Alternativen zur Gasheizung: Mit diesen Tipps Gas sparen

Heizung Thermostat eingestellt auf Energiesparmodus

Während die Preise für Gas und Öl förmliche explodieren, wächst bei vielen die Angst vor einem Versorgungsstopp. Immobilienbesitzer und -mieter suchen nach Möglichkeiten zum Gas sparen oder gleich nach zukunftsfähigen Alternativen zur Gasheizung. Doch was ist besser? Welche Tipps bringen die höchsten Einsparungen und durch was für eine Technik lässt sich die Gasheizung ersetzen? Flüssiggas1.de gibt Antworten und zeigt auf, welche Wege Besitzer einer Heizungsanlage für Erdgas vor der nächsten Heizperiode noch gehen können.

Die Themen im Überblick

Wege aus der Krise: Diese Möglichkeiten gibt es jetzt

Höher und höher: Das scheint die einzige Richtung zu sein, die der Gaspreis heute noch kennt. Während Verbraucher den Brennstoff im Herbst 2021 für 6,49 Cent pro Kilowattstunde bekamen, kostet er heute, nur ein Jahr später, rund 21,75 Cent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt damit rund 3.000 Euro mehr im Jahr. Umgerechnet auf einen Monat ergibt das Mehrkosten von 250 Euro – monatliche Abschläge von über 350 Euro sind bei Gasneuverträgen dabei keine Seltenheit mehr. Hinzu kommt die große Unsicherheit, ob die deutschen Gasvorräte überhaupt ausreichen, um alle Anschlussnehmer dauerhaft zuverlässig versorgen zu können. [Quelle: Verivox am 26.09.2022]

Auch wenn die Preise in Zukunft wieder fallen dürften und Alternativen wie LNG die Versorgung absichern: Es bleibt die Gewissheit, dass Erdgas ein knapper Rohstoff ist, der uns nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Langfristig lohnt es sich daher, auf Alternativen zur Gasheizung zu setzen.

Übrigens: Mit dem Ziel, fossile Energieträger zu schonen und CO2 einzusparen, fordert auch die Regierung den Einbau von Alternativen zur Gasheizung. Während Förderprogramme dahingehend angepasst wurden, sind gesetzliche Vorgaben in der kommenden Novelle zum Gebäudeenergiegesetz zu erwarten.

Drei Lösungen: Gasheizung ersetzen, umrüsten oder optimieren

Wer Gas sparen und die eigene Energieversorgung absichern will, hat grundsätzlich drei Wege. So können Verbraucher:

  • die bestehende Gasheizung ersetzen oder erweitern und eine neue Heizung einbauen. Durch den Fachkräftemangel und die Nachwirkungen der Corona-Krise ist das allerdings nicht überall einfach möglich. Denn Handwerker sind ausgebucht und Heizungen sowie andere Bauteile haben inzwischen lange Lieferzeiten.
  • die eigene Gasheizung umrüsten und Flüssiggas verwenden. Das ist eine vergleichsweise günstige und schnell umsetzbare Möglichkeit. Flüssiggas ist derzeit einer der günstigsten Energieträger und inzwischen sogar regenerativ herstellbar.
  • die Gasheizung richtig einstellen und den Gasverbrauch senken. Das ist oft ohne hohe Ausgaben möglich und sofort umsetzbar. Die Abhängigkeit vom Energieträger Erdgas bleibt damit jedoch weitestgehend bestehen.

In den folgenden Abschnitten informieren wir über die drei möglichen Wege aus der Gaskrise. Wir zeigen, welche Alternativen zur Gasheizung es gibt und wie Verbraucher beim Umrüsten Geld sparen. Außerdem geben wir Tipps, mit denen Immobilienbesitzer und -mieter ihren Gasverbrauch senken.

Alternativen zur Gasheizung: Ersetzen oder erweitern

Galten Erdgas-Brennwertheizung viele Jahre lang als effizient, günstig und zukunftsfähig, suchen viele Hausbesitzer aktuell nach Alternativen zur Gasheizung. Sie wollen sich von den steigenden Preisen unabhängig machen und ohne Frieren durch den Winter kommen. Während die einen ihre Gasheizung ersetzen, bauen andere diese zur Hybridheizung um.

