Flüssiggasnetz: Sammelversorgung mit Flüssiggas

Flüssiggasnetz

Ein Flüssiggastank im Garten oder die Gasflasche in der eigenen Parzelle? Für viele Hausbesitzer, Kleingärtner oder Dauercamper ist das Alltag. Denn sie haben keinen Zugang zum öffentlichen Erdgasnetz und kaum andere Optionen. Günstiger ist es, die Energieversorgung zu teilen – zum Beispiel mit einem Flüssiggasnetz zur Sammelversorgung. Bei dieser Variante nutzen mehrere Verbraucher einen Gastank. Den Energieträger beziehen sie dann über ein unterirdisches Leitungsnetz. Die Flüssiggassammelversorgung über Mininetze ist mit vielen Vorteilen verbunden und immer beliebter. Flüssiggas1.de informiert über den Aufbau und die Einsatzbereiche solcher Flüssiggasnetze.

✅ Aktualisiert am 17.03.2021

 

Angebote Flüssiggasnetz

Flüssiggasnetze eignen sich sehr gut, um Neubaugebiete ohne Anschluss an das Erdgasnetz zentral mit Energie zu versorgen.

Die Themen im Überblick

Flüssiggassammelversorgung: Energieversorgung gemeinsam nutzen

Welche Möglichkeiten der Energieversorgung haben Hausbesitzer, wenn es keinen Zugang zum öffentlichen Gasnetz mit Erdgasanschluss gibt? Sie können eine Ölheizung installieren, die viel Platz im Haus verbraucht. Sie können eine Wärmepumpe nutzen, die sich in unsanierten Altbauten nicht immer lohnt. Sie können aber auch einen Flüssiggastank aufstellen. Letzteres ist weit verbreitet, aber nicht von allen erwünscht. Denn der erforderliche Flüssiggastank raubt wertvollen Platz im Garten. Der große Flüssiggasbehälter wird manchmal als störend empfunden und ist außerdem mit regelmäßigen Prüf- und Wartungspflichten verbunden.

Alternative: Einen Gastank für mehrere Anschlüsse nutzen

Günstiger ist es, die Energieversorgung einfach zu teilen. So lassen sich zum Beispiel auf Campingplätzen, in Siedlungen oder ganzen Stadtteilen zentrale Flüssiggasbehälter aufstellen. Unterirdisch verlegte Leitungsnetze transportieren den Energieträger dann zu jedem Anschluss, an dem sich der Verbrauch über einen geeichten Zähler abrechnen lässt. Eine solche Sammelversorgung mit Flüssiggas schont Ressourcen und spart viel Platz. Kommen die Mininetze auf Campingplätzen oder in Gartenanlagen zum Einsatz, entfällt sogar das Schleppen der schweren Gasflaschen. Alle Anschlussnehmer bekommen Flüssiggas genauso komfortabel wie Strom aus der Steckdose.

Der einfache Aufbau einer Sammelversorgung mit Flüssiggas

Die Flüssiggassammelversorgung besteht aus wenigen Komponenten, die gemeinsam genutzt viele Vorteile bringen. Im Zentrum steht dabei ein Flüssiggastank. Dieser ist mit allen nötigen Armaturen ausgestattet und an erdverlegte Leitungen angeschlossen. Das unterirdische Rohrsystem verbindet den Gastank mit den einzelnen Anschlussnehmern, die wie bei einem Gasanschluss über einen geeichten Zähler und eigene Absperrmöglichkeiten verfügen. Im Haus selbst ist dazu weder ein Heizöltank noch ein Flüssiggastank erforderlich.

Gastanks für die Flüssiggassammelversorgung

Die Flüssiggastanks sind so dimensioniert, dass sie die Anschlussnehmer lange ohne Nachfüllen versorgen. Abhängig von der Größe des Mininetzes kommen dabei Flüssiggasgroßbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200 Tonnen zum Einsatz. Diese lassen sich ober- oder unterirdisch installieren, zentral befüllen, warten und überprüfen. In kleinen Flüssiggasnetzen, etwa für einzelne Häusergruppen oder Campingplätze, kommen oft auch 2,9 t Flüssiggastanks zum Einsatz. Um sicherstellen zu können, dass der Energieträger hier nie ausgeht, statten Versorger diese mit einer Fernüberwachung aus. Unterschreitet der Füllstand einen vorher festgelegten Wert, betanken Anbieter die Anlagen automatisch. Das ist sicher und besonders komfortabel.

PE-Rohre verteilen Flüssiggas an die Anschlussnehmer

Flüssiggasnetz Anschluss

PE Rohrleitung Flüssiggasanlage

Vom Gastank aus führen Leitungen aus Kunststoff zu jedem Anschluss. Ob es sich dabei um Gewerbebetriebe, Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser, Kleingärten, Campingwägen oder Mobilheime handelt, spielt dabei keine Rolle. Um bei möglichst kleinen Leitungsdurchmessern viel Energie verteilen zu können, kommen dazu üblicherweise 0,7 bar Mitteldruck-Netze zum Einsatz.

PE Schutzrohr für Flüssiggasanlage

Um bei möglichst kleinen Leitungsdurchmessern viel Energie verteilen zu können, kommen dazu üblicherweise 0,7 bar Mitteldruck-Netze zum Einsatz. Am Hausanschluss reduziert ein Druckregler den Druck dann auf das in der Hausanlage benötigte Niederdruck-Niveau von 50 mbar.

 

Handelt es sich bei den Anschlussnehmern um Gewerbe- oder Industriebetriebe, gibt es eine Ausnahme: Hier ist es zulässig, die Mitteldruckversorgung bis zum Verbrauchsgerät zu führen.

