Heizung: Austauschpflicht 2020 und Alternativen

Alte Heizung? Austauschpflicht 2020 macht Modernisierung zur Pflicht!

Alte Heizungsanlagen nutzen die eingesetzten Brennstoffe nicht optimal aus. Sie verbrauchen mehr als nötig und stoßen viele Schadstoffe aus. Um fossile Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen, gibt es für viele Heizungen eine Austauschpflicht ab 2020. Für Ölheizer lohnt es sich dabei, über den Wechsel zu einer Gas- oder Flüssiggasheizung nachzudenken. Flüssiggas1.de erklärt, wer von der Heizungs-Austauschpflicht 2020 betroffen ist und welche Alternativen heute zur Verfügung stehen.

Die Themen im Überblick:

EnEV und GEG regeln Heizungs-Austauschpflicht ab 2020

Ist eine Heizung älter als 30 Jahre, sind ihre Besitzer zum Austausch der Technik verpflichtet. So fordert es die Energieeinsparverordnung (EnEV) in § 10. Von der Nachrüstpflicht betroffen sind dabei jedoch nur Gas- und Ölheizungen, die noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Außerdem gibt es eine Ausnahme für Kessel, die eine Leistung von weniger als 4 oder mehr als 400 Kilowatt aufweisen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Heizungs-Austauschpflicht ab 2020 auch im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu finden ist. Das Dokument vereint das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), um das deutsche Energiesparrecht deutlich zu vereinfachen. Die entsprechende Nachrüstpflicht ist dabei in § 72 zu finden.

Viele Hausbesitzer sind von der Pflicht zum Heizungstausch befreit

Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die diese seit Februar 2002 selbst bewohnen, sind von der Heizungs-Austauschpflicht auch 2020 nicht betroffen. Denn in diesem Fall greift die Forderung aus EnEV und GEG erst nach einem Eigentümerwechsel. Wer ein Haus kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss die über 30 Jahre alte Heizung dann spätestens zwei Jahre nach dem Eigentumsübergang austauschen.

Heizungs-Austauschpflicht: Ist mein Kessel 2020 betroffen?

Von der Pflicht zum Heizungstausch sind erst einmal alle Kessel mit einer Leistung von 4 bis 400 Kilowatt betroffen, die:

  • Heizöl-, Erd- oder Flüssiggas verbrennen
  • vor über 30 Jahren eingebaut wurden
  • nicht auf Nieder- oder Brennwerttechnik basieren

Während Hausbesitzer die erste Voraussetzung einfach selbst Prüfen können, sind viele ratlos, wenn es um das Alter ihrer Heizung geht. Erkennbar ist das in der Regel auf dem Typenschild. Sollten die Angaben darauf nicht mehr lesbar sein, helfen alte Rechnungen, Produktunterlagen, Datenblätter oder Dokumente der Schornsteinfeger weiter. Wenn diese nicht mehr vorhanden sind, kann ein erfahrener Fachhandwerker das Alter der Heizungsanlage abschätzen.

Die dritte Voraussetzung können Hausbesitzer ebenfalls selbst prüfen. Denn die Heizungs-Austauschpflicht 2020 betrifft lediglich alte Konstanttemperaturkessel. Diese sind daran zu erkennen, dass sie das ganze Jahr über mit gleich hohen Heizwassertemperaturen laufen. Das ist erforderlich, um die Kondensation von Wasserdampf aus dem Abgas zu verhindern und die alten Kessel vor Korrosion zu schützen. Bei neueren Niedertemperaturgeräten können Hausbesitzer die Vorlauftemperatur beliebig nach oben oder unten verändern. Brennwertkessel sind darüber hinaus auch am Abwasseranschluss zu erkennen. Dieser führt das aus dem Abgasstrom kondensierte Wasser in die häusliche Abwasseranlage ein.

Ölheizungsverbot erlaubt Ölkessel ab 2026 nicht mehr

Mit dem Klimapaket hat sich die Bundesregierung auch auf ein baldiges Verbot von Ölheizungen geeinigt. Dieses betrifft den Einbau neuer Kessel und ist damit keine Heizungs-Austauschpflicht. Wer ab 2020 einen neuen Wärmeerzeuger installieren lassen muss, sollte allerdings einen Wechsel des Energieträgers in Betracht ziehen. Denn mit dem Ölheizungsverbot könnte der Wert ölbeheizter Gebäude ab 2026 sinken. Außerdem kann eine Umrüstung dann auch in Notfällen, etwa bei einem Heizungsausfall, erforderlich sein. Das führt nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer längeren Installationszeit. Die BAFA Förderung 2020 der Heizung beträgt bis zu 45 % der Investitionssumme.

Wichtig zu wissen: Das Verbot von Ölheizungen wurde bereits in das neue Gebäudeenergiegesetz eingearbeitet. Es ist unter § 72 „Betriebsverbot für Heizkessel, Ölheizungen“ zu finden und soll ab 2026 gelten. Experten und Politiker fordern jedoch, das Technikverbot früher einzuführen. Wann es tatsächlich in Kraft tritt, lässt sich damit aktuell nicht sicher sagen.

