Gasanschluss: Kosten, Ablauf, Alternativen

Ablesung von einem Gaszähler an einem Gasanschluss

Gas ist ein sauberer und günstiger Brennstoff, den Verbraucher mit einem platzsparenden Gasanschluss im eigenen Haus nutzen können. Wer einen Erdgasanschluss legen lassen möchte, muss diesen bei seinem Versorger beantragen. Flüssiggas1.de informiert über die Kosten für einen neuen Gasanschluss. Wir erklären, wie Experten diesen legen und warum der Flüssiggastank eine gute Alternative zum Erdgasanschluss ist.

Die Themen im Überblick:

Voraussetzungen für einen Gasanschluss im Haus

Fast die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland ist an das öffentliche Gasnetz angeschlossen. Wer Wärme für Heizung und Warmwasser mit einer Gasheizung bereitstellt, profitiert dabei von vielen Vorteilen. Neben einem geringen Platzbedarf zählt auch die saubere und effiziente Verbrennung günstiger Rohstoffe dazu. Ein Gasanschluss ist allerdings nicht immer möglich. So muss eine öffentliche Erdgasleitung in der Nähe liegen. Ob das der Fall ist, erfahren Hausbesitzer von ihrem Gasnetzbetreiber. Dieser legt später auch den Erdgasanschluss in das Haus.

Verschiedene Alternativen zum Erdgasanschluss

Ist keine öffentliche Versorgungsleitung in der Nähe, kommt ein Gasanschluss nicht infrage. Hausbesitzer sind dann auf Alternativen angewiesen. Eine Möglichkeit war lange Zeit die Installation einer Ölheizung. Diese erfordert einen Tank, der sich bei ausreichend Platz im Haus aufstellen lässt. Heizöl ist allerdings vergleichsweise teuer. Bei der Verbrennung entstehen viele Schadstoffe und Ölheizanlagen können auch unangenehme Gerüche abgeben. Gegen die Technik spricht außerdem das Verbot der Ölheizung, das den Einbau der Kessel ab 2026 weder in neuen noch in bestehenden Gebäuden erlaubt.

Eine weitere Alternative zum Gasanschluss ist ein Pellettank für die Pelletheizung. Diese arbeitet zwar regenerativ, emittiert dafür deutlich mehr Feinstaub. Die Tankanlagen verbrauchen viel Platz im Haus und für die jährliche Wartung entstehen höhere Kosten.

Möchten Hausbesitzer auch ohne Gasanschluss von den Vorzügen einer Gasheizung profitieren, können sie einen Flüssiggastank aufstellen lassen. Dieser passt platzsparend in den Garten. Er lässt sich sogar unterirdisch installieren und versorgt die Flüssiggasheizung mit einem sauberen Brennstoff. Wer Bio LPG bestellt, heizt sogar regenerativ.

Gasanschluss auch nachträglich möglich

Wer ein altes Haus kauft oder die eigene Heizung auf Gas umrüsten möchte, kann das auch nachträglich erledigen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, installieren Netzbetreiber den Erdgasanschluss ohne Weiteres in bestehenden Gebäuden. Die Zwischenzeit überbrücken Sie problemlos und kostengünstig mit einem Flüssiggastank zur Miete. Eine Umrüstung der Flüssiggasheizung auf Erdgas ist bei einem späteren Wechsel in der Regel nicht notwendig.

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Gasanschluss legen lassen: So funktioniert es

Liegt eine öffentliche Versorgungsleitung in der Nähe, steht dem Gasanschluss zumindest technisch nichts im Wege. Der Ablauf zum eigenen Erdgasanschluss lässt sich dabei in vier Schritten beschreiben:

  • Schritt 1: Antrag für den Gasanschluss
  • Schritt 2: Erdgasanschluss legen lassen
  • Schritt 3: Leitungen im Haus installieren
  • Schritt 4: Günstigen Gasanbieter wählen

 

Schritt 1: Neuen Gasanschluss beantragen

Wer sich für einen neuen Erdgasanschluss interessiert, muss diesen zunächst bei seinem Netzbetreiber beantragen. Dieser benötigt dazu einen übersichtlichen Lageplan sowie einen Grundriss des Gebäudes. Sind die Informationen übermittelt, planen die Experten den Gasanschluss. Sie sprechen verschiedene Anschlussvarianten mit den Hausbesitzern ab und entscheiden sich gemeinsam mit diesen für eine Lösung. Anschließend erstellen die Netzbetreiber ein verbindliches Angebot. Bei vielen Netzbetreibern ist es heute möglich, den Antrag für einen Gasanschluss einfach online zu stellen.

Übrigens: Wer von attraktiven staatlichen Fördermitteln für den Heizungstausch profitieren möchte, sollte diese rechtzeitig vor der Auftragsvergabe beantragen. Wie Hausbesitzer die Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent bekommen, erklären wir ausführlich im Beitrag zur BAFA-Förderung ab 2020.

