Flüssiggastank Vorschriften, Abstände und Grenzen 2018

Flüssiggastank_oberirdisch_auf_Fundamentplatte

Flüssiggastanks werden immer beliebter in Deutschland. Bei Gastanks für Haus und Garten sind einige Vorschriften einzuhalten. Zum einen damit man sich mit dem Nachbar weiter versteht und zum anderen damit der Prüfer nicht die Versetzung des Gastanks anordnet. Dieser Beitrag gibt Ihnen eine Übersicht über die Bestimmungen für den Standort des Flüssiggastanks, die es bei der Aufstellung von einem Gastank im Garten einzuhalten gilt.

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Wo darf ein Flüssiggastank überhaupt aufgestellt werden?

Ein Flüssiggastank darf in ganz Deutschland grundsätzlich aufgestellt werden. Selbstverständlich gibt es aber Standorte an denen Flüssiggastanks nicht aufgestellt werden dürfen.

Grundsätzlich nicht erlaubt ist ein Standort in Feuerwehrzufahrten, Notausgängen, Durchfahrten und Treppenräumen. Dort wo Gastanks aufgestellt werden dürfen, müssen bestimmte Vorschriften zur Aufstellung von Flüssiggastanks eingehalten werden.

Muss ich einen Bauantrag für einen Flüssiggastank stellen?

Die kurze Antwort ist nein. Sie müssen keinen Bauantrag stellen und es Bedarf auch keiner Baugenehmigung für einen Flüssiggastank bis 2,9 Tonnen. Dies gilt für alle Bundesländer mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen. Hier muss bis Ende 2018 noch ein Bauantrag gestellt werden. Ab 2019 entfällt dies auch in NRW. Ein Bauantrag ist allerdings wesentlich einfacher und kostengünstiger als eine Baugenehmigung. Bis dahin muss man sich in NRW mit den genehmigungsfreien 2,1 Tonnen Tank behelfen oder eine der Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen.

Welche Flüssiggastank-Größen gibt es?

Klein
Mittel
Groß
Füllmenge (Tonnen) 1,2 2,1 2,9
Volumen in (Liter) 2.700 4.850 6.400
maximale Füllmenge (Liter) 2.295 4.123 5.440
Länge (Meter) 2,5 4,3 5,5
Durchmesser (Meter) 1,25 1,25 1,25
Leergewicht (kg) ca. 670 ca. 1.020 ca. 1.170
Genehmigungsfreie Aufstellung (außer in NRW)
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Flüssiggastanks in Wasserschutzgebieten sowie in Hochwassergebieten und Überschwemmungsgebieten erlaubt

Ein großer Vorteil von Flüssiggas ist, dass Flüssiggas nicht wassergefährdend ist. Von daher können Flüssiggastanks als Alternative zu Heizöl in Wasserschutzgebieten und auch Naturschutzgebieten ohne Auflagen aufgestellt werden.

Auch in Hochwassergebieten und Überschwemmungsgebieten kann man Flüssiggastanks aufstellen. Allerdings benötigt man in Überschwemmungsgebieten eine bauaufsichtliche Genehmigung nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) §78. Die Absicherung eines Flüssiggastanks ist allerdings wesentlich einfacher und kostengünstiger als die hochwassersichere Absicherung eines Heizöltanks. Bei Heizöltanks im Bestand ist eine Absicherung aus statischen Gründen meist gar nicht möglich. Zudem muss der Heizöltank aufwendig gegen Treibgut und vollständig überflutbar sein. Die Absicherung eines Flüssiggastanks ist wesentlich einfacher. Diese beschränkt sich nämlich in der Regel auf die Auftriebssicherung.

Wann brauche ich eine Auftriebssicherung für den Flüssiggastank?

Eine Auftriebssicherung ist immer dann notwendig, wenn mit Hochwasser, Überschwemmung oder hohem Grundwasser zu rechnen ist. Die Auftriebssicherung muss mindestens eine 1,3 fache Sicherheit gegen das Aufschwemmen des leeren Gastanks haben. Auftriebssicherungen haben die meisten Unternehmen standardmäßig im Angebot. Dabei gibt es zwei Arten von Auftriebssicherungen für unterirdische Flüssiggastanks a) verbinden des Gastanks mit speziellen Stahlbändern (die mit Kunstoffunterlegbändern gesichert werden) an einer Betonplatte oder einem Beton-Fundament oder b) eine Auftriebssicherung mit Flügeln ins Erdreich.

