Flüssiggasbehälter: Größen, Vorschriften und Aufstellung

Flüssiggastank oberirdisch

Flüssiggasbehälter (auch Gas- oder Flüssiggastanks) bevorraten große Mengen Flüssiggas für den privaten oder gewerblichen Einsatz. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und lassen sich ober- sowie unterirdisch aufstellen. Aber was ist dabei zu beachten? Welche Größe ist die Richtige, welche Hersteller gibt es und wann lohnt es sich, einen Flüssiggasbehälter zu kaufen oder zu mieten? Flüssiggas1.de gibt Antworten und stellt die wichtigsten Informationen zusammen.

✅ Aktualisiert am 11.12.2020

Die Themen im Überblick

Größen und Einsatzbereiche der Lagertanks für Flüssiggas

Bei Flüssiggasbehältern handelt es sich um stählerne Tanks zur Bevorratung von Flüssiggas. Diese versorgen Wohnhäuser und komplette Gewerbeanlagen flexibel mit Energie. Sie stellen dabei eine günstige Alternative zu Heizöltanks dar und sind anders als diese nahezu überall einsetzbar. Der Grund dafür: Flüssiggas ist nicht gewässerschädigend. Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzbereiche der Flüssiggasbehälter:

  • Wärmeversorgung von Wohnhäusern, denen kein Gasanschluss zur Verfügung steht
  • Versorgung von Gewerbe- und Industriebetrieben ohne Zugang zum Gasnetz
  • Energieversorgung von Gewerbe- und Industrieanlagen, deren Gasanschluss durch seltene Spitzenlasten sehr hoch ist
  • Versorgung einer Flüssiggasheizung, einer Gas-Wärmepumpe, einer Brennstoffzellenheizung oder industrieller Prozesse

Die Übersicht zeigt: Flüssiggasbehälter kommen in vielen Bereichen zum Einsatz. Oft sind sie dabei die einzige oder die günstigste Möglichkeit, Energie bereitzustellen.

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Flüssiggasbehälter sind in verschiedenen Größen erhältlich

Gastanks sollten ausreichend Flüssiggas bevorraten, um auch ohne häufiges Nachtanken auszukommen. Im Wohnbereich genügt eine Füllung dabei üblicherweise für ein Jahr. Im Gewerbebereich können auch kürzere Tankintervalle sinnvoll sein. Hier entscheiden in der Regel die örtlichen Gegebenheiten und die individuellen Bedarfswerte über die richtige Behältergröße. Zur Auswahl stehen dabei folgende Standardgrößen.

Flüssiggasbehälter Größe Rauminhalt Nutzbarer Inhalt(Füllmenge, 85 %) Energievorrat Einsatz
1,2 Tonnen 2.700 Liter 2.300 Liter 16.100 kWh Ein- und Zweifamilienhäuser
2,2 Tonnen 4.850 Liter 4.120 Liter 28.840 kWh großeAltbau-Ein- und Zweifamilienhäuser, moderne  Mehrfamilienhäuser, Gewerbebetriebe
2,9 Tonnen 6.400 Liter 5.440 Liter 38.080 kWh größere Wohngebäude,Gewerbe- und Industriebetriebe

Geht es um die Anschlussleistung, genügen die aufgeführten Standard-Flüssiggasbehälter für rund 200 Kilowatt. Bis zu einer Anschlussleistung von etwa 1.000 Kilowatt ist zusätzlich ein Flüssiggasverdampfer erforderlich. Letzterer versorgt die Gasentnahme mit Energie, um das Einfrieren von Gastank und Armaturen zu verhindern. Dazu könnte es kommen, wenn in kurzer Zeit viel Flüssiggas entnommen wird. Denn dabei dehnt sich das Gas aus, wobei es Energie aus der Umgebung aufnimmt und diese abkühlt. Sind Energiebedarf und/oder Anschlussleistung höher, kommen Flüssiggasbehälter für die Industrie zum Einsatz. Diese bevorraten dann 3 bis mehr als 200 Tonnen Flüssiggas.

Aufstellung der Gastanks: Ober- oder unterirdisch?