Was passiert nun, wenn neue Anschlussnehmer hinzukommen oder in bestimmten Teilen Arbeiten an den Leitungen erforderlich sind? Viele Hausbesitzer vermuten, dass sie dadurch regelmäßig auf die Gasversorgung verzichten müssen. Damit das nicht der Fall ist, erfolgt die Flüssiggassammelversorgung über Ringleitungen oder einzelne Verteilleitungen. Diese gehen von der Hauptverteilung ab, um Gruppen von Anschlussnehmern anzubinden und sind mit eigenen Absperreinrichtungen ausgestattet.

Gashausanschluss wie bei einem Anschluss an das Erdgasnetz

Wer sich an das Flüssiggasnetz anschließen lässt, bekommt einen geeichten Zähler samt Sicherungs- und Absperrarmaturen. Nutzer sparen viel Platz, haben keinen Wartungsaufwand und zahlen nur für die Energiemenge, die sie tatsächlich selbst verbrauchen.

Wichtig zu wissen: Kommt Erdgas in die Region, lässt sich die installierte Infrastruktur für dieses Nutzen. Dann verschwindet der zentrale Gastank und Hausbesitzer beziehen stattdessen Erdgas. An den Leitungen oder der Hausinstallation sind dazu in der Regel keine größeren Umbauarbeiten nötig. Manchmal muss die Düse in der Gasheizung ausgetauscht oder neu eingestellt werden.

Vorschriften an Betreiber einer Flüssiggassammelversorgung

Was Planer, ausführende Firmen und Betreiber eines Flüssiggasnetzes beachten müssen, richtet sich grundsätzlich danach, wer die Mininetze aufbaut und betreibt. Handelt es sich dabei ausschließlich um Privatpersonen, gelten die üblichen Flüssiggas- und Flüssiggastank-Vorschriften. Bei der öffentlichen Sammelversorgung mit Flüssiggas handelt es sich hingegen um Anlagen nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Hierbei gelten folgende Regelwerke:

  • Verbrauchslager (Flüssiggastanks) nach 4. BImSchV oder BetrSichV
  • Sammelversorgung (öffentliches Leitungsnetz) nach DVGW-Regelwerk
  • Hausanschlussleitung, Druckregler und Messstelle nach DVGW-Regelwerk
  • Verbrauchsanlage nach technischen Regeln für Flüssiggas (TRF)

Darüber hinaus regelt das DVGW Arbeitsblatt G 1040 Anforderungen an die Qualifikation und Organisation von Unternehmen für den Betrieb von Anlagen zur Sammelversorgung mit Flüssiggas. Hierbei geht es vor allem um personelle, wirtschaftliche und technische Voraussetzungen, um eine sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Energieversorgung im Sinne des EnWG sicherzustellen.

Typische Einsatzbereiche für die Sammelversorgung mit Flüssiggas

Interessant sind die Mininetze, von denen es in ganz Deutschland bereits etwa 500 gibt, für viele Bereiche. Neben Kleingartenanlagen und Dauer-Campingplätzen eignet sich die Flüssiggassammelversorgung dabei auch für Wohnquartiere, Wohngebiete, Ortsteile oder ganze Gemeinden und Städte. Auch Gewerbe und Industriegebiete lassen sich mit einem Flüssiggasnetz ausstatten, um den Standort für Betriebe interessanter zu gestalten.

Beispiele: Kommunale Gasversorgung und Hochwasserschutz

In der Praxis kommen Flüssiggasnetze immer häufiger zum Einsatz. So zum Beispiel in ländlichen Orten wie dem thüringischen Buttstädt. Hier entstand über die Jahre ein eigenes Gasnetz zur Flüssiggassammelversorgung, das inzwischen über fünf Kilometer lang ist. In der Stadt Mariaposching entschied man sich nach verheerenden Hochwasserschäden für ein Flüssiggasnetz. Denn damit ließen sich schwerwiegende Umweltschäden durch ausgelaufenes Heizöl vermeiden.

Die Vorteile der Mininetze auf einen Blick

Kein Gastank im eigenen Garten, geringere Kosten für Wartung und Prüfung oder das nicht mehr nötige Schleppen schwerer Gasflaschen: All das sind Vorteile, die mit einer Sammelversorgung für Flüssiggas einhergehen. Die folgende Liste zeigt weitere Vorteile der Flüssiggasnetze im Überblick:

  • ein zentraler Großtank statt vieler kleiner Gastanks ist platz- und kostensparender
  • Anschlussnehmer zahlen nur für Flüssiggas, das sie selbst verbrauchen
  • besonders komfortable Art der Energieversorgung für viele Einsatzbereiche
  • zentrale Energieversorgung von Gewerbe- und Industriebetrieben
  • höhere Attraktivität von Bau-, Gewerbe und Industriegebieten
  • Umweltschutz durch Alternativlösung zu Ölheizungen in Hochwassergebieten
  • mehr Platz im Garten und keine hohen Kosten für Anschlussnehmer
  • kein Schleppen schwerer Gasflaschen auf Dauer-Campingplätzen und in Gartenanlagen
  • Gas im Haushalt vielfältig einsetzbar (Kochen, Grillen oder auf der Terrasse)
  • Flüssiggas für Flüssiggasheizung, Gaswärmepumpe oder Brennstoffzelle
  • Infrastruktur lässt sich später nutzen, um Regionen auf Erdgas umzustellen
  • Umstellung auf Erdgasbetrieb ist in der Regel problemlos möglich

Die Übersicht zeigt, dass die Sammelversorgung mit Flüssiggas viele Vorteile bringt. Interessant ist sie dabei vor allem für ländliche Gemeinden abseits großer Ballungszentren, die keinen Zugang zu Erdgas oder Fernwärme haben.

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