Übrigens: Eine Hybridheizung setzt auf mehrere Wärmeerzeuger, die meist über einen großen Pufferspeicher miteinander verbunden sind. Die Lösung lohnt sich vor allem bei relativ neuen Gasheizanlagen. Aber auch dann, wenn Gebäude für Alternativen zur Gasheizung nicht optimal geeignet sind, kommt die Lösung infrage. Oft setzt sie allerdings ausreichend Platz im Heizungskeller voraus.

Diese fünf Alternativen zur Gasheizung kommen heute infrage

Wer nach einer Alternative zur Gasheizung sucht, hat heute eine große Auswahl. So gibt es neben den einfach zu installierenden Wärmepumpen auch Scheitholz- oder Pelletkessel. Verbraucher können auf Öl setzen oder zukünftig mit Strom heizen. Die folgende Tabelle zeigt, wie die Lösungen funktionieren. Sie erklärt außerdem, worauf Immobilienbesitzer achten sollten, wenn sie ihre Gasheizung ersetzen wollen.

Alternative zur Gasheizung Funktion Voraussetzungen Kosten beim Gasheizung ersetzen
Ölheizung Kessel oder Thermen verbrennen Heizöl aus großen Tanks. Mit Brennwerttechnik und niedrigen Heizwassertemperaturen funktioniert das nahezu verlustfrei. Die Alternative zur Gasheizung setzt ausreichend Platz voraus. Sie ist nicht in allen Gebieten erlaubt (Gewässerschutz) und darf in Zukunft nicht ohne Weiteres eingebaut werden. 10.000 bis 15.000 Euro
Wärmepumpe Wärmeerzeuger machen thermische Energie aus der Erde, dem Grundwasser oder der Luft zum Heizen nutzbar. Bei günstigen Bedingungen benötigen sie dabei 1 kWh Strom, um 3 bis 4 kWh Wärme bereitzustellen. Für effiziente Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen sind häufig Genehmigungen nötig. Sind die Bedingungen im Haus ungünstig (hohe Vorlauftemperaturen in Altbauten ohne Flächenheizung) oder der Strom sehr teuer, entstehen hohe Heizkosten. 12.000 bis 30.000 Euro
Scheitholzheizung Scheite verbrennen in einem zweigeteilten Kessel. Während das Holz in einer Kammer ausgast, brennen die Gase in einer zweiten sauber und effizient ab. Wer die Gasheizung ersetzen und eine Holzheizung einbauen möchte, benötigt viel Platz. Umweltverbände kritisieren zudem die Emissionen. 12.000 bis 20.000 Euro
Pelletheizung Gepresste Holzstäbchen (Pellets) verbrennen vollautomatisch in einem Kessel. Möglich ist das durch ein Brennstofflager und ein Fördersystem. Diese Alternative zur Gasheizung setzt sehr viel Platz voraus. Umweltverbände kritisieren auch hier die Emissionen. 20.000 bis 30.000 Euro
Elektroheizung Elektrische Heizleiter erwärmen sich und geben thermische Energie an die Luft (Konvektion) oder eine Heizplatte (Strahlung) ab. Die Heizflächen arbeiten als dezentrale Wärmeerzeuger, einen zentralen Kessel gibt es nicht. Wollen Verbraucher ihre Gasheizung austauschen und auf die Elektroheizung setzen, sollte das Haus sehr gut gedämmt sein. Andernfalls fallen hohe Heizkosten an. 6.000 bis 12.000 Euro

Hinweis zur Tabelle: Die angegebenen Kosten verstehen sich als Richtwerte inkl. MwSt. für ein typisches Einfamilienhaus. Durch den Fachkräftemangel, ausgebuchte Handwerker und Preissteigerungen in der Produktion können diese regional stark abweichen. Sicherheit verspricht daher nur ein individuelles Angebot von einem Fachbetrieb aus der Nähe.

Wichtig zu wissen: Durch die aktuell sehr hohe Nachfrage und die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben neue Heizungen teilweise sehr hohe Lieferzeiten. Dadurch und durch vollgefüllte Auftragsbücher vieler Handwerksbetriebe ist es nicht immer möglich, rasch die Gasheizung ersetzen zu lassen.

