Pellets und Flüssiggas im Vergleich: Was ist besser?

Pellets und Flüssiggas im Vergleich

Wer sich für eine neue Heizung interessiert, hat heute zahlreiche Energieträger zur Auswahl. So zum Beispiel Heizöl oder Erdgas. Ein Gasanschluss lässt sich nicht überall herstellen. Alternativen sind dann meist Holz, Pellets oder Flüssiggas. Aber was lohnt sich mehr? Sind Holz- und Pelletheizungen tatsächlich umweltfreundlicher oder stellt die Flüssiggasheizung letztlich doch die bessere und sauberere Alternative dar? Flüssiggas1.de geht der Frage auf den Grund und vergleicht Pellets und Flüssiggas.

✅ Aktualisiert am 06.01.2021

Wie heizt Deutschland: Beliebteste Energieträger 2019

Bevor wir uns die Energieträger Pellets und Flüssiggas im Vergleich näher ansehen, geben wir einen Überblick über den Heizungsmarkt in Deutschland. Genauer gesagt über die Rohstoffe, die dort zum Einsatz kommen. An der Spitze steht dabei seit vielen Jahren Erdgas, das heute rund 45 Prozent aller Wohngebäude mit Wärme versorgt. Dicht darauf folgt Öl mit einem Anteil von knapp 30 Prozent.

Etwa 6,6 Prozent der Wohngebäude in Deutschland beziehen Energie aus einem Nahwärme- oder Fernwärmenetz. 5,4 Prozent setzen auf Flüssiggas sowie Kohle und Gas-Wärmepumpen und 3,4 Prozent der Hausbesitzer heizen mit einer Elektro-Wärmepumpe. Holz- und Pelletzentralheizungen liegen mit einem Anteil von 2,8 Prozent auf dem letzten Platz der Zentralheizungen in Deutschland. Alle übrigen Wohngebäude beziehen die nötige Heizenergie aus Einzelheizungen, wie Strom-, Gas- oder Kohleeinzelöfen. [Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.]

Bei der Ölheizung verändert das gewohnte Bild

Die Daten des BDEW zeigen seit vielen Jahren eine ähnliche Verteilung. Zur Auswahl stehen nun in der Regel Flüssiggas oder Holz in Form von Scheiten oder kleinen gepressten Pellets.

Übrigens: Wer eine Ölheizung hat und diese auf Flüssiggas umrüsten möchte, findet die wichtigsten Informationen dazu im Beitrag alte Ölheizung erneuern und Heizkosten sparen.

Funktion und Einsatz: Pellets und Flüssiggas im Vergleich

Suchen Bauherren oder Hausbesitzer nach einer Möglichkeit, ihre Wohnräume mit Wärme zu versorgen, stehen ihnen neben Wärmepumpen und Erdgasheizungen auch Holz-/Pellet- und Flüssiggasheizanlagen zur Auswahl. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die Funktion und die möglichen Einsatzbereiche der Technik.

Flüssiggas für Brennwerttechnik, Wärmepumpe oder BHKW

Flüssiggas ist ein flexibler Rohstoff, der sich im Haus genau wie Erdgas nutzen lässt. Geht es um die passende Heiztechnik, kommen dabei kompakte Brennwertthermen, Wärmepumpen oder sogar stromerzeugende Heizungen infrage. Wärmepumpen haben einen hohen Stromverbrauch und stromerzeugende Heizungen wie BHKW oder Flüssiggasbrennstoffzellen sind sehr teuer und scheiden deshalb oft aus. Den Standard im Altbau stellen dabei jedoch moderne Flüssiggasheizungen mit Brennwerttechnik dar. Sie kühlen die Abgase der Verbrennung, um darin verborgene Wärme zu gewinnen. Auf diese Weise ist es möglich, die eingesetzten Rohstoffe zu fast 100 Prozent zum Heizen nutzen zu können.

Niedrige Rücklauftemperaturen

Die Heizgeräte sind dabei in der Regel als kompakte Thermen ausgeführt, die sich platzsparend an der Wand befestigen lassen. Aufgrund ihrer leisen Betriebsweise funktioniert das sogar in Wohnräumen wie Küchen oder Fluren. Das zeigt: Auch im kleinsten Haus findet die Flüssiggasheizung ausreichend Platz. Voraussetzung für den effizienten Betrieb sind jedoch niedrige Rücklauftemperaturen. Erreichen lassen sich diese mit ausreichend groß dimensionierten Heizflächen meist auch im Altbau.