Auftriebssicherung unterirdischer Gastank an einer Betonplatte
Gastank Betonplatte für 1,3-fache Auftriebssicherung
(Höhe / Länge / Breite in mm)
Stahlbänder Ankerschraube M24 x 340
2.700 Liter | 1,2 Tonnen 300 x 2.600 x 1.500 2 4
4.850 Liter | 2,1 Tonnen 300 x 4.400 x 1.500 2 4
6.400 Liter | 2,9 Tonnen 350 x 5.600 x 1.500 2 6

Auch oberirdische Gastanks müssen bei Überschwemmungsgefahr gesichert werden. Dazu werden die Gastanks an entsprechend schweren Betonfundamenten befestigt. Hier die Übersicht.

Auftriebssicherung oberirdischer Gastank an einer Betonplatte
Gastank Betonplatte für 1,3-fache Auftriebssicherung
(Höhe / Länge / Breite in mm)
Mindestvolumen in m3 Ankerschraube M20 x 202
2.700 Liter | 1,2 Tonnen 650 x 2.400 x 1.200 1,8 m³ 8
4.850 Liter | 2,1 Tonnen 700 x 4.200 x 1.200 3,5 m³ 8
6.400 Liter | 2,9 Tonnen 800 x 4.800 x 1.200 4,5 m³ 8

Aufstellen des Flüssiggastanks auf Dächern möglich

Sie können einen Gastank auch auf einem Dach, zum Beispiel einem Flachdach, aufstellen. Allerdings muss das Dach diese Lasten tragen können (Statiker hinzuziehen) und eine fest installierte Leiter vorhanden sein.

Aufstellung des Gastank in Garage, im Haus, im Schuppen oder in Halle möglich

Eine Aufstellung in diesen Räumen ist problemlos möglich. Allerdings müssen dabei folgende Flüssiggastank-Sicherheitsvorschriften eingehalten werden:

  • Zwei Lüftungsöffnungen direkt ins freie. Einmal am Boden und einmal unter der Decke (jeweils mindestens 1/100 der Bodenfläche)
  • Eine Abblaseleitung am Sicherheitsventil nach außen (im Notfall soll das Gas nicht in den Raum sondern nach draußen abgeleitet werden).
  • Eine Tür, die nach außen aufgeht und direkt ins freie führt.
  • Im Raum dürfen keine Zündquellen sein (also nur ex-geschützte Elektroinstallationen), keine offenen Kanäle, offenen Schächte, Gruben
  • Der Boden darf nicht allseits des Gebäudes tiefer sein als die Geländeoberfläche. Somit kann man einen Flüssiggastank nicht im Keller aufstellen.
  • Die Wände müssen bestimmte Feuerwiderstandsklassen haben.
  • Sie dürfen den Raum nicht als Lager benutzen und keine brennbaren oder explosionsfähige Stoffe lagern.

Der Raum muss folgende Mindestmaße besitzen:

Gastank im Raum aufstellen Mindestmaße des Raums
Gastank-Größe Länge (m) Breite (m) Höhe (m)
1,2 t | 2.700 Liter 4,0 2,5 2,2
2,1 t | 4.850 Liter 5,8 2,5 2,2
2,9 t | 6.400 Liter 7,0 2,5 2,2

Auch wenn es möglich ist einen Flüssiggastank im Raum aufzustellen, empfehlen wir immer einen unterirdischen Flüssiggastank zu wählen oder den Gastank zu verschönern.

Flüssiggastank öffentlich aufstellen

Den Flüssiggastank im öffentlichen Bereich aufzustellen ist kein Problem. Bei öffentlich zugänglichen Anlagen oder im gewerblichen Bereich können zusätzlich Maßnahmen zum Schutz vor dem Zugriff unbefugter notwendig sein – zum Beispiel eine Einzäunung wie unten auf dem Bild zu sehen. Es wird aber keine grundsätzliche Einzäunung gefordert.