Mit diesen drei Lösungen lässt sich die Gasheizung erweitern

Wer die Technik erst vor einigen Jahren eingebaut hat, muss nicht unbedingt die Gasheizung ersetzen, um den Gasverbrauch zu senken. Möglich ist in diesem Fall auch die Erweiterung zur Hybridheizung. Während sich diese grundsätzlich mit allen oben genannten Heizsystemen realisieren lässt, kommen in der Praxis vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen, Solaranlagen und wasserführende Kamine zum Einsatz. Die folgende Tabelle informiert über Eigenschaften, Voraussetzungen und Kosten:

Erweiterung der Gasheizung Funktion Voraussetzungen Kosten der Technik
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Split-Wärmepumpe) Inverter-Wärmepumpen passen ihre Leistung flexibel an den Wärmebedarf an. Sie erweitern die Gasheizung ohne Pufferspeicher und sind daher sehr platzsparend. Für eine hohe Wirtschaftlichkeit ist es wichtig, die Wärmepumpe lange Zeit im Jahr effizient laufen zu lassen. Das setzt niedrige Vorlauftemperaturen voraus, die sich zum Beispiel mit einer Flächenheizung erreichen lassen. 6.500 bis 10.000 Euro
Solarthermie Kollektoren auf dem Dach wandeln solare Strahlung in thermische Energie um. Diese lässt sich nutzen, um das Trink- und/oder der Heizungswasser im Haus aufzuheizen. Das Dach sollte nach Süden (Osten oder Westen mit Einbußen möglich) ausgerichtet, frei und nicht verschattet sein. Außerdem ist ausreichend Platz für Wärmespeicher im Haus erforderlich. 4.000 bis 12.000 Euro
Wasserführender Kaminofen Scheitholz- oder Pelletkaminöfen sind mit einem Wärmeübertrager ausgestattet. Dieser nutzt einen Teil der Verbrennungsenergie zum Aufheizen des Heizungswassers. Ein anderer geht wie gewohnt an den Aufstellraum über. Die zeitweise nutzbare Alternative zur Gasheizung setzt ausreichend Platz für Kamin und Wärmespeicher voraus. Außerdem ist ein Schornstein erforderlich. Umweltverbände kritisieren die Emissionen der Heizung. 8.000 bis 12.000 Euro

Hinweis zur Tabelle: Die angegebenen Kosten verstehen sich als Richtwerte inkl. MwSt. für ein typisches Einfamilienhaus. Durch den Fachkräftemangel, ausgebuchte Handwerker und Preissteigerungen in der Produktion können diese regional stark abweichen. Sicherheit verspricht daher nur ein individuelles Angebot von einem Fachbetrieb aus der Nähe.

Wichtig zu wissen: Wärmepumpe, Solaranlage und Kaminofen mit Wassertasche sind Alternativen zur Gasheizung, die den Gasverbrauch senken. Eine Gasheizung ersetzen können sie aber nicht. Je nach Auslegung deckt diese nach wie vor etwa 30 bis 80 Prozent des Heizwärmebedarfs.

Strom, Holz oder Gas: Preisvergleich hilft bei der Entscheidung

Welche Technik als Alternative zur Gasheizung infrage kommt, hängt neben den Anschaffungskosten auch von den Ausgaben im Betrieb ab. Diese fallen für Wartung, Schornsteinfeger, Zähler sowie Brennstoff an, wobei der letzte Punkt den größten Anteil ausmacht. Wie hoch die Verbrauchskosten für Strom, Holz, Gas und Solar sind, zeigt die folgende Tabelle im Vergleich:

Durchschnittliche Brennstoffpreise in Deutschland (Stand 11/2022)

Alternative zur Gasheizung Brennstoffpreise Verbrauchskosten bei 20.000 kWh pro Jahr
Heizöl 13,43 Ct/kWh 2.685 Euro/Jahr
Erdgas 17,79 Ct/kWh 3.558 Euro/Jahr
Flüssiggas 10,69 Ct/kWh 2.138 Euro/Jahr
Scheitholz 4,70 bis 22,30 Ct/kWh 940 bis 4.460 Euro/Jahr
Pellets 15,22 Ct/kWh 3.045 Euro/Jahr
Heizstrom 48,16 Ct/kWh 3.210 für Wärmepumpen (JAZ 3) und 8.668 Euro für Elektroheizung (10% Speicher- und Kesselverluste abgezogen)
Solarenergie — (Es fallen geringe Pumpen-Stromkosten sowie Ausgaben für Gas an. Der Gasverbrauch sinkt um 5 bis 20 Prozent.)

