Klimaschutzpaket 2019: Was ändert sich für Sanierer?

Klimaschutzpaket 2019 zur Senkung der CO2-Emissionen in Deutschland

Mit dem Klimaschutzpaket 2019 (auch Klimaschutzprogramm für 2030) hat die Bundesregierung Maßnahmen definiert, die zu einer deutlichen Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen sollen. Neben den Bereichen Verkehr, Industrie, Land-, Energie- und Abfallwirtschaft treffen diese auch den Gebäudesektor. Denn der ist heute für rund 14 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Wer Haus oder Heizung sanieren lässt, profitiert allerdings schon heute von besseren Förderkonditionen. Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent für den Einbau einer neuen Flüssiggasheizung. Flüssiggas1.de fasst die wichtigsten Punkte aus dem Klimaschutzprogramm 2030 zusammen.

✅ Aktualisiert am 03.08.2020

Die Themen im Überblick

Warum ist das Klimaschutzpaket 2019 erforderlich?

Bis zum Jahr 2050 muss unser CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Nur wenn das gelingt, lässt sich die globale Erwärmung auf etwa zwei Grad Celsius begrenzen und die Folgen des Klimawandels bleiben in einem erträglichen Maß. Da sich dieses Ziel mit den verfügbaren politischen Instrumenten nicht erreichen lässt, hat das Klimakabinett der Bundesregierung einen besonderen Maßnahmenplan aufgestellt:

CO2 Zwischenziel bis 2030

Das Klimaschutzpaket 2019, mit dem sich das mit der EU vereinbarte CO2-Zwischenziel bis 2030 erreichen lassen soll. Dieses besagt, dass der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 sinken soll. Verfehlt Deutschland diesen Wert, muss es Emissionsrechte von Ländern erwerben, die ihre Vorgaben übererfüllen. So sehen es die Regularien der EU vor.

Klimaschutzprogramm für 2030 setzt auf drei Punkte

Um die Klimaziele zu erreichen, setzt die Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan 2019 auf einen Maßnahmenmix, der Bürger zunächst attraktive Anreize schaffen soll, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Neben einem CO2-Preis, der alle Kraft- und Brennstoffe ab 2021 verteuert, gibt es seit Januar 2020 höhere Fördermittel.

Klimaschutzprogramm für 2030: Was ändert sich für Hausbesitzer?

Eine wesentliche Neuerung, die das Klimaschutzpaket 2019 einführt, ist die Bepreisung des CO2-Ausstoßes. Sie macht Kraft- sowie Brennstoffe teurer und soll die Kosten an den tatsächlichen Kohlenstoffdioxidgehalt der Energieträger angleichen.

Wie verändert sich der CO2 Preis?

Während der Preis im Einführungsjahr 2021 25 Euro pro Tonne CO2 betragen soll, steigt er bis 2025 Schritt für Schritt auf 55 Euro pro Tonne CO2 an. Danach entscheiden die aktuellen Entwicklungen darüber, wie sich der CO2-Preis verändert. Vorgesehen ist ein Spielraum von 55 und 65 Euro pro Tonne. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die CO2-Preise auf die Heizkosten auswirken. Dabei erkennt man – der Umstieg auf Erdgas lohnt sich!

Klimaschutzpaket 2019: CO2-Preis je Tonne Mehrkosten zum Heizen mit Erdgas (ca. 250 gCO2/kWh; 20.000 kWh/a) Mehrkosten zum Heizen mit Heizöl (ca. 317 gCO2/kWh; 20.000 kWh/a) Ersparnis mit Erdgas
25 € im Jahr 2021 125 €/Jahr 159 €/Jahr 34 €/Jahr
35 € im Jahr 2023 175 €/Jahr 222 €/Jahr 46,50 €/Jahr
55 € im Jahr 2025 275 €/Jahr 347 €/Jahr 72 €/Jahr
65 € im Jahr 2026
(mögliche Preisentwicklung)
325 €/Jahr 410 €/Jahr 85 €/Jahr

Die Ergebnisse zeigen: Wer seinen CO2-Ausstoß nicht senkt, muss in Zukunft mehr ausgeben. Denn zu den Mehrkosten beim Heizen kommen auch höhere Ausgaben für Benzin und Diesel beim Autofahren.

Aber: Die Einnahmen der sogenannten CO2-Steuer sollen den Bürgern zugutekommen. So sinken mit den EEG-Umlagen auch die Strompreise. Darüber hinaus haben sich Bund und Länder über eine Anhebung der Pendlerpauschale von 5 auf 8 Cent pro Kilometer einigen können.