Flüssiggastank aufstellen in Garageneinfahrt, Parkplatz, Straße oder Weg

Oberirdische Gastanks können selbstverständlich auf Parkplätzen aufgestellt werden. Allerdings müssen Sie dann für einen Anfahrschutz sorgen. Gleiches gilt für erdgedeckte unterirdische Gastanks. Hier müssen Sie einen Überfahrschutz für den gesamten Flüssiggastank im Abstand von mindestens 1 Meter sicherstellen. Dazu dienen zum Beispiel Leitplanken, Poller oder schwere Blumenkübel.

Unterirdische Gastanks gibt es auch als überfahrbare Flüssiggastanks. Dementsprechend können diese befahrbaren Gastanks auch in Garageneinfahrten oder Zufahrten eingebaut werden. Diese sind in zwei Kategorien unterteilt:

  1. Teilüberfahrbare Flüssiggastanks – hier darf der Gastank überfahren werden (mit bis zu 20 t Achslast), nicht aber der Domschacht.
  2. Komplett überfahrbare Flüssiggastanks. Hier kann der gesamte Gastank überfahren werden. Der Deckel ist überfahrbar da er in einem speziellen Betonkranz eingelassen wird, der wiederum ebenfalls ein Betonfundament benötigt.

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Welche Vorschriften zum Aufstellen von Flüssiggastanks sind grundsätzlich einzuhalten?

Grundlegendes Regelwerk ist die TRF 2012. TRF steht für “Technische Regeln Flüssiggas”. Die TRF 2012 (aktuellste Version) ist von den Prüforganisationen, dem Deutschen Verband für Flüssiggas und weiteren Unternehmens- und Behördenvertretern, erarbeitet worden. Die Aufstellbedingungen für einen Flüssiggastank sind werden zudem im Kommentar zur TRF noch genauer Beschrieben. Beide Bücher umfassen jeweils mehr als 200 Seiten – deshalb empfehlen wir immer den Ortsbesuch eines Flüssiggas-Experten.

Die Richtlinien für Flüssiggas orientieren sich an den Richtlinien der Erdgaswirtschaft (TRGI). Wichtig ist es drei Eigenschaften von Flüssiggas zu kennen. Diese sind der Grund für viele der Regeln:

  1. Flüssiggas ist entzündlich – deswegen sollten keine Zündquellen in der Nähe von einem bestimmten Gas-Luftgemisch sein.
  2. Flüssiggas ist schwerer als Luft. Deswegen muss das eintreten von Flüssiggas in Keller oder Schächte vermieden werden.
  3. Flüssiggas entzieht der Umgebung Wärme beim Übergang vom flüssigem (im Gastank) zum gasförmigen Zustand (für die Heizung).

Diese Eigenschaften von Flüssiggas machen die meisten Vorschriften für Gastanks verständlich. Die Betrieblichen Anforderungen für Flüssiggastanks unterscheiden zwei Zonen:

  • Zone 1: In dieser Zone kann sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Mischung bilden. Bei einem oberirdischen Flüssiggastank ist dies1 Meter um dem Domdeckel, beim Erdtank nur im Domschacht innen. In diesem Bereich dürfen sich niemals Zündquellen befinden.
  • Zone 2: Hier kann sich beim Befüllen gelegentlich eine entzündliche Gas-Luft-Mischung bilden. Kurz gesagt darf beim Befüllen des Gastanks zum Beispiel in diesem Bereich nicht der Rasen gemäht werden. Die Zone 2 ist beim oberirdischen Gastank 3 Meter Radius um die Mitte des Domdeckels. Bei unterirdischen Gastanks gilt der Radius von 3 Meter um den äußeren Rand des Deckels. (Hier ist Vorsicht geboten! Ein genauer TÜV-Prüfer bemängelt so etwas bei der 10-jährigen Prüfung). In diesem Bereich dürfen sich zudem nicht befinden:
    • offene Kanäle, Schächte
    • Kellereingänge
    • Kellerschächte
    • Luftansaugöffnungen
    • nicht-exgeschütze elektronische Geräte

Wenn man den Gastank aber trotzdem dort aufstellen möchte, kann man zum Beispiel durch eine Mauer oder Blech problemlos die Reduzierung des Mindestabstandes erreichen. Diese dürfen aber nur an maximal zwei Seiten des Behälters angebracht werden.