Hinweis zur Tabelle: Die Preisangaben sind Momentaufnahmen. Sie spiegeln den deutschlandweiten Durchschnitt wider und können im Einzelfall stark abweichen. Preisstand ist der 11.11.2022. Unsere Quellen sind Fastenergy, Verivox, Bund der Energieverbraucher, TFZ Bayern und depi. Für eine verlässliche Auskunft empfehlen wir, individuelle Angebote einzuholen.

Corona, Klimawandel und Gaskrise haben das Preisgefüge in Deutschland stark durcheinandergebracht. Auffällig ist dabei vor allem, dass auch Holz und Pellets (sonst mit die günstigsten Energieträger) durch die hohe Nachfrage deutlich teurer geworden sind. Hohe Preissteigerungen erfuhren auch Strom, Gas und Heizöl. Flüssiggas ist damit heute einer der günstigsten Energieträger.

Fördermittel für die neue Heizung senken Anschaffungskosten

Anschaffungs- und Verbrauchskosten ermöglichen bereits einen umfassenden Vergleich der Alternativen zur Gasheizung. Wichtig zu beachten ist dabei allerdings auch die staatliche Heizungsförderung. Diese gibt es in Form von Zuschüssen für viele Umweltheizungen. Sie reduziert die Anschaffungskosten und trägt damit zu einer besseren Wirtschaftlichkeit bei. Wie hoch die Zuschüsse für Alternativen zur Gasheizung ausfallen, zeigt die folgende Tabelle (Stand 11/2022).

Erweiterung/ Alternative zur Gasheizung Basis-Zuschuss Bonus: 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen Förderung gesamt
Luft-Wasser-Wärmepumpe 25 % 10 % 35 %
Sole-/Wasser-Wärmepumpe 30 % 10 % 40 %
Scheitholz-, Pelletkessel und wasserführende Pelletöfen 10 % 10 % 20 %
Solarthermie 25 % 25 %

Wer eine mindestens 20 Jahre alte, funktionstüchtige Gasheizung ersetzen lässt, bekommt einen Bonus in Höhe von 10 Prozent. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Verbraucher bei der Beheizung ihres Gebäudes komplett auf fossile Energieträger verzichten. Wer eine Gasheizung erweitern möchte, kann den Basis-Zuschuss beantragen. Möglich ist das vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über die Webseite des BAFA.

Alternativen zur Zuschussförderung gibt es mit dem Steuerbonus für die Sanierung (20 Prozent der Sanierungskosten) sowie dem Steuerbonus für Handwerkerlohnkosten (20 Prozent der Lohnkosten). Während Verbraucher den Sanierungsbonus nur für die oben genannten Anlagen bekommen, erhalten sie den Handwerkerbonus für jede Maßnahme in einer selbst genutzten Immobilie. Diesen können sie also auch dann beantragen, wenn sie die Gasheizung umrüsten und zukünftig mit Flüssiggas heizen. Möglich ist das nachträglich über die Einkommensteuererklärung.

Flüssiggas als Alternative zur Gasheizung mit Erdgas nutzen

Wer die Gasheizung ersetzen möchte, muss erst einmal mit hohen Kosten rechnen. Denn je nach Art der neuen Anlage fallen Ausgaben von 10.000 bis 30.000 Euro an. Hinzu kommen hohe Verbrauchskosten für Erdgas, Heizöl, Heizstrom und sogar Holz. Eine interessante Alternative, mit der Verbraucher ihren Erd-Gasverbrauch senken, bietet Flüssiggas. Der Energieträger lässt sich bei der Förderung von Erdöl und Erdgas gewinnen und bei geringen Druckwerten in flüssiger Form transportieren sowie lagern. Er stammt neben Russland vor allem aus den USA. Weitere Lieferanten sind Belgien, Niederlande, Norwegen, Katar sowie einigen südamerikanischen und afrikanischen Staaten.

