Tankreinigung: Gründe, Ablauf und Kosten

Tankreinigung

Nur mit einer regelmäßigen Tankreinigung arbeitet die Ölheizung störungsfrei und zuverlässig. Denn dabei entnehmen Fachbetriebe Verschmutzungen und Ablagerungen aus dem Öltank. Doch warum fallen diese eigentlich an? In welchen Abständen ist eine Öltankreinigung vorzunehmen und wie viel kann die Tankreinigung kosten? Flüssiggas1.de gibt Antworten und zeigt, welche Firmen für eine Tankreinigung zugelassen sind.

Die Themen im Überblick:

Diese Gründe sprechen für eine Tankreinigung

Heizöl ist ein flüssiger Brennstoff, der mit der Zeit gewissen Alterungserscheinungen unterliegt. Abhängig von der Qualität können sich dabei Ablagerungen bilden. Diese sammeln sich am Boden der Öltanks und bilden die sogenannte Bodenphase. Hier lagert sich übrigens auch Wasser ab, das zum Beispiel an den kühlen Wänden von Stahltanks kondensiert. Es hat eine höhere Dichte als Heizöl und fällt daher genau wie die übrigen Schwebstoffe auf den Tankboden. Beim Befüllen der Anlage kann es zur Verwirbelung der Schmutzpartikel kommen. Gelangen diese über die Ölleitungen bis in den Ölfilter, verstopft dieser mit der Zeit und die Heizung geht in den Störbetrieb. Passiert das mehrmals hintereinander, hilft meist nur eine professionelle Tankreinigung. Erforderlich ist eine Öltankreinigung aber auch, wenn Arbeiten am Heizöltank anstehen oder Fachbetriebe die Tanks stilllegen.

Die wichtigsten Gründe für eine Tankreinigung:

  • Ablagerungen und Verschmutzungen entfernen
  • Korrosionsschutz von Stahltanks gewährleisten
  • Verschmutzung der Ölfilter merklich reduzieren
  • zuverlässigen Betrieb der Ölheizung sicherstellen

Öltankreinigung: Zeitpunkt und Intervalle der Arbeiten

Wann ist eine Tankreinigung fällig und wie oft müssen Fachbetriebe den Öltank reinigen? Antworten auf diese Fragen hängen immer von der individuellen Anlage ab. Bei Stahltanks empfehlen Experten, die Öltankreinigung alle fünf bis sieben Jahre zu wiederholen. Lagert das Heizöl in Kunststofftanks, ist ein Intervall von acht bis zehn Jahren meist ausreichend. Ob eine Reinigung auch zwischendurch fällig ist, erkennen Fachbetriebe bei der regelmäßigen Inspektion.

Fachbetriebe müssen ein aktuelles Zertifikat vorlegen

Wichtig zu wissen ist, dass es in Deutschland eine Fachbetriebspflicht gibt. Diese gilt für alle Öltanks mit mehr als 1.000 Litern und greift auch bei der Tankreinigung. Durchführen dürfen die Arbeiten daher nur Tankschutzbetriebe, die eine maximal zwei Jahre alte Zertifizierung vorweisen können. Ausgestellt ist diese von einer Güte- und Überwachungsgemeinschaft (GÜG) oder einer Sachverständigenorganisation (SVO). Für eine Öltankreinigung müssen Firmen außerdem über entsprechend ausgebildetes Personal und die erforderliche technische Ausstattung verfügen.

Der Ablauf einer Tankreinigung Schritt-für-Schritt

Steht eine Öltankreinigung an, arbeiten Fachbetriebe immer nach dem gleichen Muster. Sie installieren ein Provisorium, entleeren den Heizöltank, saugen die Ablagerungen ab und reinigen die Wandungen der Öltanks gründlich. Anschließend können Tankschutzfirmen anstehende Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführen, bevor sie den Öltank mit Heizöl befüllen und die Anlage wieder in Betrieb nehmen.

  • Provisorium versorgt die Ölheizung bei der Tankreinigung

Bevor Fachbetriebe den Öltank reinigen, installieren sie ein sogenanntes Provisorium. Dabei handelt es sich um einen kleinen Heizölvorratsbehälter, der die Ölheizung für die Zeit der Öltankreinigung weiterhin mit dem Brennstoff versorgt. Die Heizung kann weiterlaufen und Hausbesitzer müssen weder frieren noch auf warmes Wasser verzichten.