Temporärer Bereich bei der Befüllung des Gastanks

Bei der Befüllung vom Gastank gilt im sogenannten temporären Bereich in der Schutzzone im Abstand von 3-5 Metern um den Gastank die Auflage zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzusehen. (Zum Beispiel die Abdeckung von Kanaleinläufen oder Schächten mit einer Gummimatte).

Betriebliche Anforderungen für Flüssiggastanks im gewerblichen Bereich

Im gewerblichen Bereich gelten immer 5 Meter Mindestabstand zu:

  • offene Kanäle, Schächte
  • Kellereingänge
  • Kellerschächte
  • Luftansaugöffnungen
  • nicht-exgeschütze elektronische Geräte

Welchen Abstand zur Grenze des Nachbargrundstücks muss ich einhalten?

Dies ist eine sehr häufige Frage. Theoretisch darf man den Gastank an die Grundstücksgrenze zum Nachbarn stellen. Grundsätzlich sollte man auch im Garten 50 Zentimeter Mindestabstand einhalten, insbesondere wenn das Grundstück durch einen Zaun auf der Grundstücksgrenze abgegrenzt ist. Wir empfehlen den Abstand zum Nachbargrundstück, wenn irgendwie möglich, etwas größer zu wählen. Mit einem Grenzabstand von einem Meter ist man auf der sicheren Seite. Zum einen, weil man bei einer Reparatur zum Beispiel einfacher Arbeiten kann, zum anderen weil der neue Nachbar vielleicht auf die Idee kommt, immer wenn der Gastankwagen kommt, genau in seinem Teil der Zone 2 zu grillen. Dann muss man für die Zeit der Befüllung immer ein großes Strahlungsschutzblech haben, damit der Tankwagenfahrer den Flüssiggastank befüllt. Wer auf Nummer sicher gehen will wählt einen größeren Abstand (3 Meter), hohlt sich ein schriftliches Einverständnis des Nachbarn oder wählt einen erdgedeckten Gastank.

Wie weit muss ich den Flüssiggastank vom Haus weg aufstellen?

Wir empfehlen den Mindestabstand für den oberirdischen Flüssiggastank von 1 Meter einzuhalten. Allerdings kann man laut Einbauvorschrift in Ausnahmefällen die Entfernung vom Haus auf 0,5 Meter verringern (Mindestabstand zu Behälterwandungen ohne Öffnungen). Wichtig ist, die sogenannten Projektionsflächen zu beachten. Hier müssen bestimmte Abstände zu Fenstern und Türen eingehalten werden.

Die Vorschrift für unterirdische Flüssiggastanks sieht einen Abstand von mindestens 0,8 Meter von Haus und Leitungen vor. Dafür gibt es einen ganz praktischen Grund. Der Gastank entzieht der Umgebung Wärme. Damit er das ausreichend kann, und zum Beispiel eine Wasserleitung nicht einfriert, muss man die 80 cm Sicherheitsabstand einhalten. Nebeneinander eingelagerte Flüssiggastanks müssen mindesten 0,4 Meter voneinander entfernt liegen.

Bei einem Dachüberstand von mehr als 0,5 Metern, muss vom gesamten Flüssiggastank  mindestens der Dachabstand eingehalten werden.

 

 

Achtung

Sowohl die Aufstellung des Gastanks als auch der Bau und die Inbetriebnahme der Gasanlage darf ausschließlich von Fachpersonal mit den entsprechenden Zulassungen nach TRF (Technische Regeln Flüssiggas) und TRGI (Technische Regeln Gasinstallationen) durchgeführt werden!

Wie stelle ich den Gastank richtig auf?

Wie erstelle ich das Betonfundament?