Gasheizung umrüsten auf Flüssiggas: Schnell und kostengünstig möglich

Ein großer Vorteil beim Umrüsten der Gasheizung auf Flüssiggas ist der Kosten-Faktor. Da sich bestehende Kessel und Thermen in aller Regel weiter nutzen lassen, ist der Preis vergleichsweise niedrig. Nötig ist lediglich ein Flüssiggastank, den Anbieter oder Heizungsbauer ober-/unterirdische im heimischen Garten aufstellen. Die Verbindung zur Heizung ist in Kürze verlegt, sodass sich der Erdgasanschluss rasch stilllegen und kündigen lässt.

Übrigens: Wer Gas im Haus auch zum Kochen oder über eine Gassteckdose zum Grillen verwendet, kann das nach wie vor so handhaben. Die meisten Geräte funktionieren mit Flüssiggas genauso gut. Eventuell sind geringe Anpassungen nötig. Ein Heizungsbauer weiß, ob das der Fall ist.

Flüssiggastank mieten und Anschaffungskosten der Technik stark senken

Besonders günstig ist es, wenn Hausbesitzer Erdgas für die Gasheizung ersetzen und einen Flüssiggastank mieten. Denn dann kümmern sich Anbieter um den fachgerechten Einbau. Sie organisieren die Wartung, führen alle Prüfaufgaben durch und verlangen dafür nicht mehr als 10 bis 15 Euro im Monat. Anschaffungskosten für den Flüssiggastank fallen keine an. Der einzige Nachteil: Kunden sind in der Regel von einem Lieferanten und dessen Preisen abhängig. Dieser liefert Flüssiggas dafür bei Bedarf automatisch, sodass Verbraucher genauso komfortabel heizen wie zuvor.

Übrigens: Wer einen Flüssiggastank kaufen möchte, bekommt diesen ab 2.500 Euro in der für Einfamilienhäuser typischen Größe. Hinzu kommen Ausgaben für Montage, Wartung und die gesetzlich vorgeschriebenen Flüssiggastank-Prüfungen. Vorteil: Verbraucher können bei jedem Tankvorgang den günstigsten Anbieter wählen. Den Füllstand müssen sie dabei allerdings meist selbst im Auge behalten.

Die wichtigsten Voraussetzungen zum Umrüsten auf die Flüssiggasheizung

Flüssiggas ist nicht gewässerschädigend und daher grundsätzlich in jeder Region einsetzbar. Wichtig ist nur Platz im Garten. Dieser muss ausreichen, um einen 2,5 oder 4,3 Meter langen und 1,25 Meter breiten Tank aufzustellen. Hinzu kommt ein umlaufender Freiraum für Wartungs- und Montagearbeiten von 0,5 bis 1,0 Meter. Zudem ist Folgendes zu beachten:

  • ein Abstand von etwa einem Meter zum Haus oder Bau einer Schutzwand (Mindestens aber Dachüberstand entfernt, wenn dieser mehr als 0,5 Meter beträgt; Ausnahme: Dachüberstände drei Meter höher und aus nicht brennbaren Materialien)
  • ein Abstand von etwa zwei Metern zur Grundstücksgrenze (Empfehlung zum Einhalten der Schutzzonen beim Befüllen; sonst mindestens 0,5 Meter)
  • ein Abstand von fünf Metern zu Brandlasten oder Bau einer Schutzwand
  • Einhaltung der Schutzzonen um den Domdeckel des Tanks (keine Zündquellen im Umkreis von einem Meter; beim Befüllen keine Zündquellen im Umkreis von drei Metern)
  • keine Fenster oder Türen im Bereich der Projektionsfläche des Tanks am Haus (3 Meter über sowie 1 Meter links und rechts vom Tank bei bis zu 3 Meter Entfernung zum Haus); Ausnahmen: Fenster kleiner 0,4 Meter Breite, selbstschließende sowie feuerhemmende Türen oder Bau einer Schutzwand

