Steuereinheit, die die Informationen Auswerten und den Füllstand in einem kleinen Display anzeigen kann. Der Empfänger wird im Haus an die Stromversorgung angeschlossen. Achten Sie darauf, dass es sich um ein zugelassenes EX-geschütztes Gerät handelt. Je nach System überträgt sie den Füllstand anschließend zu einer Anzeige in ihrer Nähe – bis 500 Meter Reichweite (Freifeld) mit einer Funk-Sendeeinheit oder über das Mobilfunknetz per GSM GPRS, 2G, 3G oder 4G an eine Datenbank im Internet. Möchten Verbraucher den Füllstand prüfen, funktioniert das bei der ersten Variante (Funk-Sendeeinheit) zwar manuell. Dafür lässt sich die Anzeige unabhängig vom Flüssiggastank an einem günstigen Ort installieren. Bei der zweiten Variante, der Füllstandsmessung mit Fernmeldeeinrichtung, lassen sich die Daten über PCs, Tabletts oder Smartphones von jedem Ort der Welt einsehen.

In vielen Fällen verfügen beide Füllstandsanzeigen auch über eine Alarmfunktion. Diese informiert die Betreiber, wenn der Füllstand im Flüssiggastank einen gewissen Wert unter- oder überschreitet (zum Beispiel 20%, 30% oder 86 %). Fernmeldeeinrichtungen können die Daten außerdem auch an Lieferanten übermitteln. Diese liefern Flüssiggas dann automatisch nach und stellen sicher, dass der Vorrat nie erschöpft ist.

Die Preise beginnen bei 250 €. Teurere Module liegen 500 bis 750 € zuzüglich Einbau. Bei den meisten Geräten muss spätestens nach 5 Jahren die Batterie gewechselt werden. Wer jedoch einmal einen Flüssiggastank Leerstand hatte und eine Sonderfahrt mit Expresslieferung bezahlen musste, kann ins überlegen kommen diese Investition zu tätigen.

Bestimmung des Füllstands mit der Differenzdruckmessung

Mechanische Füllstandsanzeigen, wie die Füllstandsmessung mit Schwimmer, arbeiten ungenau und erreichen Toleranzen bis fünf Prozent. Sind zum Beispiel im Industriebereich genauere Werte nötig, kommt auch die Differenzdruckmessung zum Einsatz. Dabei erfassen Sensoren den Druck in der gasförmigen und der flüssigen Gasphase. Eine Elektronik wertet die Daten aus und kann so auch den Füllstand ermitteln.

Vorteile der Füllstandsmessung mit Fernanzeige

Möchten Verbraucher am Flüssiggastank den Füllstand prüfen, müssen sie entweder auf den Gastank oder in den Domschacht schauen. Abhängig von der Größe der Anlage kann das im Alltag zu einer echten Herausforderung werden. Einfacher ist dabei die Füllstandsmessung mit Fernanzeige. Denn diese lässt sich in der günstigsten Variante von einem einfach zugänglichen Ort in der Nähe des Flüssiggastanks ablesen. Praktischer aber teurer sind smarte Lösungen mit Funkübertragung. Diese speichern die Angaben zum Füllstand regelmäßig in Onlinedatenbanken. Verbraucher können die Werte von jedem Ort der Welt einsehen und profitieren von einer höheren Sicherheit.

Automatisches Betanken sorgt für eine hohe Sicherheit im Betrieb

Betreiber einer Flüssiggasanlage können die Werte der Füllstandsanzeige automatisch an ihre Lieferanten senden. Diese betanken den Flüssiggastank immer dann, wenn ein voreingestellter Füllstand unterschritten ist. Das sorgt für Komfort und Sicherheit bei den Betreibern. Lieferanten können ihre Fahrten besser planen und ihren Betriebsablauf effizienter gestalten. Ein Leerstand ist damit praktisch ausgeschlossen.

Füllstandsanzeige mit Monitoring: Sparpotenziale einfach erkennen

Ein weiterer Vorteil: Onlinedienste oder Apps werten die Daten automatisch aus. Sie ermöglichen ein einfaches Monitoring und informieren so über die Verbräuche in der Vergangenheit. Betreiber können diese zu jeder Zeit einsehen, mit Durchschnittswerten Vergleichen und Einsparpotenziale erkennen. Wer bereits Sparmaßnahmen umgesetzt hat, kann die Erfolge mit den Verbrauchsdaten der Flüssiggas Füllstandsanzeigen in Echtzeit kontrollieren.

Betanken von Flüssiggastanks: Das ist zu beachten

Um die Flüssiggastanks keinen zu großen Druckschwankungen auszusetzen, ist beim Betanken einiges zu beachten. So empfehlen Experten, die Tankanlagen bereits dann zu befüllen, wenn die Füllstandsanzeige 20 Prozent unterschreitet. Damit der Druck bei Hitze nicht zu stark ansteigt, dürfen Lieferanten Flüssiggastanks außerdem maximal zu 85 Prozent befüllen. Viele Inhalts- und Fernanzeiger geben unter- und oberhalb der genannten Schaltpunkte ein Alarmsignal von sich.

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