Flüssiggas in der Landwirtschaft: Einsatz und Vorteile

Flüssiggas versorgt die Landwirtschaft auch dann mit Energie, wenn Erdgas oder Heizöl nicht infrage kommen

Landwirtschaftliche Betriebe liegen meist fern ab von der öffentlichen Erdgasversorgung. Dennoch benötigen sie mehr Energie als konventionelle Wohnhäuser. Sei es zur Beheizung von Ställen, zur Trocknung von Getreide oder zur Erzeugung von eigenem Strom. Der Energieträger Flüssiggas ist in der Landwirtschaft vielseitig einsetzbar. Wir informieren über die verschiedenen Möglichkeiten und zeigen, welche Vorteile Flüssiggas in der Landwirtschaft hat.

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Die Themen im Überblick

Gründe für Flüssiggas in der Landwirtschaft

Höfe zur Viehzucht und landwirtschaftliche Betriebe liegen meist in kleinen Dörfern und ländlichen Regionen. Sie benötigen viel Energie für Heizung und technische Prozesse, können auf die öffentliche Erdgasversorgung aber oft nicht zugreifen. Ist das der Fall, bietet Flüssiggas in der Landwirtschaft eine wirtschaftliche Möglichkeit zur Energieversorgung. Denn das Gas, das unter anderem als Nebenprodukt der Erdöl- und Erdgasförderung entsteht, lässt sich bereits unter geringem Druck in flüssiger Form lagern. Der Energieträger ist nicht gewässerschädigend und daher nahezu überall einsetzbar. Die Versorgung übernehmen dabei LKWs, die Flüssiggas (auch Autogas oder LPG) zu jeder Verbrauchsstelle bringen. Ganz gleich, ob es sich dabei um Tankgas oder Gasflaschen handelt.

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Gründe für Flüssiggas in der Landwirtschaft:

  • Energieträger lässt sich in Gastanks oder Flaschen lagern
  • Versorgung mit LKWs oder Tankwagen ist nahezu überall gewährleistet
  • Flüssiggas ist nicht gewässerschädigend (Einsatz in Wasserschutzgebieten möglich)
  • vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Flüssiggas in der Landwirtschaft
  • geeignet für mobile Anwendungen wie das Brennen von Kartoffelkraut
  • emissionsarme und klimaschonende Verbrennung (im Vergleich zu Heizöl)
  • vergleichsweise geringe Anschaffungskosten der Flüssiggasanlagen
  • kaum Wartungsaufwand und hoher Komfort durch Fernüberwachung

Einsatzbereiche des flexiblen Energieträgers Flüssiggas

Geht es um die Energieversorgung von Wohnhäusern, Höfen und Betrieben im ländlichen Raum, bietet Flüssiggas zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Denn der Rohstoff ist flexibel nutzbar. Und das in stationären sowie mobilen Anwendungen. Neben der Beheizung von Wohnhäusern eignet sich Flüssiggas in der Landwirtschaft unter anderem auch zur:

  • Hallenheizung in Werkstätten oder Ställen
  • punktgenauen Beheizung einzelner Bereiche
  • Beheizung von Gewächshäusern
  • Trocknung von Getreide
  • thermischen Unkrautvernichtung
  • Erzeugung von Strom mit einem BHKW

Heizung und Warmwasserbereitung im Wohnhaus

Eine typische Anwendung von Flüssiggas ist auch in der Landwirtschaft die Beheizung von Wohnhäusern. Der Rohstoff, der sich in bedarfsgerecht dimensionierten Gastanks auf dem eigenen Land bevorraten lässt, versorgt dabei Erdgas- und Flüssiggasheizungen mit Energie. Moderne Gasbrennwertheizungen wandeln diese sogar nahezu verlustfrei in Wärme um. Möglich ist das, indem sie die heißen Abgase der Verbrennung mit dem Heizungswasser herunterkühlen. Der enthaltene Wasserdampf kondensiert und setzt zusätzliche Energie frei. Die Anlagen eignen sich für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung. Sie sind erprobt, zuverlässig und so effizient, dass die Heizkosten im Vergleich zu alten Öl- oder Gasheizungen oft um mehr als 10 Prozent, manchmal sogar um 30 % niedriger ausfallen.