Den Brennstoff bezieht die Heizung aus einem Flüssiggastank, den Hausbesitzer oberirdisch oder unterirdisch im Garten aufstellen können. Unter bestimmten Voraussetzungen ist sogar die Installation im Haus möglich.

Übrigens: Wer umweltfreundlicher heizen möchte, kann die Flüssiggastherme einfach mit einer Solaranlage kombinieren. Außerdem gibt es Gas-Wärmepumpen, die kostenfreie Wärme aus der Umwelt mit einem gasbetriebenen Prozess zum Heizen nutzbar machen.

Möchten Hausbesitzer ihren eigenen Strom erzeugen, funktioniert das mit einem Flüssiggas-Blockheizkraftwerk oder einer Brennstoffzellenheizung. Auch Letztere ist in Zukunft für den Einsatz mit Flüssiggas erhältlich.

Pellets für vollautomatische Heizungsanlagen

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der meist sogar aus der eigenen Region kommt. Es ist seit Tausenden von Jahren als Brennstoff im Einsatz und versorgt unsere Häuser auch heute noch mit wohliger Wärme. Zum Einsatz kommen dabei zum Beispiel Scheitholzvergaserkessel. Diese bestehen aus einer zweigeteilten Brennkammer, in der die eingelegten Holzscheite effizient und vergleichsweise sauber verbrennen.

Recycelten Sägespänen

Da Hausbesitzer die Scheite oft mehrmals täglich nachlegen müssen, ist die Technik heute nicht massentauglich. Anders verhält sich das bei der Pelletheizung. Diese verbrennt gepresste Holzstäbchen, die zu etwa 90 Prozent aus recycelten Sägespänen bestehen. Die sogenannten Pellets lagern dabei in einem großen Tank und lassen sich von diesem bedarfsgerecht und automatisch zum Kessel transportieren. Abgesehen vom regelmäßigen Austragen der entstehenden Asche müssen Hausbesitzer dabei nichts unternehmen – die Anlage arbeitet vollautomatisch.

Energie aus den Abgasen

Moderne Kessel nutzen sogar den Brennwerteffekt. Das heißt: Sie kühlen die Abgase der Verbrennung in einem speziellen Wärmeübertrager und gewinnen Energie, die sonst ungenutzt über den Schornstein verschwindet. Das entlastet den Pelletbrenner, senkt den Energieverbrauch und damit auch die Heizkosten.

Übrigens: Im Vergleich von Pellets und Flüssiggas fällt auf, dass sich der gasförmige Brennstoff deutlich vielschichtiger einsetzen lässt. Nutzer können den Wärmeerzeuger dabei später austauschen, ohne auf einen anderen Brennstoff umsteigen zu müssen. Das spart Geld und lässt viele Freiheiten offen.

Einsatzbereiche für Pellets und Flüssiggas im Vergleich

Pelletkessel und Flüssiggasheizungen sind beide in verschiedenen Leistungsklassen erhältlich. So versorgen sie grundsätzlich jede Art von Gebäude zuverlässig mit Wärme. Ganz gleich, ob es sich dabei um ein modernes Niedrigenergiegebäude oder einen unsanierten Altbau handelt. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch in Bezug auf den Platzbedarf. Die Flüssiggasheizung benötigt im Haus kaum Raum. Sie lässt sich sogar in Küchen oder Fluren installieren und passt in nahezu jedes Gebäude. Zumindest dann, wenn im Außenbereich genug Platz für den Flüssiggastank vorhanden ist.

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Bei Pelletheizungen ist das anders. Denn im Vergleich zu Flüssiggas setzt der Einsatz von Holzpellets viel Platz voraus. Dieser ist nötig, um neben dem Kessel auch einen Wärmespeicher, ein Pelletlager und die nötige Pelletfördertechnik im Haus unterzubringen. Pelletkessel mit Kleintank bieten hier zwar eine platzsparende Alternative, sind dafür aber meist täglich von Hand zu befüllen.