Oberirdische Flüssiggastanks benötigen eine Bodenplatte, auch Fundamentplatte genannt. Ein Gastank hat gefüllt ein Gewicht von knapp 2 bis über 4 Tonnen. Dieses Gewicht lastet nur auf den vier Füßen. Deswegen benötigt man ein gutes Fundament. Hier gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Möglichkeit 1: Bodenplatte ab Werk mitliefern lassen. Diese Bodenplatten sind mit Stahl verstärkt und haben in der Regel ein Maß von 2,40 m (L) x 1,2 m (B) x 0,1 m (H). Beim großen 2,9 Tonnen Gastank werden in der Regel 2 dieser Platten benötigt. Diese werden auf eine Ebene Fläche gelegt, auf der Sand oder Kies abgezogen wurde.
  • Möglichkeit 2: Bodenplatte selber herstellen. Hier muss ein tieferes Fundament (45 cm) ausgehoben werden. Darauf kommt dann eine 25 cm hohe Schicht mit Schotter Kies oder Sand. Darauf kommt eine Betonschicht (Güteklasse Bn 150) mit mindestens einer Lage Baustahlgewebematerial (Q131). Die Mindestmaße entnehmen Sie bitte der Tabelle.
Größen von bauseitig hergestellten Fundamentplatten
Gastankgröße L (m) B (m) H (m)
1,2 T | 2.700 L 3,0 1,4 0,2
2,1 T | 4.850 L 4,8 1,4 0,2
2,9 T | 6.400 L 6,0 1,4 0,2

Aufgrund des großen Aufwandes die Fundamentplatte selbst zu erstellen, lassen sich mehr als 90 % der Kunden die Bodenplatte(n) mitliefern. Aus diesem Grund ist das auch unsere Empfehlung.

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Wie erstelle ich die Behältergrube für den unterirdischen Gastank?

Der unterirdische Gastank benötigt keine Fundamentplatte, dafür aber eine Grube. Achten Sie insbesondere beim Neubau bitte darauf, dass Sie das später endgültig geplante Erdreichniveau als Grundlage für die Grubensohle nehmen. Die Behältergrubenmaße für Ihren Gastank entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Hier die Schritt-für-Schritt Anleitung zur Einlagerung des unterirdischen Gastanks:

  1. Steinfreien Sand bestellen und möglichst nah an die Grube anliefern lassen.
  2. Gastank Grube entsprechnd den unten aufgeführten Maßen ausheben.
  3. Füllen Sie die Grube bitte mit 20 cm steinfreiem Sand (Korngröße maximal 3mm). Sollte zwischen der Fertigstellung der Gastankgrube und der Einlagerung einige Zeit liegen, schützen Sie die Grube bitte vor Regenwasser, da sonst der Flüssiggastank nicht eingelagert werden kann.
  4. Die Grube sofort nach der Einlagerung des Gastanks mit Sand (20 cm rundum) und dann mit Erdreich verfüllen. Das ist deshalb so wichtig, weil der Gastank bei einem kräftigen Regen sonst aufschwimmt. Lassen Sie, wenn die Gasanlage noch nicht gebaut ist, den Bereich um den Domschacht bis zum Rohrgraben offen, damit der Monteur den Anschluss noch verlegen kann.
  5. Verfüllen Sie nach Herstellen des Hausanschlusses den Rest der Grube und den Domschacht mit Sand und Erdreich. Achten Sie im Rohrgraben darauf, nachdem das Sandbett um die Rohrleitung gelegt ist, Gaswarnband zu verlegen und dann erst mit Erdreich zuzuschütten.
Behältergrubenmaße unterirdischer Gastank
Gastankgröße Grubenmaße Gastank Rohbau (L  x B x H) Sandfüllmenge (Korngröße kleiner 3mm) Fertigbautiefe (inkl. 20 cm Sandbett)
1,2 T | 2.700 L 3,10 x 1,85 x 1,95 m ca. 7 m³ 1,75 m
2,1 T | 4.850 L 4,90 x 1,85 x1,95 m ca. 11 m³ 1,75 m
2,9 T | 6.400 L 6,10 x 1,85 x1,95 m ca. 15 m³ 1,75 m
Gastank_unterirdisch

Unterirdischer Gastank Erdtank in Gelb

Was ist eine Aufstellprüfung?

Die Aufstellprüfung ist eine Art erste äußere Prüfung. Hier werden die Ex-Zonen kontrolliert, geschaut, ob der Gastank ordnungsgemäß aufgestellt ist, zum Beispiel in der Waage, und keine Brandlasten in der Nähe sind. Nur mit dieser Prüfung ist eine erste Befüllung des Gastanks möglich.

Was ist ein Isotest am Flüssiggastank und warum ist der so wichtig?