Stall- und Melkstandheizung mit Flüssiggas beheizen

Neben Wohnhäusern und Gewerberäumen benötigen auch Ställe, Werkstätten und andere Bereiche zur Tierzucht viel Wärme. Eine Herausforderung für die eingesetzten Heizsysteme sind dabei die ganz unterschiedlichen Wärmebedarfe. So können die Temperaturanforderungen selbst innerhalb einer Halle ganz unterschiedlich ausfallen. Wer sich mit der Ferkelaufzucht beschäftigt, muss vor allem im Flatdeckstall für ausreichend Wärme sorgen. Während frisch abgesetzte Ferkel zunächst Temperaturen von 28 bis 30 °C benötigen, lassen sich die Werte mit zunehmendem Alter auf etwa 20 bis 22 °C absenken. Mit Flüssiggas in der Landwirtschaft ist das kein Problem. So bringen Strahlungsheizgeräte Wärme punktgenau in den Stall. Sie lassen sich fein sowie flexibel regulieren und erwärmen nicht die gesamte Halle. Das spart Energie und sorgt für minimale Heizkosten.

Hohe Anforderungen bestehen darüber hinaus auch an Melkständen. Während das Arbeiten bei eisigen Temperaturen recht ungemütlich ist, kann die anfallende Feuchtigkeit ohne passende Heizung nicht richtig abtrocknen. Ist der Boden sehr kalt, besteht sogar Frostgefahr. Mit Flüssiggas lassen sich die Bereiche lokal, temporär und effizient beheizen.

Gewächshausbeheizung mit Flüssiggas in der Landwirtschaft

Aber auch dann, wenn komplette Gebäude oder Hallen wie Gewächshäuser auf hohe Temperaturen zu bringen sind, kommt Flüssiggas in der Landwirtschaft zum Einsatz. Neben wasserführenden Heizsystemen eigenen sich dabei auch direkt beheizte Warmluftkonvektoren. Diese verbrennen Gas, um die Luft im Raum zu erwärmen. Warmluftgebläse nehmen ihren Betrieb schnell auf und bringen abhängig von ihrer Leistung in kurzer Zeit viel Wärme in Hallen, Werkstätten oder Gewächshäuser ein. Da moderne Geräte auf die effiziente Kondensations- oder Brennwerttechnik setzen, arbeiten sie besonders sparsam und klimafreundlich. Flüssiggasanlagen zur Gewächshausbeheizung lassen sich unkompliziert installieren und sind zudem deutlich günstiger als eine zentrale wasserführende Anlage zur Hallen- oder Gewächshausbeheizung.

Zudem kann beim Anbau von Blumen oder Gemüse in geheizten und somit gut isolierten Gewächshäusern Kohlendioxid, welches für Pflanzen lebensnotwendig ist, knapp werden. Dadurch wachsen Pflanzen nur noch langsam. Hier kann das CO2 aus der sauberen Verbrennung von Flüssiggas helfen. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, wie man dies ungefährlich nutzen kann.

Flüssiggas in der Landwirtschaft zur Getreidetrocknung

Neben der Beheizung von Wohn- und Gewerberäumen, kommt Flüssiggas in der Landwirtschaft auch in verschiedensten technischen Prozessen zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist die Getreidetrocknung. Das Trocknen macht Getreide, Raps oder Hülsenfrüchte über Monate haltbar. Es hilft, die von der EU vorgegebenen Feuchtegehalte zu erreichen und auch dabei, höhere Preise für die eigenen Güter zu erhalten. Mit Flüssiggas haben Landwirte verschiedenste Möglichkeiten zur Getreidetrocknung. So gibt es zum Beispiel mobile Flüssiggas-Warmlufterzeuger. Die Geräte erwärmen die Luft direkt und verlustarm mit einer Leistung von etwa 30 bis 120 kW. Sie Arbeiten mit Flüssiggas aus einem Gastank oder Gasflaschen und versorgen Lagerbelüftungsbehälter sowie Satztrockner mit ausreichend Wärme. Fest installierte Heizgeräte mit Flüssiggas versorgen in der Landwirtschaft auch große stationäre Satz-, Umlauf- oder Durchlauftrockner. Sie sind in höheren Leistungsklassen erhältlich und lassen sich direkt mit der Ansaugöffnung der Trocknungsgebläse verbinden. Diese besitzen bereits einen Ventilator und saugen Luft über den Flüssiggas-Warmlufterzeuger an. Günstig ist hier vor allem der Einsatz von einem Flüssiggastank.

