Wie leer darf ein Flüssiggastank werden?

Gruener Fluessiggastank wird zur Aufstellung per Kran in einen Garten gehoben

Geht die Füllstandsanzeige allmählich zurück, wird es Zeit: Sie müssen Flüssiggas bestellen. Wichtig ist, dass Sie damit nicht zu lange warten. Denn leer gefahrene Tanks bedeuten Stress für den Behälter. Doch warum ist das so und wie leer darf ein Flüssiggastank werden? Flüssiggas1.de gibt Antworten und wertvolle Tipps für alle, deren Flüssiggastank komplett leer ist.

Die Themen im Überblick

Sichere Lagerung von Propangas unter hohem Druck

Bei Flüssiggas handelt es sich um Propan und Butan sowie Gemische der beiden Gase. Sie lassen sich mit Erdgas sowie Erdöl fördern und bereits bei geringen Druckwerten in die flüssige Phase überführen. In dieser ist es möglich, Flüssiggas zu transportieren und lokal zu bevorraten. Für Letzteres kommen spezielle Flüssiggastanks zum Einsatz. Die walzenförmigen Behälter aus Stahl stehen dazu oberirdisch oder unterirdisch auf dem eigenen Grundstück und halten oft einen Jahresvorrat an Flüssiggas bereit. Abhängig vom Füllstand und der Temperatur in der Umgebung können dabei sehr hohe Innendrücke auftreten. Die stabile Hülle nimmt diese auf und sorgt für eine sichere und zuverlässige Lagerung der energiereichen Brennstoffe. Um die Anlagensicherheit nicht zu gefährden, sollten Sie einen Flüssiggastank nie komplett leer werden lassen.

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Beantwortet: Wie leer darf ein Flüssiggastank werden?

Mindestens 20 Prozent: So viel sollte mindestens noch an der Füllstandsanzeige des Flüssiggastanks ablesbar sein, wenn Sie den Tank nachfüllen lassen. Doch warum ist das so und aus welchem Grund sollte ein Flüssiggastank nie komplett leer werden? Die Antwort auf diese Fragen liegt im Druck, den das Gas auf den Behälter auswirkt. Er sinkt mit dem Füllstand und beträgt im komplett entleerten Zustand null. Beim Befüllen steigt der Druck dann schlagartig sehr stark an. Das ist ein enormer Stress für den Behälter, dessen Lebenserwartung durch häufige Lastwechsel sinken kann.

Bei unterirdischen Tanks ist der Stress noch einmal höher

Während bereits oberirdische Gastanks unter den Druckschwankungen leiden, ist der Stress für unterirdische Anlagen noch einmal höher. Denn hier kommt zum wegfallenden Innendruck der Druck, der von außen auf die Tankwandungen einwirkt. Wer sich fragt, wie leer ein unterirdischer Flüssiggastank werden darf, sollte ebenfalls mindestens ein Fünftel des Vorrats immer im Tank behalten. Das reduziert den Stress und beugt Schäden sowie Undichtigkeiten vor.

Lieferung ordern, bevor der Flüssiggastank komplett leer ist

Für die Bestellung bedeutet das: Schon bei einem Füllstand von 25 bis 30 Prozent sollten sich Verbraucher in diesem Winter um einen Anbieter kümmern. Denn durch die aktuell sehr hohe Nachfrage kann es etwas dauern, bis dieser das Gemisch aus Propan und Butan tatsächlich liefert. Wer rechtzeitig bestellt, schont neben dem Tank auch die eigenen Nerven. Denn auch für Letztere ist es mit enormem Stress verbunden, wenn die Füllstandsanzeige bei klirrender Kälte immer weiter absinkt.

Mit automatischer Flüssiggaslieferung auf der sicheren Seite

Wie leer darf ein Flüssiggastank werden? Wollen Sie sich mit dieser Frage nicht beschäftigen, können Sie sich für die automatische Belieferung entscheiden. In diesem Fall sorgen Lieferanten dafür, dass der Tank immer ausreichend befüllt ist, während Sie den Energieträger genauso komfortabel verbrauchen wie Gas aus dem öffentlichen Netz. Möglich ist das zum Beispiel für Kunden mit Zählervertrag.