  • Vorhandenes Heizöl aus dem Tank absaugen und zwischenlagern

Im nächsten Schritt saugen Tankschutzfirmen das restliche Heizöl ab. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie den Heizöltank reinigen können. Um bei der Tankreinigung Kosten zu sparen, sollten Verbraucher den Öltank zuvor nicht voll betanken lassen. Am besten ist es, den Termin mit Fachfirmen dann zu wählen, wenn ohnehin nur noch wenig Restöl in der Anlage ist.

  • Ablagerungen entfernen und Öltank von innen reinigen

Befindet sich kein Brennstoff mehr in der Anlage, können Tankschutzfirmen den Öltank reinigen. Dazu saugen sie die Ablagerungen am Boden ab. Anschließend wischen sie große, standortgefertigte Stahltanks von innen aus. Kunststofftanks spülen die Experten hingegen gründlich mit Wasser aus. Sie fangen die restlichen Ölvorräte auf und entsorgen diese zusammen mit dem Ölschlamm fachgerecht.

  • Anstehende Reparaturen an der Tankanlage durchführen

Im Zuge der Tankreinigung lohnt es sich, auch anstehende Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführen zu lassen. Experten empfehlen zum Beispiel, den alten Grenzwertgeber auszutauschen. Stammt dieser aus der Zeit vor 1985, arbeitet er oft nicht mehr zuverlässig, weshalb gesetzliche Vorschriften für Heizöltanks eine jährliche Überprüfung fordern. Mit einem neueren Modell ist diese nicht nötig.

  • Öltank befüllen und die Heizungsanlage in Betrieb nehmen

Ist die Öltankreinigung abgeschlossen, füllen Fachbetriebe das vorher abgesaugte Heizöl zurück in den Tank. Sie bauen das Provisorium ab und schließen den Heizöltank wieder fachgerecht an die Ölheizung an. In der Regel sollten Verbraucher für diesen Zeitpunkt auch Heizöl bestellen. Zumindest dann, wenn die Restmenge nur sehr gering war.

Tankreinigung: Preise der wiederkehrenden Arbeiten

Geht es bei der Tankreinigung um den Preis, entscheiden die individuellen Gegebenheiten. Wichtige Einflussfaktoren sind dabei die Größe und Bauart der Heizöltanks, der Grad der Verschmutzung und die restliche Heizölmenge. Aber auch anstehende Wartungs- und Reparaturarbeiten wirken sich auf die Kosten der Öltankreinigung aus. Für kleine 1.000 Liter Tanks liegen die Preise bei 200 bis 500 Euro. Für einen größeren 10.000 Liter Heizöltank können auch 1.000 Euro oder mehr anfallen. Eine sichere Auskunft ist hier nur mit dem individuellen Angebot der Öltankreinigungs-Firmen möglich. Unser Tipp: Verbraucher sollten verschiedene Firmen zur Tankreinigung in der Nähe um ein Angebot bitten. Ein Vergleich hilft dann, das Beste zu finden.

Alternative zur Tankreinigung: Energieträger wechseln

Fachbetriebe müssen regelmäßig den eigenen Heizöltank reinigen. Auch wenn die Intervalle sehr groß sind, ist die Arbeit doch mit Kosten und Aufwand verbunden. Für viele Hausbesitzer ist das ein Grund, den Energieträger zu wechseln. Infrage kommt zum Beispiel der Umbau einer Ölheizung auf Flüssiggas oder Erdgas. Während der Erdgasanschluss weder Platz noch Zeit beansprucht, ist der Flüssiggastank eine interessante Alternative. Denn er kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Anschluss an das Erdgasnetz nicht möglich oder schlichtweg zu teuer ist. Außerdem können Hausbesitzer einen Flüssiggastank mieten, um die Investitionen bei einem Heizungstausch zu senken.

Angebot Flüssiggastank einholen

Ölheizungsverbot und hohe Austauschprämie sprechen dafür

Anreize für die Installation einer neuen Erd- oder Flüssiggasheizung finden Hausbesitzer aber nicht nur in der erforderlichen Tankreinigung. Auch das Ölheizungsverbot ab 2026 und die Austauschprämie für alte Ölheizungen sprechen für einen Wechsel. So übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zu 40 Prozent der anfallenden Kosten, wenn Sanierer die neue Flüssiggasheizung mit regenerativen Energien kombinieren. Das Besondere daran: Die Förderung gibt es auch für die Öltankreinigung, die Stilllegung und Entsorgung der Altanlage sowie für die Installation des neuen Flüssiggastanks und das Legen eines Gashausanschlusses. Wie Hausbesitzer die attraktiven Fördermittel beantragen können und was dabei im Detail zu beachten ist, erklären wir im Beitrag zur Förderung der Flüssiggasheizung.

 

 

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