Flüssiggas zur Unkrautbekämpfung in Bio-Betrieben

Während konventionelle Betriebe zur Unkraut- und Ungezieferbeseitigung häufig auf chemische Mittel (Herbizide) zurückgreifen, setzten Bio-Landwirte auch auf das sogenannte Abflammen. So fahren sie zum Beispiel beim Verbrennen von Kartoffelkraut mit großen Heizgeräten über die Felder. Die Maschinen arbeiten mit Flüssiggas und erzeugen unterseitig eine sehr große Hitze. Diese lässt die Eiweiße der Pflanzen gerinnen oder die Zellwände platzen. Die Pflanzen bilden daraufhin keine neuen Triebe. Sie vertrocknen und auch das Ungeziefer stirbt beim Abflammen ab. Das Verfahren dient außerdem der Krautreduzierung und begünstigt eine frühere Erntereife. Diese reduziert wiederum das Risiko, dass sich Schädlinge auf den Knollen ausbreiten. Geht es um Flüssiggas in der Landwirtschaft, kommen hier vor allem große Gasflaschen und oder ein  mobiler Gastank zum Einsatz.

Stromerzeugung mit Flüssiggas in der Landwirtschaft

Neben Wärme für Heizung, Warmwasser und technische Prozesse benötigen Landwirte auch viel Strom auf ihrem Hof. Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) können sie diesen selbst produzieren. Denn die Anlagen, die es heute in unterschiedlichen Bauarten gibt, erzeugen thermische und elektrische Energie gleichzeitig. Dazu verbrennen sie in der Landwirtschaft zum Beispiel Flüssiggas in Motoren. Diese wandeln die chemische Energie in Bewegungsenergie um, die wiederum einen stromerzeugenden Generator antreibt. Die Abwärme der Verbrennung lässt sich mit Wärmeübertragern auffangen und auf das Heizsystem übertragen. Da landwirtschaftliche Betriebe lange Zeit im Jahr viel Wärme benötigen, erreichen die Blockheizkraftwerke eine hohe Laufzeit. Sie erzeugen viel Strom und sorgen so oft für hohe finanzielle Einsparungen. Diese ergeben sich zum einen durch den vermiedenen Stromeinkauf. Zum anderen aber auch durch Erlöse und Vergütungen für die Einspeisung des nicht selbst verbrauchten Stroms.

Gasflaschen und Gastanks im ländlichen Raum

Abhängig von der jeweiligen Nutzung, lässt sich Flüssiggas in der Landwirtschaft in Gasflaschen oder Gastanks bevorraten. Während erstere zum Beispiel für den mobilen Einsatz bei der Getreidetrocknung oder beim Verbrennen von Kartoffelkraut geeignet sind, lohnen sich fest installierte Flüssiggasanlagen für stationäre Anwendungen. So zum Beispiel zum Beheizen von Wohnhäusern, Gewächshäusern oder Ställen. Die Größe der Tankanlagen richtet sich dabei nach dem jährlichen Brennstoffverbrauch. Um zu verhindern, dass die Gastanks leerlaufen und wichtige Prozesse unbemerkt ausfallen, lassen sich Flüssiggasanlagen auch mit einer elektronischen Fernüberwachung ausstatten. Diese misst den Füllstand kontinuierliche und übersendet die Daten an Onlinedatenbanken. Landwirte können die Daten von jedem Ort der Welt verfolgen und Flüssiggas bestellen oder direkt an den Brennstofflieferenten weiterleiten.

 

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