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Regelmäßige Gastank Prüfung für eine hohe Sicherheit

War Ihr Flüssiggastank komplett leer – eventuell sogar mehrmals hintereinander? Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Gastank Prüfungen lässt sich feststellen, ob die Anlage dabei zu Schaden gekommen ist. Diese erfolgen von außen sowie von innen und sind alle zwei bis zehn Jahre Pflicht.

Einfache Prüfung von außen sagt wenig über die Dichtheit aus

Wie leer ein Flüssiggastank werden darf und ob er bereits Schäden davongetragen hat, darüber sagt die äußere Prüfung alle zwei Jahre erst einmal nur wenig aus. Denn hier geht es vor allem um eine Sichtkontrolle, bei der befähigte Personen die Einhaltung der Aufstellbedingungen kontrollieren. Diese erfolgt im laufenden Betrieb, sodass der aktuelle Füllstand keinen Einfluss auf das Ergebnis hat.

Innere Prüfung informiert über den Zustand des Flüssiggastanks

Interessanter sind die Ergebnisse der inneren Prüfung, die alle zehn Jahre von einer zugelassenen Überwachungseinrichtung (ZÜS, wie TÜV, GTÜ oder DEKRA) durchzuführen ist. Neben den Aufstellbedingungen untersuchen die Experten dabei auch wichtige Armaturen wie das Sicherheitsventil oder den Zustand des Korrosionsschutzes.

Handelt es sich um einen unterirdischen Gastank, führen Prüfer außerdem die Einspeisemess- oder Schallemissionsprüfung durch. Worum es dabei geht, erklärt die folgende Tabelle.

Art der Messung Inhalt
Einspeisemessprüfung (ESM) oder Einspeisemessung Über die Stromleitfähigkeit der Epoxidharz-Ummantelung kontrollieren Prüfer die Funktion der Tankisolation.
Schallemissionsprüfung (SEP) Unter Druck wird der Tank mit Schall beaufschlagt. Sensoren erfassen die Reaktionen und ermöglichen es, Risse und Undichtigkeiten genau festzustellen.

Wie leer darf ein Flüssiggastank zur inneren Prüfung werden

Bevor Verfahren wie die Einspeiseprüfung und die Schallemissionsprüfung zum Einsatz kamen, musste der Flüssiggastank komplett leer sein, um die innere Prüfung durchführen zu können. Denn dazu kletterte ein Prüfer in den Behälter.

Heute ist das nicht mehr nötig und Betriebsunterbrechungen bleiben aus. Denn für die Einspeisemessung gibt es keine Anforderungen an den Füllstand. Bei der Schallemissionsprüfung war lange Zeit eine Mindestfüllung von 25 bis 35 Prozent nötig, da das Gas zur Druckerhöhung entnommen, verdampft und wieder eingespeist wurde. Durch innovative Verfahren mit Eigengas der Prüfwagen gibt es aber auch hier oftmals keine speziellen Vorgaben mehr. Wie leer der Flüssiggastank werden darf, ist also immer seltener eine Frage für die innere Prüfung.

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Flüssiggastank komplett leer: Diese Tipps helfen im Ernstfall

Ist der Flüssiggastank komplett leer, laufen Gasverbraucher wie die Heizung nicht mehr. Abhilfe schaffen Sie in solch einem Fall mit Gasflaschen. Diese lassen sich an Tankstellen, an Baumärkten oder bei regionalen Gashändlern ausleihen und zur Ersatzversorgung an den Gastank anschließen. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten ist das auf drei verschiedene Arten möglich:

  • Anschluss der Gasflasche am Notversorgungsanschluss des Gastanks: Diese Lösung ist besonders einfach und schnell umsetzbar. Hierzu koppeln Sie beide Behälter einfach mit einem Schlauch samt Schlauchbruchsicherung.
  • Notversorgungs-Garnitur zum Anschluss einer Gasflasche am Flüssiggastank: Bei dieser Variante schrauben Sie ein T-Stück zwischen Druckregler und Anschluss am Tank ein. Über den Abzweig lässt sich dann die Gasflasche in das System einbinden.
  • Notbefüllungs-Schlauchleitung zum Direktanschluss von Gasflaschen: Mit einer speziellen Schlauchleitung lassen sich große 33 kg Gasflaschen und Gastanks unmittelbar miteinander verbinden. Anders als bei Variante eins und zwei darf hier nur ein Fachhandwerker die Arbeiten vornehmen.

