Heizöltank Prüfung: Plichten, Kosten und Alternativen

Heizöltank Prüfung

Mit einer Heizöltank Prüfung stellen Hausbesitzer sicher, dass ihre Tankanlage intakt ist und kein Heizöl auslaufen kann. Sie ist seit 2017 Pflicht für alle und in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Der erforderliche Turnus hängt dabei von der Region und der Größe der Öltanks ab. Regelungen zur Heizöltank Prüfung finden sich in der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Diese löste die Anlagenverordnungen der einzelnen Bundesländer ab und ist seit August 2017 in Kraft.

✅ Aktualisiert am 02.11.2020

Die Themen im Überblick

Regelmäßige Kontrollen schaffen mehr Sicherheit

Schon ein Tropfen Öl kann 600 Liter Trinkwasser verschmutzen. Ein Liter Heizöl reicht aus, um 100 Millionen Liter Trinkwasser ungenießbar zu machen. Kaum vorstellbar, welche Folgen Leckagen an einem Heizöltank hätten. Denn ausgetretenes Heizöl belastet Bausubstanz und Umwelt. Für Schäden und Folgekosten kommen Hausbesitzer dabei in der Regel selbst auf. Das gilt zumindest dann, wenn sie die Heizöltank Prüfung nicht regelmäßig haben durchführen lassen. Die Kontrolle durch einen Fachexperten ist seit 2017 Pflicht für viele Ölheizanlagen. Sie stellt sicher, dass die Technik intakt ist und Hausbesitzer alle Sicherheitsvorschriften einhalten. Stellen Experten im Rahmen der Heizöltank Prüfung Mängel fest, können sie die Anlage vorübergehend stilllegen, um drohende Schäden und Unfälle abzuwehren.

Heizöltank Prüfung: Pflichten, Prüfer und Turnus

Die AwSV schreibt vor, dass Betreiber die Anlage selbst in regelmäßigen Abständen auf Dichtheit zu kontrollieren haben (§ 46 AwSV). Das betrifft in aller Regel Eigentümer oder Mieter, die in zwei- bis dreimonatigen Abständen nach ihrer Tankanlage sehen sollten. Stellen sie Undichtigkeiten oder Mängel fest, ist ein Fachexperte zu kontaktieren. Infrage kommen dabei lediglich Fachbetriebe nach Wasserrecht, da nur diese über die erforderliche Fachkunde und Zulassung verfügen.

Darüber hinaus ist oft auch die Heizöltank Prüfung durch einen Sachverständigen Pflicht. So zum Beispiel vor Inbetriebnahme, im laufenden Betrieb und nach der Stilllegung. Entscheidend sind dabei die Region, die Einbaulage der Heizöltanks und die bevorratete Heizölmenge.

Prüfpflichten außerhalb von Wasserschutzgebieten

Außerhalb von Schutzgebieten und festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten sind die Prüfpflichten etwas lockerer. So gelten sie im laufenden Betrieb üblicherweise nur für unterirdische Tankanlagen und oberirdische Heizöltanks mit einem Volumen von mehr als 10.000 Litern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Tankgröße Einbaulage Inbetriebnahme oderÄnderung Wiederkehrend Bei Stilllegung
bis 1.000 Liter oberirdisch nein nein nein
unterirdisch ja 5 Jahre ja
1.000 Liter
bis 10.000 Liter
oberirdisch ja nein nein
unterirdisch ja 5 Jahre ja
10.000 Liter bis
100.000 Liter
oberirdisch ja 5 Jahre ja
unterirdisch ja 5 Jahre ja

Pflicht zur Heizöltank Prüfung in Wasserschutzgebieten

Befindet sich der Heizöltank in einem Wasserschutzgebiet, schreibt die AwSV strengere Kontrollen vor. Diese gelten hier auch für kleinere Öltankanlagen – ganz gleich, ob sie ober- oder unterirdisch eingebaut sind. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Tankgröße Einbaulage Inbetriebnahme oderÄnderung Wiederkehrend Bei Stilllegung
bis 1.000 Liter oberirdisch nein nein nein
unterirdisch ja 2,5 Jahre ja
1.000 Liter bis
10.000 Liter
oberirdisch ja 5 Jahre ja
unterirdisch ja 2,5 Jahre ja
10.000 Liter bis
100.000 Liter
oberirdisch ja 5 Jahre ja
unterirdisch nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt

Erstmalige Prüfung alter Heizöltanks nachholen

Vor dem Inkrafttreten der AwSV regelten Landesverordnungen die Prüfpflicht für Heizöltanks. In vielen Regionen mussten sich Hausbesitzer dabei um nichts kümmern, da sie bis 2017 nicht betroffen waren. Mit dem Inkrafttreten der bundesweiten Verordnung änderte sich das. Die folgende Tabelle zeigt, wann die erstmalige Heizöltank Prüfung nachzuholen ist. Nach diesem Datum gelten dann die aktuellen Vorgaben (ersichtlich in den obigen Tabellen).