Vor- und Nachteile von Pellet- und Flüssiggasheizungen

Flüssiggasheizungen sind platzsparend. Sie arbeiten effizient, leise und kommen ohne manuelles Eingreifen aus. Sie sind sehr wartungsfreundlich und lassen sich mit einer modernen Regelung besonders komfortabel bedienen. Da Flüssiggasheizungen ihre Leistung in einem großen Bereich an den Wärmebedarf im Haus anpassen können (großer Modulationsbereich), arbeiten sie außerdem gleichmäßig, schonend und sparsam. Zusätzliche Wärmespeicher sind dazu nicht erforderlich. Nachteilig ist hingegen die Tatsache, dass Verbraucher für eine Flüssiggasheizung auch einen Flüssiggastank mieten oder kaufen müssen. Das verursacht zusätzliche Kosten und setzt ausreichend Platz auf dem eigenen Grundstück voraus.

Pelletheizungen verbrennen einen nachwachsenden Rohstoff aus der eigenen Region. Sie arbeiten ebenfalls effizient und gelten offiziell als fast CO2-neutral. Das heißt, dass Bäume den Kohlenstoffdioxid, der bei der Verbrennung entsteht, in den nächsten 30- 80 Jahren wieder in einem neuen Baum binden.

Ein Vorteil der Pelletheizung: Sie ist eine vollautomatisch arbeitende Holzheizung. Nachteilig ist hingegen der hohe Platzbedarf im Haus. Pelletheizungen haben einen deutlich kleineren Modulationsbereich, wodurch Experten den Betrieb mit einem Pufferspeicher empfehlen. Dieser nimmt überschüssige Wärme auf und sorgt für einen gleichmäßigen, schonenden und sauberen Betrieb. Allerdings verursacht der Speicher auch einen höheren Platzbedarf und höhere Anschaffungskosten. Nachteilig ist außerdem der (wenn auch geringe) manuelle Aufwand bei der Bedienung. Außerdem sind Pelletheizungen wartungsintensiver.

Die folgende Tabelle zeigt Vor- und Nachteile von Pelletkesseln und Flüssiggasheizungen im Vergleich.

  Flüssiggasheizung Pelletheizung
Vorteile
  • platzsparend
  • effizient
  • leise Betriebsweise
  • Installation im Wohnbereich
  • großer Modulationsbereich
  • wartungsfreundlich
  • nachwachsender Rohstoff
  • arbeitet scheinbar CO2-neutral
  • automatische Holzheizung

 

Nachteile
  • Flüssiggastank erforderlich
  • Platz im Außenbereich muss vorhanden sein
  • hoher Platzbedarf im Haus
  • kleiner Modulationsbereich
  • Betrieb mit Pufferspeicher empfohlen
  • manueller Aufwand (Asche austragen)
  • wartungsintensiver
  • viel Schmutz

 

Die Tabelle zeigt, dass die Flüssiggasheizung im Vergleich zur Pelletheizung mit mehreren Vorteilen aufwarten kann. Die Nachteile beziehen sich dabei hauptsächlich auf den benötigten Flüssiggastank.

Pelletkessel und Flüssiggasheizung im Kosten-Vergleich

Bei einer Entscheidung zwischen Pellets und Flüssiggas spielen auch die Preise der Technik eine wichtige Rolle. Im Folgenden informieren wir über typische Anschaffungs- und Betriebskosten von Pellet- und Flüssiggasheizungen.

Anschaffungskosten von Pellet- und Flüssiggasanlagen im Vergleich

Eine neue Flüssiggasheizung (Kombitherme für Heizung und Warmwasser) kostet zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Wer Warmwasser auf Vorrat erzeugen möchte, benötigt außerdem einen Warmwasserspeicher, der mit 500 bis 1.000 Euro zu Buche schlägt. Dazu kommen dann noch die Warmwasserkosten. Hinzu kommen Ausgaben für ein Abgassystem, das bei der Sanierung Kosten von 750 bis 1.500 verursacht. Für Zubehör und Montage fallen außerdem Ausgaben in Höhe von 1.500 bis 2.500 Euro an. Um Fördermittel zu erhalten, muss die Heizung außerdem mindestens 25 Prozent der Heizlast mit erneuerbaren Energien decken.

Für eine weitere Zusatzheizung

Für die Einbindung einer Solaranlage, einer förderbaren Biomasseheizung oder einer Zusatz-Wärmepumpe fallen dabei Extrakosten von 3.000 bis 10.000 Euro an. Insgesamt belaufen sich die Anschaffungskosten einer neuen Flüssiggasheizung damit auf 4.250 bis 8.500 Euro. Eine Hybridanlage schlägt hingegen mit 7.250 bis 18.500 Euro zu Buche. Hinzu kommen in beiden Fällen die Preise für den Flüssiggastank. Wer sich hier für den Flüssiggastank zum kaufen entscheidet, muss mit 2.000 bis 2.500 Euro rechnen. Den Flüssiggastank mieten kann man hingegen schon für 10 bis 15 Euro im Monat.