Schritt 2: Erdgasanschluss legen lassen

Sind Hausbesitzer mit dem Angebot einverstanden, geben sie den Hausanschluss für Gas in Auftrag. Der Netzbetreiber holt nun die nötigen Genehmigungen ein und beginnt mit den Baumaßnahmen. Er öffnet die Straße über der öffentlichen Versorgungsleitung und erstellt einen Graben, der von dieser bis zum Anschlusspunkt am Haus führt. Hier setzen Experten eine Kernbohrung, durch die sie die neue Gasleitung mit einer Dichtung in das Haus verlegen.

Wenn die Voraussetzungen günstig sind und klar ist, wo andere Leitungen im Erdreich liegen, können Netzbetreiber den Gasanschluss auch schießen. Dabei kommt eine sogenannte Erdrakete zum Einsatz. Diese schiebt sich von einer Start- zu einer Zielgrube und schafft so ausreichend Platz, um die Gasleitung auch ohne Graben zu verlegen.

Übrigens: Wer bei einem Gasanschluss die Kosten senken möchte, kann viele Arbeiten in Eigenregie übernehmen. So zum Beispiel die Erdarbeiten auf dem eigenen Grundstück. Wir empfehlen Hausbesitzern, diesen Punkt vor der Auftragsvergabe mit ihrem Netzbetreiber abzustimmen.

Schritt 3: Leitungen im Haus installieren

Netzbetreiber legen die Gasleitung von der Straße bis zur Hauptabsperreinrichtung im Haus. Ist das erledigt, können Heizungsbauer die Leitungen im Haus montieren und die Verbrauchsgeräte anschließen. Neben der Gasheizung können das auch Gasherde oder flexibel nutzbare Gassteckdosen sein.

Schritt 4: Günstigen Gasanbieter auswählen

Sind Gasleitungen und Gaszähler installiert, müssen Hausbesitzer einen Vertrag mit einem Gasanbieter abschließen. Wer hier sparen möchte, sollte mehrere Anbieter vergleichen und sich dann für den günstigsten entscheiden. Mit Vergleichsportalen im Internet ist das heute besonders einfach möglich.

Aber Achtung: Neben den Preisen für das Erdgas sollten Verbraucher auch die übrigen Vertragsbedingungen im Auge behalten. Wichtig sind dabei Informationen über Preisbindung, Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen.

Gasanschluss: Kosten für die Gasversorgung

Wie hoch die Kosten für einen Erdgasanschluss sind, hängt sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Während die Preise von Anbieter zu Anbieter variieren können, spielt dabei auch die Entfernung zwischen Netzanschlusspunkt und Hausanschlussraum eine wichtige Rolle. Überschlägig können Hausbesitzer bei einem Gasanschluss mit Kosten von 1.000 bis 2.500 Euro rechnen. Diese gelten für eine Entfernung von bis zu 30 Metern zwischen Versorgungsleitung und Haus. Bei größeren Abständen können 15 bis 30 Euro pro Meter hinzukommen. Darüber hinaus fallen auch 50 bis 150 für den Einbau des Gaszählers und die Inbetriebnahme der Anlage an.

Auch die Gasleitungen im Haus verursachen Kosten

Neben den reinen Gasanschluss-Kosten ist auch der Anschluss von Verbrauchsgeräten im Haus mit Ausgaben verbunden. Abhängig von der Entfernung zwischen dem Hausanschluss und den gasverbrauchenden Geräten können diese zwischen 500 und 1.500 Euro betragen.

Einsparungen durch Eigenleistung und gute Planung

Wer bei der Verlegung des Erdgasanschlusses sparen möchte, kann Erdarbeiten auf dem Grundstück in Eigenregie durchführen. Außerdem gibt es oft auch Rabatte, wenn Hausbesitzer Strom- und Gasanschluss gemeinsam legen lassen.

Staatliche Fördermittel für den Erdgasanschluss

Wer eine Gas-Hybridheizung oder eine Gaswärmepumpe einbauen lässt, bekommt für Heizung und Gasanschluss Zuschüsse von 20 bis 35 Prozent. Ersetzt die neue Heizung eine alte Ölheizanlage, sind sogar Zuschüsse in Höhe von 40 bis 45 Prozent möglich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über mögliche Fördermittel und Voraussetzungen zur Beantragung.