Wichtig ist darüber hinaus eine ausreichende Belüftung. Hausbesitzer können den Gastank verstecken, etwa hinter Büschen oder Pflanzen, müssen aber ausreichend Platz lassen. Genehmigungen sind nicht nötig, dafür ist die Aufstellung in Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten anzeigepflichtig. In Letzteren benötigen Interessenten zudem eine Bodenplatte oder eine sichere Verankerung, die vor dem Aufschwimmen bei einem Hochwasser schützt. Weitere Informationen zum Thema geben wir im Beitrag Flüssiggastank: Vorschriften, Aufstellung, Abstände

Übrigens: Wer seine Gasheizung umrüsten und einen Flüssiggastank aufstellen möchte, kann diesen ober- oder unterirdisch aufstellen. Ist der Platz im eigenen Garten knapp, bietet sich die Aufstellung unterirdisch überfahrbar an – dann ist vom Tank kaum etwas zu sehen.

fluessiggastank_oberirdisch_2_1_tonnen_4850_liter
Flüssiggastank oberirdisch
2700 - 6400 Liter Flüssiggas
Kauf ab 2.499 Euro
Miete ab 6 Euro
fluessiggastank_unterirdisch_2_1_tonnen_4850_liter
Flüssiggastank unterirdisch
2700 - 6400 Liter Flüssiggas
Kauf ab 2.990 Euro
Miete ab 8 Euro
Fluessiggas1 oberirdischer oder unterirdischer Flüssiggastank Beratung
Flüssiggastank Beratung
Besser ober- oder unterirdisch?
Besser kaufen oder mieten?
Tanktausch?

Heizung optimieren und Gasverbrauch senken: Fünf Tipps

Wer mit kleinem Budget seinen Gasverbrauch senken möchte, muss keine Alternative zur Gasheizung suchen. In diesem Fall helfen auch einfache Tipps, die oft keine zusätzlichen Ausgaben verursachen. Hohe Einsparungen versprechen dabei Verhaltensänderungen sowie Maßnahmen zur Optimierung der Heizung. Wie das im Detail funktioniert, zeigt die folgende Übersicht.

Tipp 1: Warmwasser sparen und Gasverbrauch senken

Die Warmwasserbereitung verursacht im Bestand etwa 12 bis 15 Prozent der Heizkosten (in Neubauten ist der Anteil höher). Wer die Temperatur an der Therme oder im Speicher etwas reduziert und kürzer duscht, kann seinen Gasverbrauch dabei spürbar senken.

Duschen alle Personen eines 3-Personen-Haushalts täglich nur noch 3 statt 5 Minuten, spart das bereits 1.000 kWh ein. Duschen alle 5 Minuten mit speziellen Wassersparbrausen sind sogar Einsparungen von 1.500 kWh drin – mit einer Kombination beider Maßnahmen können Verbraucher noch weiter ihren Gasverbrauch senken. Bei einem Gaspreis von 21,75 Ct/kWh spart ein 3-Personen-Haushalt damit rund 215 bzw. 325 Euro im Jahr ein.

Wichtig zu wissen: Hygiene geht vor Einsparungen. Wer einen großen Speicher für Trinkwasser nutzt, sollte dessen Temperatur nicht zu weit absenken! Andernfalls könnten sich Legionellen und andere Keime vermehren, die der Gesundheit schaden. Ratsam sind 55 bis 60 Grad Celsius. An Thermen mit Durchlauferhitzer lassen sich die Warmwassertemperaturen hingegen beliebig weit nach unten drehen.

Tipp 2: Außenjalousien in kalten Nächten herunterlassen

Ein einfacher, aber sehr wirksamer Tipp zum Gas sparen ist das Herunterlassen der Außenjalousien. Denn diese schützen nicht nur vor unliebsamen Blicken. Sie reduzieren auch den Wärmeverlust über die Fenster, sodass Verbraucher ihren Gasverbrauch senken. Möglich ist das, da sich zwischen Scheibe und Rollladen ein Luftpolster mit milderen Temperaturen bildet. Dieses sorgt für eine geringere Temperaturdifferenz am Fenster und dazu, dass weniger Wärme nach außen strömt. Wirksam ist die Maßnahme vor allem bei alten und unsanierten Fenstern.