Höhere Anschaffungskosten für eine Pelletheizung

Ein Pelletkessel kostet allein bereits 8.000 bis 12.000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für einen Pufferspeicher (750 bis 1.500 Euro), einen Warmwasserspeicher (500 bis 1.000 Euro), das Pelletfördersystem (500 bis 1.500 Euro) und den Pellettank (2.000 bis 2.500 Euro). Außerdem können auch Ausgaben für ein Abgassystem anfallen, die sich im Durchschnitt auf 750 bis 1.500 Euro belaufen. Montage und Zubehör schlagen zusätzlich mit 1.500 bis 2.500 Euro zu Buche. In Summe ergibt das einen Preis von 13.250 bis 22.500 Euro.

Die folgende Tabelle zeigt die Kosten einer Pelletheizung und einer Flüssiggasheizung im Vergleich.

 

  Flüssiggasheizung Pelletheizung
Kessel 2.000 bis 4.000 Euro 8.000 bis 12.000 Euro
Wasserspeicher 500 bis 1.000 Euro (optional) 500 bis 1.000 Euro
Pufferspeicher nicht erforderlich 750 bis 1.500 Euro (empfohlen)
Abgassystem 750 bis 1.000 Euro 750 bis 1.500 Euro
Brennstofflagerung 10 bis 15 Euro/Monat oder 1.500 bis 2.500 Euro 2.500 bis 4.000 Euro
Zusatzkosten für erneuerbare Energien 3.000 bis 10.000 Euro nicht erforderlich
Montage und Zubehör 1.500 bis 2.500 Euro 1.500 bis 2.500 Euro
Summe 4.250 bis 11.000 Euro, mit erneuerbaren Energien: 7.250 bis 21.000 Euro

Hinweis: Die Angaben verstehen sich als Brutto-Richtwerte für ein typisches Einfamilienhaus. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten können die Preise im Einzelfall auch abweichen. Sicherheit verschafft hier nur das Angebot eines Heizungsbauers.

Geht es um einen Kosten-Vergleich von Pelletkessel und Flüssiggasheizung, sind auch Fördermittel zu berücksichtigen. So gibt es über das BAFA seit 2020 hohe Zuschüsse für den Einbau einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. Förderbar sind dabei sowohl Gas-Hybridheizungen als auch Pelletheizungen samt Zubehör, wie Gastank, Gashausanschluss oder Pelletlager- und Fördertechnik. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die attraktiven Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent auf die Anlagenkosten auswirken.

Förderung Flüssiggasheizung Pelletheizung
BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ 20 Prozent der Anschaffungskosten für „Renewable Ready“ Flüssiggasheizung (Heizung, die für den Einsatz erneuerbarer Energien vorbereitet ist; Erneuerbare Energiesysteme sind 2 Jahre nach Inbetriebnahme nachzurüsten),30 Prozent der Anschaffungskosten für Gas-Hybridheizung (Flüssiggasheizung mit Solar, Biomasse oder Wärmepumpe; je 25 Prozent der Heizlast),40 Prozent der Anschaffungskosten für Gas-Hybridheizung als Ersatz für eine Ölheizung (Ölheizung muss mindestens zwei Jahre alt und noch nicht von der Austauschpflicht der EnEV betroffen sein) 35 Prozent für Pelletkessel als Zentralheizkessel
45 Prozent für Pelletkessel als Ersatz für eine Ölheizung (Ölheizung muss mindestens zwei Jahre alt und noch nicht von der Austauschpflicht der EnEV betroffen sein)
KfW-167 „Ergänzungs-kredit“ günstige Finanzierung der offenen Investitionen; mit BAFA-Förderung kombinierbar
Steuerbonus steuerliche Förderung von 20 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren; Haus muss mindestens 10 Jahre alt und selbst bewohnt sein; technische Anforderungen analog BAFA-Förderung
Lohnkosten absetzen steuerliche Förderung von 20 Prozent der Handwerkerkosten, die beim Heizungstausch anfallen; maximal 1.200 Euro im Jahr; nicht mit BAFA oder Steuerbonus kombinierbar
Gesamtkosten 4.350 bis 16.800 Euro, Flüssiggasheizung ohne Förderung: 4.250 bis 11.000 Euro 13.250 bis 14.625 Euro

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Ob sich die Förderung lohnt, hängt grundsätzlich von den individuellen Gegebenheiten ab. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Heizkosten der Flüssiggasheizung mit erneuerbaren Energien deutlich niedriger ausfallen.