Der ISO-Test (Isolationstest) wird mit einem Hochspannungsprüfgerät durchgeführt – und zwar unmittelbar vor der Einlagerung des Erdtanks. Der Gastank muss dafür am Haken des Kranwagens hängen. Das Prüfgerät hat Impulshochspannung (mindestens 10.000 Volt). Damit wird geprüft, ob die Isolierung noch in Ordnung ist und beim Transport nicht beschädigt wurde.

Hinweis

Die Prüfung ist sehr wichtig. Achten Sie darauf, dass diese durchgeführt wird und die Transportösen unbedingt nachisoliert werden.

Worauf muss ich beim Bauen der Flüssiggasanlage achten?

Wie muss ich die Flüssiggasleitung bauen?

Die Flüssiggasanlage darf nur von einem zugelassenen Fachbetrieb gebaut und abgenommen werden.

Die Flüssiggasleitung wird in zwei Bereiche geteilt. Vom Gastank bis zum Hauptabsperrhahn liegt die sogenannte Versorgungsleitung. Vom Hauptabsperrhahn bis zur Heizung ist die Verbrauchsleitung gebaut.

Bei der Flüssiggasleitung sind zur Auslegung und Materialwahl folgende Dinge wichtig:

  1. Leitungslänge – je länger und je mehr Form und Verbindungsstücke desto größer der Querschnitt. Hier wird nach den gängigen Verfahren im Erdgasbereich berechnet. Ab 8-12 Metern rechnet sich aus Kostengründen der Umstieg auf PE-Rohr der Dimension 32 mm. Das lässt sich zudem auch einfach abrollen.
  2. Leitungsverlegung oberirdisch oder im Erdreich. Im Erdreich muss mit PE oder WICU-Rohr gearbeitet werden. Wählt man die oberirdische Hauseinführung sollte oberirdisch in Kupfer gearbeitet werden. Kunststoff darf dort nicht mal 1 cm aus der Erde schauen.
  3. Leistung des Verbrauchsgeräts – je mehr Leistung, desto größer der Querschnitt oder der benötigte Druck. Hier muss man ab einer bestimmten Leitungslänge überlegen zwei Regler zu nehmen anstelle der Reglerkombination. Anschließend geht man mit Mitteldruck (0,7 bar) bis zum Haus und wechselt dann erst auf Niederdruck (50 mbar). Im Gewerbe darf man auch innen im Gebäude Mitteldruckleitungen verlegen. Das ist im Privathaushalt nicht erlaubt. Unabhängig davon muss man darauf achten, dass die Atmungsöffnung des Reglers nach unten zeigt. Zusätzlich ist es wichtig, dass das Fliegenschutzgitter beim Einbau nicht verloren geht. Inbesondere Schlupfwespen verschließen sonst gern die Öffnung.

Welche Sicherheitseinrichtungen für die Flüssiggasanlage benötigt man?

  1. Gasströmungswächter. Mit der TRF 2012 ist der Gaströmungswächter pflicht geworden. Der Gasströmungswächter unterbricht die Gaszufuhr selbsständig, wenn die Leitung beschädigt wird. Hier ist es wichtig, den Gasstömungswächter richtig auszulegen, da es sonst zum Beispiel an einem kalten Wintermorgen zu so hohem Gasbedarf kommt, dass der Gasströmungswächter schließt. Bitte achten Sie zudem darauf, die richtige Einbaulage des Gasströmmungswächters zu wählen. Verbauen Sie diesen mit der Einbaulage nach unten wählen Sie bitte GS K D (d steht für down=hinunter).
  2. Isolierstück (ISO-Stück). Das Isolierstück muss bei erdverlegten metallischen Rohren eingebaut werden. Es dient zur elektrischen Trennung der Rohrleitung von der Hausinstallation.
  3. Thermische Absperreinrichtung (TAE). Die Thermische Absperreinrichtung kommt vor Reglern oder Kugelhähnen zum Einsatz und stoppt die Gaszufuhr bei einem möglichen Brand automatisch.
  4. Auszugssicherung der Hauseinführung. Die Hauseinführung muss auszugssicher vergossen werden.

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Welche Arten der Hauseinführung gibt es und wie werden diese verbaut?