Wie lange die Gasflasche reicht und wie schnell eine neue zu beschaffen ist, hängt von der benötigten Leistung ab. Diese multiplizieren Sie mit dem Faktor 80, um den Gasverbrauch in Gramm pro Stunde zu ermitteln. Läuft eine Heizung bei 10 kW Heizung, benötigt sie dazu 800 Gramm Flüssiggas pro Stunde. Eine 11 kg Gasflasche würde dabei etwa 10 bis 11 Stunden lang ausreichend Gas liefern. Mit einer 33 kg Gasflasche kämen Sie hingegen für etwa 33 Stunden hin.

Unser Tipp: Damit sich Verbraucher mit der Frage „Wie leer darf ein Flüssiggastank werden“ nicht weiter beschäftigen müssen, empfehlen wir die Fernüberwachung der Füllstandsanzeige. Bei vielen Systemen lassen sich sogar automatische Benachrichtigungen versenden, wenn der Füllstand einen vorher eingestellten Wert unterschreitet.

FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Tankfüllstand

Wie lässt sich der Füllstand am Flüssiggastank einfach kontrollieren?

Am einfachsten funktioniert das über die Füllstandsanzeige am Tank selbst. Ist diese schlecht erreichbar oder unter dem Domdeckel eines erdgedeckten Tanks versteckt, kommen auch Systeme zu Fernüberwachung des Füllstands infrage. Diese sind teilweise  über Smartphone-Apps von jedem Ort der Welt aus nutzbar. Auf Wunsch senden einige System sogar automatisch Benachrichtigungen, wenn der Füllstand einen voreingestellten Wert unterschreitet.

Wie leer darf ein Flüssiggastank werden, ohne Schäden zu verursachen?

Günstig ist es, immer mindestens ein Fünftel im Tank zu behalten. Die Füllstandsanzeige sollte daher nicht unter 20 Prozent rutschen. Bestellen können Verbraucher Flüssiggas dabei, wenn der Füllstand 25 oder 30 Prozent beträgt. Das lässt ausreichend Zeit zum Nachtanken und hilft, auch schwierige Liefersituationen zu überbrücken.

Wie leer darf ein Flüssiggastank vor der inneren Prüfung höchstens sein?

Früher musste der Tank vor der inneren Prüfung alle zehn Jahre komplett entleert werden, damit Prüfer hineinklettern konnten. Durch innovative Prüfverfahren ist das heute nicht mehr nötig. Denn dazu beaufschlagen Experten den Tank mit Strom (Einspeisemessprüfung EMS) oder Schall (Schallemissionsprüfung SEP). Bei der EMS-Prüfung gibt es keine Anforderungen an den Füllstand. Für die Schallemissionsprüfung ist je nach Verfahren ein Füllstand von mindestens 25 bis 35 Prozent erforderlich, da Prüfer Gas aus dem Tank verdampfen und erneut einspeisen, um einen hohen Druck zu erreichen. Bei neuen SEP-Systemen mit Eigengas ist auch das nicht mehr erforderlich.

Was kann ich tun, wenn mein Flüssiggastank komplett leer ist?

Sollte der Flüssiggastank komplett leer sein, ordern Sie zunächst neues Gas. Anschließend können Sie eine Gasflasche an den Tank anschließen. Das funktioniert entweder direkt, über eine spezielle Notversorgungs-Garnitur oder über einen eigenen Notversorgungsanschluss am Gastank.

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