Alter Heizöltank? Das ist unbedingt zu beachten

Heizöltanks

Heizöl gefährdet das Wasser. Aus diesem Grund darf es unter keinen Umständen aus dem Tank einer Ölheizung austreten. Ist der Heizöltank älter als 30 Jahre, lässt sich das allerdings nicht immer gewährleisten. Unfälle passieren dann meist beim Befüllen sowie durch Undichtigkeiten. Auch wenn grundsätzlich keine Austauschpflicht für 30 Jahre alte Heizöltanks besteht, müssen Hausbesitzer einiges beachten. Wir geben einen Überblick und zeigen Alternativen zum alten Öltank.

✅ Aktualisiert am 08.09.2020

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Die Themen im Überblick

Heizöltank älter als 30 Jahre: Grenzwertgeber kontrollieren

Eine der häufigsten Ursachen für auslaufendes Heizöl ist ein defekter Grenzwertgeber. Bei der Befüllung signalisiert das Bauteil, wann der Tank voll ist. Der Tankvorgang stoppt und Heizöl kann nicht überlaufen. Bei Anlagen, die vor 1985 eingebaut wurden, ist die Funktion nicht immer gewährleistet, wodurch die jährliche Kontrolle durch einen Fachhandwerker Pflicht ist. Letzteres gilt jedoch nur, wenn es sich um einen Grenzwertgeber mit gelochter Schutzhülse handelt. Wenn das nicht der Fall ist oder Hausbesitzer entsprechende Grenzwertgeber an alten Heizöltanks austauschen, entfällt die Pflicht zur jährlichen Kontrolle.

Wichtig zu wissen: Damit beim Betanken kein Öl ausläuft, muss der Füllstand in alten Heizöltanks ersichtlich sein. Ist das nicht der Fall, droht die Stilllegung.

Wann ist ein Heizöltank auszutauschen?

Branchenexperten gehen davon aus, dass mehr als 50 Prozent aller Heizöltanks in Deutschland 20 Jahre und älter sind. Da sich der Kunststoff in den Wandungen mit der Zeit verändert, befinden sie sich nahe an der Verschleißgrenze. So haben Untersuchungen von Sachverständigen einen hohen Renovierungsstau gezeigt. Nachbessern mussten Hausbesitzer dabei meist die bauseitigen Auffangwannen. Diese sind als zweite Hülle um einwandige Tanks gebaut, um den wassergefährdenden Rohstoff auch bei einer Leckage sicher im Haus zu halten. Während Hersteller und Verbände empfehlen, Heizöltanks älter als 30 Jahre austauschen zu lassen, besteht jedoch keine gesetzliche Pflicht dazu. Diese greift erst dann, wenn ein Sachverständiger bei der regelmäßigen Überprüfung grobe Mängel festgestellt hat.

Bei diesen Anzeichen ist ein Austausch zu empfehlen

Ob ein Heizöltank älter als 30 Jahre ist oder nicht: Es gibt Anzeichen, bei denen ein Austausch dringend zu empfehlen ist. So zum Beispiel:

  • Der Heizöltank ist am unteren Ende ausgebuchtet und gleicht einem „Elefantenfuß“.
  • Das Äußere des Tankbehälters ist verformt, ausgebeult oder eingeknickt?
  • Die Tankoberseite hat sich wie ein Sattel nach unten abgesenkt.
  • Weißbruch an den Wandungen signalisiert eine übermäßige Ausdehnung.
  • Risse oder starke Verfärbungen sind mit dem bloßen Auge zu erkennen.
  • An der Innen- oder Außenseite von Stahltanks treten Korrosionserscheinungen auf.

All diese Anzeichen deuten darauf hin, dass das Material der Heizöltanks ermüdet ist. Die Anlage bietet keinen ausreichenden Schutz mehr und ist daher dringend auszutauschen. Ist ein Heizöltank älter als 30 Jahre, treten die aufgeführten Ermüdungserscheinungen in der Regel häufiger auf.

Gefahrenpotenzial hoch: Experten empfehlen freiwillige Kontrollen

Kommt es zu einem Heizölschaden, sind die Folgekosten meist sehr hoch. Denn dann drohen hohe Bußgelder. Hinzu kommen Ausgaben für die Beseitigung der Schäden, die sowohl in der Umwelt als auch am eigenen Haus auftreten. Stellen Versicherungen einen Verstoß gegen die Prüf- und Wartungsvorschriften fest, kommen sie dabei nicht immer für die Kosten auf. Ein Grund, aus dem sich die freiwillige Kontrolle alter Öltanks lohnt. Denn nicht immer erkennen Hausbesitzer die aufgeführten Anzeichen selbst.

Unser Tipp: Wer ein Haus kauft, sollte die Technik gleich zu Beginn kontrollieren lassen. Das gilt vor allem dann, wenn der Heizöltank älter als 30 Jahre ist. Im Zweifel ist es ratsam, den alten Tank auszutauschen oder gleich auf einen anderen Energieträger zu setzen.