In puncto Aufstellung bieten Flüssiggasbehälter eine große Flexibilität. Denn sie lassen sich sowohl oberirdisch wie auch unterirdisch montieren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist darüber hinaus sogar die Aufstellung in Gebäuden erlaubt. Die folgende Übersicht zeigt, was die verschiedenen Varianten auszeichnet:

  • Oberirdischer Flüssiggastank: Hier steht der Flüssiggasbehälter auf einem Fundament im eigenen Garten beziehungsweise auf dem Betriebsgrund. Auch wenn dabei verschiedene Sicherheitsabstände einzuhalten sind, ist die Aufstellung des oberirdischen Flüssiggastanks am einfachsten und am günstigsten umsetzbar. Der Nachteil: Der Behälter ist in der Regel gut sichtbar. Außerdem verbraucht er viel Platz. Auf Betriebsgeländen ist darüber hinaus ein höherer Schutz vor mechanischen Einwirkungen durch Stapler, PKWs oder LKWs erforderlich.
  • Unterirdischer Flüssiggastank: Bei dieser Variante lassen Monteure den Behälter in den Boden ein. Er ist von einer schützenden Sandschicht umgeben und nur am Domdeckel zu erkennen. Die Variante ist durch den erhöhten Korrosionsschutz und die zusätzlichen Erdarbeiten zwar kostenintensiver. Der unterirdische Flüssiggastank bietet aber auch viele Vorteile: So reduzieren sich die Sicherheitsabstände. Der Tank ist kaum sichtbar und bestmöglich vor mechanischen Einwirkungen geschützt. Auf Wunsch lässt sich der Gastank unterirdisch überfahrbar installieren.
  • Installation in einem Raum: Die Aufstellung eines Flüssiggasbehälters in einem Gebäude ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. So muss der Aufstellraum grundsätzlich über der Erdgleiche liegen und ausreichend belüftet sein. Es gelten spezielle Anforderungen an die Größe sowie den Brandschutz und Aufstellräume dürfen nur von außen zugänglich sein. Die Flüssiggastank Vorschriften regeln allerdings auch noch einiges mehr.

Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt von den Platzverhältnissen und den persönlichen Vorlieben ab. Auf großen Grundstücken lassen sich Flüssiggasbehälter oberirdisch auch so aufstellen, dass sie kaum sichtbar sind. Ist der Platz auf dem eigenen Grundstück eher knapp, sind hingegen unterirdische Gastanks zu empfehlen.

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Besonderheiten bei der Aufstellung in Hochwassergebieten

Anders als bei Heizöltanks ist auch die Aufstellung der Flüssiggasbehälter in Hochwassergebieten vielerorts problemlos möglich. Oberirdische Lagerbehälter sind dazu auf einer ausreichend großen Betonplatte zu verankern. Unterirdische Behälter lassen sich im Erdreich verankern oder ebenfalls auf einer Betonplatte befestigen, um sie gegen das Auf- und Wegschwimmen zu sichern.

Flüssiggasbehälter lackieren oder mit Hecken verstecken

Vor allem private Hausbesitzer empfinden den Gastank im Garten oft als störend. Sie wollen ihn daher verstecken oder mit einer anderen Farbe besser an das Umfeld anpassen. Ersteres ist möglich, wenn sie dabei die Sicherheits- und Arbeitsabstände einhalten. Mindestens 50 Zentimeter Platz ist dabei umseitig freizuhalten. Während der Sichtschutz nicht aus brennbarem Material bestehen darf, gilt bei einer Ummauerung, dass diese maximal auf zwei Seiten stehen darf. Das sichert die Belüftung des Behälters und sorgt dafür, dass ausgetretenes Flüssiggas sicher entweichen kann.

Wer seinen Flüssiggasbehälter lackieren möchte, sollte sich hingegen an eine Fachfirma wenden. Diese kümmert sich um die entsprechende Genehmigung und die fachgerechte Ausführung. Das ist erforderlich, da in Deutschland grundsätzlich nur zwei Farben (weiß und hellgrün) zugelassen sind, um eine zu starke Erwärmung zu verhindern. Während Experten den Flüssiggasbehälter lackieren, ist außerdem besonders auf den Explosionsschutz zu achten.