Alternativen zu über 30 Jahre alten Heizungsanlagen

Ist die eigene Heizung von der Austauschpflicht 2020 betroffen, kommen zahlreiche Alternativen infrage. Wer bereits über einen Gasanschluss oder einen Flüssiggastank verfügt, kann diese weiter nutzen. Möglich ist das mit platzsparenden Brennwertthermen, innovativen Gas-Wärmepumpen oder effizienten Brennstoffzellenheizungen.

Umrüstung alter Ölheizungen lohnt sich für viele Hausbesitzer

Befindet sich eine alte Ölheizung im Haus, lohnt es sich hingegen, den Energieträger infolge der Heizungs-Austauschpflicht 2020 zu wechseln. Dass die Maßnahme im Trend liegt, zeigen aktuelle Zahlen des Branchenverbandes BDEW. Denn demnach entschieden sich seit 2009 fast 530.000 ehemalige Ölheizer für eine neue Gasheizung. 115.000 wurden an ein Fernwärmenetz angeschlossen und rund 24.000 Hausbesitzer installierten im Zuge der Heizungssanierung eine elektrische Wärmepumpe.

Einen weiteren Grund für die Umrüstung von Öl auf Flüssiggas liefert das Hochwasserschutzgesetz II. Denn das lässt den Einbau neuer Ölheizungen in Überschwemmungs- und Risikogebieten nur unter hohen Auflagen zu. Bestehende Anlagen sind darüber hinaus aufwendig nachzurüsten.

Alternativen: Gasheizung, Wärmepumpe oder Holzheizkessel

Ist die eigene Heizung von der Austauschpflicht 2020 betroffen, stellt eine neue Gasheizung die günstigste Alternative dar. Denn die Heizgeräte sind preiswert, platzsparend und effizient. Darüber hinaus lassen sie sich mit einer Solarthermieanlage koppeln, um regenerative Energien in das Heizkonzept zu integrieren. Ist ein Gasanschluss in der eigenen Region nicht möglich oder einfach zu teuer, können Hausbesitzer einen Flüssiggastank kaufen oder mieten. Vor allem Mietlösungen sind dabei besonders beliebt. Der Grund: Sie verursachen keine zusätzlichen Investitionskosten und sind mit 10 bis 15 Euro monatlich vergleichsweise günstig.

Wärmepumpen nutzen regenerative Energien, um Gebäude mit Wärme zu versorgen. Effizient und sparsam sind sie dabei allerdings nur, wenn sich die Räume im Haus mit niedrigen Vorlauftemperaturen beheizen lassen. Das setzt große Heizflächen und einen guten Wärmeschutz voraus. Viele Altbauten, die von der Heizungs-Austauschpflicht 2020 betroffen sind, verfügen über beides nicht.

Die dritte Alternative stellen Holzheizungen dar. Hier können sich Hausbesitzer für Holzvergaser- oder Pelletkessel entscheiden. Erstere kommen meist nicht infrage, da ihr Betrieb mit einem sehr hohen manuellen Aufwand verbunden ist. So müssen Hausbesitzer die Holzscheite tagtäglich von Hand in den Kessel einlegen. Pelletheizungen, die gepresste Holzstäbchen verbrennen, sind hingegen deutlich komfortabler. Denn sie arbeiten vollautomatisch. Nachteilig ist hier allerdings der hohe Preis für die Technik. Geht es um den Umweltschutz, schneiden Holzpellets im Vergleich zu Flüssiggas schlechter ab. Vor allem bei Bio-Flüssiggas ist das der Fall.

Heizungsförderung für Betroffene der Austauschpflicht

Wer seine Heizung durch die Austauschpflicht 2020 ersetzen oder umrüsten muss, steht erst einmal hohen Kosten gegenüber. Was viele nicht wissen: Der Staat beteiligt sich daran. So gibt es Zuschüsse für alle vorgestellten Heizungslösungen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Heizungsart Fördergeber / Förderprogramm Förderung zur Heizungs-Austauschpflicht 2020
Gas- und Flüssiggasheizungen mit Brennwerttechnik KfW-Programm 430

 

 

KfW-Programm 152

 

Zuschuss in Höhe von mindestens 10 Prozent

 

Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von mindestens 7,5 Prozent

Elektro- und Gas-Wärmepumpen BAFA Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ Gas-Wärmepumpen: mindestens 4.500 Euro

 

Elektrische Luft-Wärmepumpen: mindestens 1.300 Euro

 

Elektrische Sole- und Wasser-Wärmepumpen: mindestens 4.000 Euro

Holzvergaserkessel BAFA Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ mindestens 2.000 Euro
Pelletkessel BAFA Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ mindestens 3.500 Euro

 

Ob bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): In jedem Fall müssen Hausbesitzer die Fördermittel vor dem Austausch der Heizung beantragen. Für die Gewährung von KfW-Mitteln ist dabei auch die Beratung durch einen Energieberater Pflicht.

Wichtig zu wissen: Ist eine Heizung von der Austauschpflicht 2020 betroffen, steht Hausbesitzern eine geänderte Förderkulisse zur Verfügung. Denn dann sollen die aktuell verfügbaren KfW- und BAFA-Mittel in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengeführt werden. Während das die Beantragung der Mittel erleichtert, stehen ab 2020 auch höhere Zuschüsse zur Verfügung. Für neue Gas- und Flüssiggasbrennwertheizungen gibt es dann einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 30 Prozent. Wer alte Ölheizungen austauscht, kann sogar auf eine Austauschprämie für die Ölheizung von 45 Prozent erhalten.

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