Übrigens: Alternativ zur BAFA-Förderung können Hausbesitzer 20 Prozent ihrer Sanierungskosten seit Januar 2020 auch steuerlich geltend machen. Insgesamt sind dabei Kosten von bis zu 40.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren abschreibbar. Die technischen Fördervoraussetzungen unterscheiden sich dabei nicht von den Anforderungen der BAFA-Förderung ab 2020. Wichtig ist jedoch, dass das betroffene Haus mindestens 10 Jahre alt sein muss und Sanierer selbst darin wohnen.

Laufende Kosten von Pellet- und Flüssiggasheizung im Vergleich

Neben den Anschaffungskosten einer neuen Heizung sind auch die laufenden Kosten besonders wichtig. Denn diese belasten das Portemonnaie der Hausbesitzer die nächsten 15 bis 20 Jahre. Kleine Differenzen können über solch einen Zeitraum bereits hohe Mehrkosten bedeuten.

Mit dem Betrieb einer Flüssiggasheizung fallen regelmäßige Wartungs- und Schornsteinfegerkosten an. Bei der Wartung überprüfen Experten Tank und Technik in wiederkehrenden Abständen, um einen sicheren und effizienten Betrieb gewährleisten zu können. Die Ausgaben dafür belaufen sich auf rund 100 bis 200 Euro im Jahr. Hinzu kommen Kosten für einen Schornsteinfeger, die mit 40 bis 50 Euro pro Jahr zu Buche schlagen.

Bei einer Pelletheizung sind die Betriebskosten höher. So veranschlagen Fachfirmen in der Regel zwischen 150 und 300 Euro pro Jahr für die Wartung. Hinzu kommen Schornsteinfeger-Kosten von 75 bis 150 Euro im Jahr. Wie die laufenden Ausgaben von Pellet- und Flüssiggasheizung im Vergleich ausfallen, zeigt die folgende Tabelle.

  Flüssiggasheizung Pelletheizung
Wartung 100 bis 200 Euro pro Jahr 150 bis 300 Euro pro Jahr
Schornsteinfeger 40 bis 50 Euro pro Jahr 75 bis 150 Euro pro Jahr
Summe 140 bis 250 Euro pro Jahr 225 bis 450 Euro pro Jahr

 

Der Vergleich zeigt: Auch in Bezug auf die Betriebskosten müssen Hausbesitzer bei einer Pelletheizung tiefer in die Tasche greifen.

Vergleich der aktuellen Energiekosten für Pellets und Flüssiggas

Die Heizkosten sind eines der wichtigsten Entscheidungskriterien, wenn es um den Kauf einer neuen Heizung geht. Pellets warten hier seit vielen Jahren mit gleichbleibenden Preisen auf. Sie kosten Anfang Oktober 2019 4,84 Cent pro Kilowattstunde.

Flüssiggas hatte lange Zeit den Ruf, besonders teuer zu sein. Wer die aktuellen Preise vergleicht, stellt aber schnell fest: Das trifft heute nicht mehr zu. So ist der aktuelle Flüssiggaspreis mit 5,73 Cent pro Kilowattstunde weniger als einen Cent teurer als der Preis für Pellets. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick und zeigt die Energiekosten im Vergleich zu Erdgas und Heizöl.

Energieträger Energiepreis Kosten für 15.000 kWh
Holzpellets 4,84 ct/kWh 726,00 Euro
Flüssiggas 5,73 ct/kWh 859,50 Euro
Erdgas 6,27 ct/kWh 940,00 Euro
Heizöl 6,57 ct/kWh 985,50 Euro

 

Hinweis: Bei den jährlichen Kosten handelt es sich um überschlägige Richtwerte. In der Praxis entscheidet die Effizienz der Heizung über Verbrauch und Kosten, wenn sich die Gebäude- und Nutzerbedingungen nicht unterscheiden.