Flüssiggasbehälter: Hersteller in der Übersicht

In Deutschland und unseren Nachbarländern gibt es eine Reihe von Flüssiggasbehälter Herstellern. All diese produzieren Gastanks, die den einschlägigen Normen entsprechen. Während das bei unterirdischen Gastanks die DIN EN 14075 ist, müssen halboberirdische und oberirdische Tanks die Vorgaben der DIN 12542 erfüllen.

Vorschriften sorgen für Sicherheit bei der Lagerung

Damit keine Gefahren vom Flüssiggasbehälter ausgehen, sind zahlreiche Vorschriften einzuhalten. Diese beziehen sich in erster Linie auf die Aufstellung, wobei Mindestabstände zu Gebäuden, brennbaren Materialien und spezielle Schutzzonen einzuhalten sind.

Benötige ich eine Baugenehmigung für den Gastank im Garten?

Ob für die Aufstellung eines Flüssiggasbehälters eine Baugenehmigung nötig ist, hängt von den Anforderungen der Bundesländer ab. In der Regel ist diese bis zu einer Tankgröße von 2,9 Tonnen allerdings nicht erforderlich. Über die Vorschriften in der eigenen Region informieren die Bauämter. Nachlesen können Interessenten dazu in der entsprechenden Bauordnung ihres Landes.

Schutzzonen um Flüssiggasbehälter: Diese Vorschriften gelten

Beim Betanken und im laufenden Betrieb der Flüssiggasanlage können geringe Gasmengen aus dem Tank austreten. Um Gefahren zu vermeiden, sind dazu die folgenden Schutzzonen einzuhalten:

  • Schutzzone 1: Hier dürfen sich zu keiner Zeit brennbare Materialien oder Zündquellen befinden. Bei oberirdischen Gastanks erstreckt sich der Sicherheitsabstand über einen Bereich von drei Metern um die Armaturenhaube herum. Bei unterirdischen Flüssiggasbehältern sind die Vorschriften lockerer: Hier gilt Schutzzone 1 nur im Domschacht.
  • Schutzzone 2: In diesem Bereich, der sich im Radius von einem Meter um den Rand des Domschachtes oder der Armaturenhaube befindet, dürfen beim Betanken keine Zündquellen vorhanden sein.

Diese Sicherheitsabstände um den Gastank sind zu beachten

Geht es um die Aufstellung eines Flüssiggasbehälters, sind auch Vorschriften in Bezug auf Mindestabstände einzuhalten. Diese gelten zum Beispiel zum Haus: Hier darf der Behälter ohne Schutzmauern oder ähnlichem nicht näher als einen Meter vor der Mauer stehen. Außerdem muss der Behälter mindestens vor dem Dachüberstand stehen, wenn dieser aus brennbaren Materialien besteht und weniger als 3 Meter entfernt ist. Stellen Hausbesitzer den Tank näher als drei Meter an das Gebäude heran, sind besondere Vorschriften zu beachten. Diese beziehen sich auf die Projektionsfläche des Flüssiggasbehälters auf der Hauswand und schreiben Folgendes vor:

  • Seitlich vom Gastank dürfen sich in einem Abstand von weniger als einem Meter keine Türen befinden.
  • Bis zu drei Meter über dem Gastank sind keine Fenster erlaubt, die ein Öffnungsmaß von mehr als 40 Zentimetern haben.

Lassen sich die Vorgaben nicht einhalten, können Hausbesitzer die Abstände mit Schutzwänden oder Strahlungsschutzblechen reduzieren.

Flüssiggasbehälter-Abstand zum Nachbarn: Das ist erlaubt

Viele Hausbesitzer stellen den Gastank an die Grenze zum Nachbarn. Vor allem dann, wenn das Grundstück ohnehin nicht sehr groß ist. Aber auch dabei gibt es einiges zu beachten. So gilt im Allgemeinen ein Mindestabstand von 50 Zentimetern. Da dabei die Schutzzonen über die Grundstücksgrenze hinausragen, ist es ratsam, den Tank etwas weiter entfernt vom Zaun aufzustellen. Günstig ist ein Abstand von etwa zwei Metern. Wer sich bei der Platzierung des Flüssiggasbehälters an die Mindest-Vorschriften von 50 cm hält, muss hingegen sicherstellen, dass auch der Nachbar die Vorgaben der Schutzzone einhält.