 

Attraktivere Fördermaßnahmen im Klimaschutzprogramm für 2030

Wer sein Haus saniert und weniger Energie verbraucht, senkt auch seinen CO2-Ausstoß. Damit sich die Maßnahmen an Haus und Heizung in Zukunft noch mehr lohnen, hat die Bundesregierung die Förderkonditionen der KfW- und BAFA-Programme bereits im Januar 2020 deutlich verbessert.

Zuschuss in Höhe von 20 Prozent

So gibt es heute einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent für energetische Sanierungsmaßnahmen über das KfW-Programm 430. Wer ein Darlehen benötigt, um das Haus zu dämmen, die Heizung zu optimieren oder die Fenster zu tauschen, bekommt das im KfW-Programm 152 mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von mindestens 20 Prozent.

Hohe Zuschüsse für Hybrid- und Umweltheizung

Besonders lukrativ sind auch die hohen Zuschüsse für neue Hybrid- und Umweltheizungen. So bekommen Bauherren und Hausbesitzer seit Januar 2020 20 bis 45 Prozent der Kosten einer neuen Heizungsanlage erstattet. 40 Prozent gibt es zum Beispiel für eine neue Flüssiggasheizung komplett mit Solar oder Biomasse und Flüssiggastank, wenn diese eine alte Ölheizung ersetzt. Einen Überblick über Konditionen, Voraussetzungen und die richtige Beantragung der Mittel geben wir im Beitrag zur BAFA-Förderung ab 2020.

Sanierungskosten absetzen lassen

Während die Konditionen und Bedingungen in den KfW- und BAFA-Programme nur geändert wurden, ist seit Januar 2020 auch ein ganz neues Programm verfügbar. So können Hausbesitzer einen neuen Steuerbonus nutzen, um 20 Prozent ihrer Sanierungskosten über drei Jahre von der Einkommensteuer abzusetzen. Der Betrag ist auf maximal 40 Prozent begrenzt. Anrechenbar sind Ausgaben für Arbeiten am Haus oder den Austausch der Heizung.

Unser Tipp: Wer vor einer Sanierung steht, sollte frühzeitig über einen Energieträgerwechsel nachdenken. Flexibilität und Zukunftssicherheit versprechen dabei Erdgas und Flüssiggas. Die Anschaffungskosten sind sehr niedrig, insbesondere wenn Sie den Flüssiggastank mieten. Er ist nicht gewässerschädigend, lässt sich nahezu überall nutzen und lässt sich heute komplett regenerativ herstellen. Das sogenannte Bio-Flüssiggas emittiert bilanziell kaum CO2 und senkt die zukünftigen Heizkosten. Die hohe Austauschprämie für alte Ölheizungen, die es seit 2020 gibt, schafft zusätzliche finanzielle Anreize dafür.

Klimaschutzpaket 2019: Was ändert sich in anderen Bereichen?

Neben dem Gebäudesektor ist auch die Energiewirtschaft von vielen Maßnahmen betroffen. Es geht vor allem darum, die Kohleverstromung zurückzufahren und den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix zu steigern. Aber auch für den Sektor Verkehr hält das Klimaschutzprogramm für 2030 einige Veränderungen bereit. Verankert sind hier unter anderem die folgenden Punkte:

  • Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge
  • höhere Förderung für Elektro- und Hybridfahrzeuge
  • Entwicklung neuer Biokraftstoffe für Fahrzeuge
  • Erhöhung der Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel
  • Ausbau von Radwegen und Digitalisierung der Mobilität
  • Entwicklung und Förderung CO2-armer Lastkraftwagen

Darüber hinaus gibt es im Klimaschutzpaket 2019 auch Maßnahmen, die den CO2-Ausstoß in der Industrie, der Land- und Abfallwirtschaft senken sollen. Im Wesentlichen geht es hier um attraktive Fördermittel, hohe technische Mindeststandards und die Erforschung CO2-sparender Alternativen.

Immer mehr Haushalte wechseln von Heizöl zu Flüssiggas

Aus den folgenden Gründen wechseln immer mehr Menschen ihre Heizanlage von Heizöl auf Flüssiggas. Zusätzlich kommt hinzu, dass Heizöl durch die CO² Emissionen stark verteuert wird. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen um wie viel:

Bezugsjahr Heizöl ct/Liter
2021 6,69
2022 8,03
2023 9,37
2024 12,04
2025 14,72
2026 (min) 14,72
2026 (max) 17,40

 

Warten Sie nicht länger und wechseln Sie jetzt von Heizöl auf Flüssiggas.

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