Tipp 3: Mit den optimalen Raumtemperaturen Gas sparen

Indem Verbraucher die durchschnittliche Raumtemperatur ein Grad reduzieren, können sie ihren Gasverbrauch im Bestand um etwa 5 Prozent senken. Frieren ist dazu allerdings nicht nötig – oft reicht es aus, die optimalen Raumtemperaturen an der Heizung einzustellen. Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch diese sind.

Raum Optimale Raumtemperatur Ziffer am Thermostat
Bad und Kinderzimmer 22 bis 24 Grad Celsius 3,5 bis 4
Wohnzimmer und Büro 20 Grad Celsius 3
Küche und Schlafzimmer 18 Grad Celsius 2,5
Flure und Abstellräume 16 Grad Celsius 2

Um das Einsparpotenzial voll auszuschöpfen, sollten die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen bleiben. Außerdem ist es günstig, Temperaturen bedarfsgerecht einzustellen. Ganz einfach funktioniert das mit intelligenten oder zumindest programmierbaren Thermostaten. Diese wählen die optimale Einstellung von allein und sorgen automatisch für wohlige Temperaturen, wenn Verbraucher einen Raum oder Bereich im Haus nutzen.

Wichtig zu wissen: Auch hier gilt Hygiene vor Einsparung. Kühlen die Wohnräume weiter ab, kann Feuchtigkeit aus der Luft an den Wänden kondensieren, was zur Entstehung von Schimmel führt. Um das zu vermeiden, kommt es neben dem richtigen Heizen auch auf das richtige Lüften an. 3 bis 4 Mal täglich für 5 Minuten alle Fenster öffnen, reicht in der Heizperiode in der Regel aus.

Tipp 4: Gasheizung einstellen und Gasverbrauch senken

Wer seinen Gasverbrauch senken, aber keine Alternative zur Gasheizung einbauen möchte, sollte auch die Einstellung überprüfen. Entscheidend ist dabei vor allem die Heizkurve, die häufig auf dem Auslieferungszustand steht. Sie ist Bestandteil einer außentemperaturgeführten Regelung und wichtig, um jeder Außen- eine Vorlauftemperatur zuzuweisen.

Dabei gilt: Je kälter es draußen ist, umso wärmer muss das Heizungswasser sein, um die zunehmenden Wärmeverluste ausgleichen und alle Räume optimal beheizen zu können. Ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt, verbraucht die Heizung zu viel und die Verbraucher zahlen überhöhte Heizkosten.
Um die Heizkurve einstellen zu können, gibt es zwei Stellschrauben:

  • Die Höhe der Heizkurve verändert die Vorlauftemperatur bei allen Außentemperaturen. Hat die Heizung in der Übergangszeit wie auch im Winter große Reserven, korrigieren Verbraucher die Kurve nach unten, um ihren Gasverbrauch zu senken.
  • Die Neigung der Heizkurve verrät der Heizung, wie schnell die Vorlauftemperatur bei sich ändernden Außentemperaturen steigen soll. Da ein gedämmtes Haus im Winter weniger Wärme verliert als ein unsaniertes, können Verbraucher die Neigung reduzieren. Die Vorlauftemperatur steigt dadurch langsamer an und der Gasverbrauch sinkt.

Ziel ist es also, die Heizkurve möglichst niedrig und flach einzustellen. Um das zu erreichen, korrigieren Verbraucher die Werte schrittweise so weit nach unten, wie die Anlage das Haus gerade noch auf wohlige Temperaturen bringt.

Wichtig zu wissen: Nach einer energetischen Sanierung am Haus ändern sich die örtlichen Gegebenheiten. Um diesen gerecht zu werden und den Gasverbrauch senken zu können, sollten Hausbesitzer und Mieter die Gasheizung nach jeder Sanierungsmaßnahme (Dämmung, Fenster- oder Türentausch) erneut die Einstellung anpassen.