Prüfpflicht für Heizöltanks älter 30 Jahre durch aktuelle AwSV

Während es für alte Heizöltanks lange Zeit keine Kontrollpflichten gab, sieht das seit 2017 anders aus. Denn da trat die neue „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)“ in Kraft. Und diese fordert die erstmalige Prüfung bis zu folgenden Stichtagen:

Inbetriebnahme des Tanks Erstmalige Prüfung
vor dem 1. Januar 1971 bis zum 01. August 2019
zwischen 1971 und 1975 bis zum 01. August 2021
zwischen 1976 und 1982 bis zum 01. August 2023
zwischen 1983 und 1993 bis zum 01. August 2025
ab dem 01. Januar 1994 bis zum 01. August 2027

Im Anschluss an die nachzuholende Erstprüfung gelten dann die wiederkehrenden Prüfpflichten. Diese sehen eine Kontrolle alle 5 Jahre vor. Handelt es sich um unterirdische Heizöltanks in Wasserschutzgebieten, ist die Begutachtung alle 30 Monate Pflicht.

Die durchschnittliche Lebensdauer von Heizöltanks

Ob ein Heizöltank mit dem Alter von 30 Jahren das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat oder nicht, lässt sich nicht pauschal sagen. Auch wenn Mängel dann zwar häufiger auftreten, hängen diese doch von einer Vielzahl äußerer Einflüsse ab. Entscheidend ist dabei unter anderem das Material, aus dem die Tanks gefertigt sind.

Heizöltank aus Kunststoff: Lebensdauer von 30 Jahren

Heizöltanks aus Kunststoff sind für eine Lebensdauer von 30 Jahren ausgelegt. Während das Material bis dahin meist sicher und stabil ist, kann es sich bei längerer Nutzung übermäßig stark ausdehnen oder es kommt zur Versprödung. All das kann, muss aber nicht passieren. Aus diesem Grund empfehlen wir, ältere Tankanlagen regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Heizöltank aus Stahl: Lebensdauer von der Wartung abhängig

Heizöltanks aus Stahl sind anfällig für Korrosionserscheinungen. Wer den Behälter regelmäßig pflegt und wartet, erreicht hier allerdings eine sehr hohe Lebensdauer. Stehen die Tanks in feuchten Räumen oder befindet sich Wasser im Tank, setzen die Alterungserscheinungen hingegen früher ein. Wichtig ist es daher, vor allem den inneren und äußeren Korrosionsschutz im Auge zu behalten.

Heizöltank aus GFK: Aufstellung beeinflusst die Lebensdauer

Glasfaserverstärkte Kunststofftanks sind grundsätzlich sehr stabil und verformen sich kaum. Ein großes Problem ist hier allerdings Licht. Denn das lässt das Material verspröden und altern. Steht der Behälter in einem dunklen Raum, ist die Lebensdauer in etwa mit der von Stahltanks vergleichbar.

Diese Alternativen zum Heizöltank gibt es

Bieten alte Heizöltanks nicht mehr die nötige Sicherheit, können Hausbesitzer eine Innensanierung oder einen Austausch in Erwägung ziehen. Ersteres ist relativ aufwendig und je nach Tankgröße mit Kosten von 2.000 bis 4.000 Euro verbunden. Ähnliche Kosten fallen an, wenn Verbraucher einen Heizöltank austauschen lassen. In Anbetracht der aktuellen Situation lohnt es sich aber auch, Alternativen zum Heizöltank zu prüfen. Denn für diese gibt es heute Zuschüsse von bis zu 45 Prozent. Günstig, zuverlässig und platzsparend sind dabei vor allem Erd- oder Flüssiggasheizungen. Erstere kommen infrage, wenn ein Gasanschluss in der Region möglich ist. Funktioniert das nicht, lassen sich nahezu überall auch Flüssiggastanks aufstellen. Die Behälter bevorraten Brennstoffe aus fossilen oder regenerativen Quellen, die platzsparende Gasthermen mit der nötigen Energie versorgen. Um hohe Fördermittel zu erhalten, sind die Anlagen allerdings mit regenerativen Energien zu kombinieren. Infrage kommen dabei Solarthermieanlagen, Scheitholz-/Pelletheizungen oder Wärmepumpen.

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Zu beachten: Das Verbot der Ölheizung ab 2026

Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG), das am 01. November 2020 in Kraft tritt, kommt auch ein Verbot der Ölheizung. Letzteres gilt ab 2026 und verbietet den Einbau der Technik in neuen und bestehenden Gebäuden. Ausnahmen bestehen dann nur für Hybridheizungen und Gebäude, in denen ein Erdgas- oder Fernwärmeanschluss nicht möglich ist.

Nachrüsten von Ölheizungen in Hochwassergebieten

Stehen Haus und Heizung in einem Hochwasser- oder Überschwemmungsgebiet? Dann stellt der Gesetzgeber besonders hohe Anforderungen an die Technik. Während neue Anlagen nur in Ausnahmefällen eine Genehmigung bekommen, sind bestehende aufwendig nachzurüsten. Erd- oder Flüssiggasanlagen lassen sich hingegen auch hier meist problemlos aufstellen und betreiben.

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