Die Hauseinführung kann man unterirdisch und oberirdisch vornehmen. Hier finden Sie eine Übersicht.

Überblick über die Hauseinführung Flüssiggasanlage

Bezeichnung Vorteile Nachteile Kosten
Oberirdisch Armaturen innenliegend 
  • günstig
  • gegen Manipulation von außen gesichert
  • bei gedämmten Haus aufwendig
  • Einführung sichtbar
sehr niedrig
Oberirdisch mit Hausanschlusskasten
  • günstig
  • schnell verbaut
  • von außen zu bedienen
  • Manipulation möglich
  • Kasten auf der Hauswand
niedrig
Unterirdisch (fest/star)
  • unsichtbar
  • professionell
  • nicht zu manipulieren
  • Erdgaskompatibel
  • Preis
mittel
Unterirdisch (flexibel für Haus mit Bodenplatte)
  • schnell verbaut
  • professionell
  • nicht zu manipulieren
  • Erdgaskompatibel
  • Preis
hoch

 

Welche Sicherheitsaufkleber muss der Gastank haben?

Der Flüssiggastank muss den Aufkleber mit der Betriebsanweisung aufgeklebt haben. Dieser muss auf dem Gastank oder auf dem Domschachtdeckel angebracht werden. Wichtig ist, dass dieser neu geklebt wird, wenn der Gastank neu lackiert wird.

Welche Abstände müssen zu Brandlasten eingehalten werden?

Brandlasten wie zum Beispiel Brennholz, ein Carport oder Wohngebäude aus Holz müssen einen besonderen Abstand von 5 Metern aufweisen. Der Brandschutz kann bei Brandlasten, die näher stehen, durch ein Strahlungsschutzblech oder eine Schutzwand sichergestellt werden. Hier kommt es darauf an, ob eine “geringe Brandlast” oder eine “Brandlast” ist (abhängig von der Brandlastbreite, -höhe und -art). Die notwendige Gastank Schutzzone kann also durch verschiedene Maßnahmen verkleinert werden.

Keine Schutzmaßnahmen sind erforderlich für Holzzäune, Hundehütten, Holzverkleidungen von Gebäuden, Baustellencontainer oder Fertighäuser. Ebenfalls kein Schutzabstand ist erforderlich bei unterirdischen Gastanks, wenn der Domschachtdeckel aus Stahlblech ist.

Wann brauche ich eine Erdung des Flüssiggastanks?

Eine Erdung benötigen Sie in der Regel nicht. Meist steht der Gastank auf einer Betonplatte auf der Erde. Dort wird keine Erdung benötigt. Steht der Gastank allerdings auf einer isolierenden Schicht wie zum Beispiel Bitumen, dann wird eine Erdung notwendig (Staberder 100 mm² Leitung vom Tank zum Erder in 16 mm² Kupferdraht). Die Gastankwand ist mit mehr als mm Wandstärke blitzstromfähig. Somit sind zusätzliche Maßnahmen gegen Blitzeinschlag nicht notwendig.

Darf ich den Gastank im Garten verkleiden?

Viele Flüssiggastankbesitzer möchten den Gastank einhausen, verkleiden, anstreichen oder auf sonstige Art und Weise verstecken. Hiervon können wir nur dringend abraten. Der Anstrich sollte nur in weiß oder hellgrün erfolgen, es sei denn Sie wählen einen Tank mit Airbrush-Design. Unsere Empfehlung ist, den Gastank hinter einer Hecke (nicht zu nah pflanzen und einen, besser zwei Zugänge) zu verstecken oder einen blickdichten Zaun mit einem gewissen Abstand zu setzen. Alternativ bietet sich auch immer der unterirdische Gastank an. Diesen können Sie mit niedrig wurzelnden Pflanzen toll bepflanzen. Auch das Rasenmähen mit einem leichten Aufsitzmäher ist erlaubt. Vermeiden Sie hohe Belastungen, wenn der Gastank drucklos, also ganz leer ist.

Architektenberatung Flüssiggastank Vorschriften

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Lesen Sie jetzt alles was Sie wissen müssen, wenn Sie einen Flüssiggastank kaufen wollen, einen Flüssiggastank mieten möchten oder einfach nur den aktuellen Flüssiggaspreis in Ihrer Region sehen wollen.

 

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