Tipp 5: Hydraulischer Abgleich und Förderung beantragen

Günstig ist außerdem ein hydraulischer Abgleich. Dabei stellen Experten die Anlage so ein, dass alle Heizflächen mit der benötigten Wärmemenge versorgt werden. Das erlaubt es, die Vorlauftemperatur etwas abzusenken und so die Effizienz der Heizung zu steigern. Wer auf diese Weise seinen Gasverbrauch senken möchte, muss im Einfamilienhaus etwa 650 bis 1.250 Euro ausgeben.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass der Staat 15 bis 20 Prozent zurückzahlt. Denn dieser vergibt eine Förderung für die Heizungsoptimierung, die Sanierer auch für viele Umfeldmaßnahmen nutzen können. Zu nennen ist dabei unter anderem der Einbau neuer Heizkörperthermostate, das sehr wirksame Dämmen der Rohrleitungen oder der Austausch alter Heizflächen. Sogar für die Montage einer Flächenheizung erhalten Sanierer die attraktiven Zuschüsse. Da diese im Vergleich zu Heizkörpern mit geringeren Vorlauftemperaturen auskommt, steigt die Effizienz der Heizung und Verbraucher können ihren Gasverbrauch senken.

Wichtig zu wissen: Wer eine Förderung für die Heizungsoptimierung bekommen möchte, muss diese vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen beantragen. Möglich ist das einfach online über die Webseite des BAFA.

FAQ: Häufige Fragen zu den Alternativen zur Gasheizung

Lohnt es sich, die Gasheizung ersetzen zu lassen?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Denn diese hängt immer von den individuellen Gegebenheiten ab. Grundsätzlich handelt es sich bei Gas um einen fossilen und begrenzten Rohstoff, der nicht im eigenen Land verfügbar ist. Er bringt Deutschland aktuell politisch in eine schwierige Lage und ist zudem mit CO2-Emissionen verbunden. Beides sind Gründe, aus denen die Regierung den Einbau von Alternativen zur Gasheizung anstrebt. Ob sich das im Einzelfall lohnt, zeigt ein Vergleich von Kosten und Einsparungen.

Welche Alternativen zur Gasheizung gibt es heute?

Zum einen können Verbraucher ihre Gasheizung ersetzen und eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung einbauen. Möglich ist es aber auch, die bestehende Anlage zu erweitern, etwa durch eine Stromheizung, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, einen wasserführenden Kamin oder eine Solarthermieanlage.

Kann ich ohne viel Aufwand die Gasheizung umrüsten?

Kostengünstiger als ein Austausch der Gasheizung ist es, diese auf Flüssiggas umzurüsten. Fachhandwerker stellen dazu einen Flüssiggastank im Garten auf, an den sie die Gasheizung anschließen. Während sich letztere weiter nutzen lässt, kann der Gasanschluss stillgelegt werden.

Ist Flüssiggas nicht viel teurer als andere Energieträger?

Genau wie Gas, Heizöl und Co. unterliegt auch Flüssiggas Preisschwankungen, die von saisonalen, geopolitischen und klimatischen Faktoren abhängen. Bezogen auf den Preis pro Kilowattstunde ist es aktuell einer der günstigsten Energieträger. (Stand 09/2022)

Wo kann ich einen Flüssiggastank zu Hause aufstellen?

Wer seine Gasheizung umrüsten und einen Flüssiggastank aufstellen möchte, kann diesen ober- oder unterirdisch im Garten platzieren. Unter bestimmten Umständen ist auch die Aufstellung im Haus erlaubt – in der Praxis kommt diese jedoch selten zum Tragen. Bei knappen Platzverhältnissen lohnt es sich eher, den Flüssiggastank unterirdisch überfahrbar zu installieren. Auf diese Weise ist bis auf den Domdeckel nichts davon zu sehen.

Wie kann ich ohne Kosten den Gasverbrauch senken?

Ohne auf eine Alternative zur Gasheizung zu setzen, können Verbraucher mit einfachen Spartipps ihren Gasverbrauch senken. Sinnvoll ist es dabei, Warmwasser zu sparen und überall die optimalen Raumtemperaturen einzustellen. Darüber hinaus hilft es beim Gas sparen, wenn Verbraucher Außenjalousien nachts herunterlassen, die Regelung der Gasheizung einstellen, Heizungsrohre im Keller dämmen oder einen hydraulischen Abgleich durchführen.

top