Betrachtet man die Brennstoff- und Betriebskosten zusammen, ergeben sich bei einer Pelletheizung Einsparungen von etwa 50 Euro im Jahr. Wichtig zu wissen ist dabei, dass sich das Verhältnis auch umkehren kann. So ist die Pelletheizung bei einem Vergleich der oberen Preisgrenzen jedes Jahr fast 70 Euro teurer.

Die Klimabilanz von Pellets und Flüssiggas im Vergleich

Welche Heizung ist umweltfreundlicher und welche belastet das Klima mehr? Eine Antwort auf diese Frage scheint einfach zu sein. Denn Pellets verbrennen nahezu CO2-neutral, wenn die verbrannten Bäume wieder nachgewachsen sind. Der Rohstoff Holz bindet dabei im Wachstum so viel CO2, wie er bei der Verbrennung abgibt. Aber ist das tatsächlich so? Die folgenden Abschnitte geben Antworten.

Tatsächliche CO2-Emissionen von Pellets und Flüssiggas

Es ist richtig: Pellets erzeugen bei ihrer Verbrennung etwa so viel CO2, wie die Bäume im Wachstum gebunden haben. Bilanziell ergibt das ein ausgeglichenes Verhältnis und Pelletkessel belasten das Klima nicht. Für sich betrachtet entstehen bei der Verbrennung von Holzpellets aber etwa 390 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. [1] Bei der Verbrennung von Flüssiggas entstehen hingegen nur 230 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. [1]

  Flüssiggas Pellets
CO2-Emission 230 gCO2/kWh 390 gCO2/kWh

 

Das heißt: Bliebe das CO2 im Holz gebunden (in Bäumen, Möbeln oder Holz als Baustoff), würde es das Klima weniger belasten. Bei Einsatz einer Flüssiggasheizung bleibt in der überschlägigen Betrachtung noch immer ein Plus von 160 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Pellets sind also weniger klimafreundlich, als man vermuten würde.

Übrigens: Genau wie Pellets, lässt sich heute auch Flüssiggas aus Recyclingstoffen und nachwachsenden Materialien herstellen. Das sogenannte Bio-Flüssiggas (auch Bio-LPG) belastet das Klima dabei noch weniger.

Feinstaubemissionen von Pellets und Flüssiggas im Vergleich

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Bezug auf die Feinstaubemissionen. Denn Pelletkessel stoßen pro Kilowattstunde etwa 73 Milligramm Staub aus. Das ist zwar besser als bei Öfen oder Scheitholzkesseln, aber immer noch deutlich schlechter als bei einer modernen Gasheizung. Denn die kommt mit 6 bis 10 Milligramm Feinstaub pro Kilowattstunde aus und belastet unsere Umwelt weniger.

  Flüssiggasheizung Pelletkessel
Feinstaub 6 bis 10 mg/kWh 73 mg/kWh

 

Der Vergleich zeigt: Die Ökobilanz der Pellets ist vor allem in Bezug auf die Staubemissionen deutlich schlechter als bei dem Einsatz von Flüssiggas. Das Umweltbundesamt geht sogar davon aus, dass Holzheizungen (Pelletkessel, Scheitholzkessel und Kamine) heute mehr Feinstaub emittieren, als alle LKW und PKW zusammen. Die Luftverschmutzung beeinträchtigt das Pflanzenwachstum und sorgt damit auch dafür, dass unsere Umwelt weniger CO2 binden kann.

Fazit: Darum sind Pellets oft keine Alternative zu Flüssiggas

Pelletkessel gelten als nachhaltig und biologisch. In der Praxis sieht das aber anders aus. Denn für sich betrachtet, stoßen sie deutlich mehr CO2 aus als Flüssiggasheizungen. Sie emittieren mehr Feinstaub und sorgen damit sogar dafür, dass unsere Umwelt weniger CO2 binden kann. Aber auch in Bezug auf die Kosten stellen Pelletkessel nicht die Vorzugsvariante dar. Sie sind in der Anschaffung deutlich teurer und im laufenden Betrieb nicht wesentlich günstiger. Im Detail entscheiden hier aber die örtlichen Bedingungen, die sich in einem allgemeinen Vergleich von Pellets und Flüssiggas nicht pauschal angeben lassen.

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Quellen:

[1] https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2-spez/index.php

[2] https://depi.de/de/p/Emissionen-von-Heizsystemen-8JLciqntpKjB7UnjvZYveM

 

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