Inbetriebnahme Erstmalige Prüfung bis:
vor dem 1. Januar 1971 1. August 2019
1. Januar 1971 bis zum 31. Dezember 1975 1. August2021
1. Januar 1976 bis zum 31.Dezember 1982 1. August 2023
1. Januar 1983 bis zum 31. Dezember 1993 1. August2025
nach dem 31. Dezember 1993 1. August 2027

Wichtig zu wissen ist, dass die Angaben in der Tabelle nur für Anlagen gelten, die heute von der Pflicht zur Heizöltank Prüfung betroffen sind. Dazu gehören:

  • alle unterirdischen Anlagen
  • oberirdische Tanks mit mehr als 10.000 Litern sowie oberirdische Tanks mit mehr als 1.000 Litern in Wasserschutzgebieten.

Jährliche Kontrolle bei älteren Grenzwertgebern

Sitzt ein Grenzwertgeber mit gelochter Schutzhülse auf einem alten Öltank, ist dieser jährlich durch einen Fachexperten zu kontrollieren. Denn bis 1985 eingebaute Systeme sind unzuverlässig und nicht mehr sicher. Infolgedessen könnte es beim Nachtanken dazu kommen, dass Lieferanten zu viel Öl in den Tank pumpen und dieses austritt. Wer um die jährliche Heizöltank Prüfung herumkommen möchte, kann den Grenzwertgeber durch ein neues Modell austauschen lassen.

Fachbetriebspflicht für Kontrollen nach AwSV

Betreiber einer Anlage sind selbst für deren Sicherheit verantwortlich. In diesem Sinne müssen sie auch rechtzeitig einen Sachverständigen für die Heizöltank Prüfung bestellen. Zulässig sind dabei nur Experten, die über eine Anerkennung der zuständigen Behörde verfügen. Hausbesitzer sind gut Beraten, wenn sie sich an eine der bekannten Prüforganisationen (TÜV, Dekra etc.) wenden.

TÜV empfiehlt: Alte Kunststofftanks prüfen lassen

Die Prüforganisation TÜV rät zu besonderer Vorsicht, wenn Kunststofftanks im Haus sind. Diese haben eine theoretische Lebensdauer von etwa 30 Jahren. Danach können sie ein höheres Sicherheitsrisiko darstellen. Besonders achten sollten Hausbesitzer hier auf Verfärbung, Versprödung oder Verformung der Tankhülle. Bei Veränderungen empfehlen die Experten, alte Heizöltanks austauschen zu lassen.

Inhalte der professionellen Öltankprüfung

Steht die Heizöltank Prüfung an, sollten Hausbesitzer rechtzeitig einen Fachbetrieb beauftragen. Am Tag der Kontrolle untersucht der Experte die Anlage dann ringsum auf Dichtigkeit. Er stellt fest, ob die Wandungen intakt und nicht verformt sind. Bei Metalltanks liegt der Fokus außerdem auf Korrosionserscheinungen. Darüber hinaus untersucht der Sachverständige:

  • alle Verbindungsleitungen zwischen Heizung und Öltank
  • die Funktion von Grenzwertgebern und Füllstandsanzeigen
  • die Funktion der Leckage-Überwachung

Außerdem prüfen Experten auch den Zustand des Aufstellraums und der Schutzmauer, falls diese erforderlich ist.

Heizöltank Prüfung: Diese Kosten fallen an

Die Kosten der Überprüfung hängen vor allem von deren Umfang ab. Unterscheiden lassen sich dabei sogenannte Tank-Checks und Heizöltank Prüfungen nach AwSV. Erstere ersetzen die Kontrollpflicht der Betreiber. Sie sorgen für ein sicheres Gefühl, sind allerdings nicht Pflicht. Die Ausgaben liegen bei etwa 50 Euro, die Hausbesitzer jährlich einplanen können.

Die umfangreichere Untersuchung nach AwSV ist teurer. Hier kosten Sachverständige von TÜV, DEKRA oder freie Prüfer zwischen 150 und 200 Euro. Die Kontrolle ist allerdings nur alle 2,5 bis 5 Jahre nötig.

Alternativen zum Heizöltank bieten Vorteile

Heizöl ist ein fossiler Rohstoff. Der Energieträger ist endlich und gewässerschädigend. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Preise sehr stark schwanken und kaum vorhersehbar sind. Für viele Hausbesitzer lohnt es sich daher, über einen Heizungstausch nachzudenken. Besonders interessant im Bestand: Die Gasheizung. Der Anschluss ist kompakt, die Kosten sind vergleichsweise gering und die zugehörige Heiztechnik arbeitet sauber und effizient. Ist ein Gasanschluss nicht möglich, steht mit Flüssiggas eine gute Alternative zur Verfügung. Der Brennstoff lässt sich in Tanks bevorraten, stellt im Gegensatz zum Heizöl allerdings keine Gefahr für die Umwelt dar.
Das Besondere: Sowohl Erdgas als auch Flüssiggas sind heute biologisch herstellbar. Die Brennstoffe sind als erneuerbare Energieträger anerkannt und erfüllen somit auch alle Anforderungen, die bei einem Heizungstausch oder im Neubau bestehen. Außerdem fördert der Staat Gasbrennwert-Hybridheizungen mit bis zu 40 Prozent, wenn diese eine alte Ölheizung ersetzen. Der Beitrag zur BAFA-Förderung ab 2020 zeigt, welche Voraussetzungen dabei zu erfüllen sind.

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