Nach der Aufstellung sorgen Prüfungen für Sicherheit

Ob Hausbesitzer beziehungsweise Fachhandwerker bei der Aufstellung alle vorgaben erfüllt haben, stellen Sachverständige bei einer Flüssiggasbehälter-Prüfung fest. Diese erfolgt nach der Aufstellung und dann in wiederkehrenden Abständen. Zuständige Experten und durchgeführte Arbeiten unterscheiden sich dabei allerdings, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • Die äußere Flüssiggasbehälter-Prüfung findet alle zwei Jahre statt. Die Kontrolle erfolgt durch eine befähigte Person, die zum Beispiel vom Flüssiggasanbieter kommen kann. Der Experte führt dabei eine Sichtprüfung durch. Er kontrolliert die Armaturen, die Lackierung und die äußere Umgebung des Tanks.
  • Die innere Flüssiggasbehälter-Prüfung findet alle zehn Jahre statt. Die Kontrolle führt der Sachverständige einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) wie dem TÜV oder der DEKRA durch. Er kontrolliert die Wandungen auf Korrosionserscheinungen sowie die Funktion der sicherheitstechnischen Einrichtungen. In den Tank muss dazu allerdings niemand. Denn die Prüfung findet mithilfe von Strom oder Schall statt.
  • Die Prüfung der Rohrleitungen erfolgt bei Privatkunden alle zehn Jahre und im Gewerbe alle vier Jahre. Sie wird von einem Fachbetrieb durchgeführt, der dazu einen bestimmten Druck auf die Leitungen bringt. Fällt dieser in der Prüfdauer nicht merklich ab, gilt die Rohrleitungsprüfung als bestanden.

Ist der Korrosionsschutz unterirdischer Tanks nicht mehr gewährleistet oder ist eine KKS-Anlage im Einsatz? In diesem Fall sind zusätzliche Prüfungen etwa alle zwei Jahre nötig. Dabei kontrollieren Experten, ob die Technik funktioniert und der Behälter bestmöglich vor Korrosion geschützt ist.

Flüssiggasbehälter kaufen oder mieten: Was ist besser?

Hausbesitzer können genau wie Gewerbe- und Industriebetriebe einen Flüssiggasbehälter kaufen. In diesem Fall zahlen sie erst einmal hohe Anfangsinvestitionen, bevor sie sich im Betrieb selbst um die Einhaltung der Prüf- und Wartungspflichten kümmern. Für die Durchführung der Prüfungen fallen dabei weitere Kosten an. Der Vorteil dieser Variante liegt allerdings in der Beschaffung von Flüssiggas: Denn hierbei sind Eigentümer nicht an bestimmte Händler oder Anbieter gebunden. Sie können Preise vergleichen und immer beim günstigsten Anbieter bestellen.

Flüssiggasbehälter mieten: Die günstigere Variante?

Wer den Gastank mieten möchte, kommt ohne hohe Anfangsinvestitionen aus. Denn diese übernimmt der Anbieter, der den Tank liefert, aufbaut und anschließt. Dafür fallen geringe monatlich Ausgaben an. Wie hoch diese im Detail sind, hängt von der Größe und der Einbaulage des Gastanks ab. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass sich Anbieter beim Flüssiggasbehälter Mieten auch um die regelmäßigen Prüf- und Wartungsarbeiten kümmern. Kunden profitieren hier von einem Rundum-sorglos-Paket und müssen keine zusätzlichen Kosten einplanen. Der größte Nachteil ist allerdings die Bindung an den Flüssiggashändler: Denn Gas bestellen können Mieter immer nur beim Eigentümer (dem Vermieter) der Anlage.

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Individuelle Gegebenheiten und Bedürfnisse entscheiden

Ob ein Flüssiggasbehälter zum Mieten oder zum Kaufen besser geeignet ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn das hängt immer von den individuellen Voraussetzungen ab. Entscheidend sind hier zum Beispiel die Preise für Kauf- und Miettanks. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Wer Flüssiggas wie Erdgas aus dem Netz nutzen und sich um nichts kümmern möchte, ist mit einem Miettank gut beraten.

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