Förderprogramme, die den Gasanschluss einschließen Konditionen Beantragung
BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“, (inklusive Gasanschluss und Flüssiggastank= 20 Prozent Zuschuss für „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizungen (Gasheizung, die für den Einsatz von erneuerbaren Energien vorbereitet ist, wenn Verbraucher die regenerative Heizanlage mindestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung nachrüsten), 30 Prozent Zuschuss für Gas-Hybridheizungen (Flüssiggasheizung, die die Heizlast im Haus zu 25 Prozent mit erneuerbaren Energien deckt), 35 Prozent Zuschuss für Gas-Wärmepumpen, (Wärmepumpe, die Umweltwärme mithilfe von Gas zum Heizen nutzbar macht. Förderung ist auch im Neubau möglich), 10 Prozent Extra für den Austausch einer Ölheizung (mindestens zwei Jahre alt, nicht von der EnEV-Austauschpflicht betroffen, gilt nicht für „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizungen), Förderbar sind in allen Fällen Demontage und Entsorgung genau wie Anschaffung und Einbau der neuen Heizung. Auch Gastank, Hausanschluss sowie Heizflächen werden bezuschusst vor der Beauftragung eines Fachbetriebes für den Einbau der Technik über die Webseite des BAFA
KfW-Programm 167 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“  zinsgünstiges Darlehen (Zinssatz ab 0,78 %) zum Finanzieren der offenen Kosten, wenn Hausbesitzer einen BAFA-Zuschuss in Anspruch nehmen vor der Beauftragung des Fachhandwerkers über die eigene Hausbank
Steuerbonus für Sanierungsarbeiten 20 Prozent der Sanierungskosten (maximal 40.000 Euro) über drei Jahre von der Steuer absetzbar. Voraussetzung: Einbau einer neuen Hybrid- oder Umweltheizung. nach Abschluss der Sanierung über die Einkommensteuererklärung
Lohnkosten absetzen            Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der anfallenden Lohnkosten für Handwerksarbeiten (max. 1.200 Euro im Jahr) Angabe der Kosten bei der Einkommensteuererklärung an das Finanzamt

 

Wichtig ist, dass es sich bei der neuen Heizung um die Kombination aus Brennwertheizung und erneuerbaren Energien (Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpe) handelt. Letztere müssen dabei mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. Außerdem sind die Fördermittel vor der Beauftragung eines Fachhandwerkers online beim BAFA zu beantragen.

Flüssiggastank: Alternative zum Erdgasanschluss

Ist ein Gasanschluss nicht möglich oder sind die Kosten für den Erdgasanschluss zu hoch? Dann ist der Flüssiggastank eine echte Alternative. Er bevorratet ein Gemisch aus Butan- und Propangas, das sich in flüssiger Form nahezu überall liefern und lagern lässt. Der Vorteil: Flüssiggas ist in jeder konventionellen Gasheizung einsetzbar. Es versorgt Gaswärmepumpen, Brennwertgeräte oder Blockheizkraftwerke genauso wie Gasherd, Gasbackofen und Co. Der Gastank lässt sich dabei oberirdisch, halb-unterirdisch oder unterirdisch im Garten aufstellen. Ein unterirdischer Flüssiggastank ist dabei sehr dezent im Garten versteckt und deswegen auch ein absoluter Bestseller. Wer regenerativ und besonders sauber heizen möchte, kann auch Bio Flüssiggas bestellen. Dieses besteht aus industriellen Abfallstoffen sowie pflanzlichen Ölen und reduziert die Umweltbelastung auf ein Minimum.

Flüssiggastank auch ohne hohe Anschaffungskosten

Während ein Gasanschluss im Einfamilienhaus je nach Region 1.000 bis 2.500 Euro kostet, gibt es Flüssiggastanks zum Mieten. Verbraucher zahlen dabei 10 bis 15 Euro im Monat wie bei einem Erdgasanschluss auch und kommen um die hohen Ausgaben der Anschaffung herum. Das Besondere: In den Mietkosten der Flüssiggasanlage sind auch Ausgaben für Wartung und Inspektionen der Tankanlage inbegriffen. Auf Wunsch kann man sich auch einen Gaszähler verbauen lassen und Abschläge zahlen wie beim klassischen Gasanschluss. Möchten Hausbesitzer den Gastank lieber selbst kaufen, zahlen sie je nach Größe zwischen 1.900 und 3.500 Euro. Anders als bei einem Miettank sind sie dafür frei in der Wahl der Flüssiggasanbieter.

Flüssiggastank statt Gasanschluss: Vorteile im Überblick

Ein Flüssiggastank ist unabhängig vom Netz der Energieversorger nahezu überall möglich. Er lässt sich von Anbietern automatisch mit Flüssiggas befüllen und verbraucht nur wenig Platz auf dem eigenen Grundstück. Darüber hinaus ist Flüssiggas als nachhaltige Bio-Variante erhältlich. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Flüssiggastank nahezu überall möglich (auch ohne Erdgasnetz oder in Wasserschutzgebieten)
  • flexible Möglichkeiten zur Aufstellung (oberirdische, halb-unterirdisch, komplett unterirdisch)
  • Gastanks zum Mieten verursachen keine hohen Anschaffungskosten
  • Butan- und Propangas verbrennen sauber und effizient in konventionellen Gasheizungen
  • Gastanks lassen sich auf Wunsch besonders komfortabel automatisch befüllen
  • Flüssiggas (Bio LPG) ist als nachhaltiger und regenerativer Brennstoff erhältlich

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