Propangas: Entstehung, Einsatz und Lagerung

Propangas Flamme

Propangas ist ein fossiler Brennstoff, der in vielen Bereichen einsetzbar ist. Das Gas entsteht bei der Gewinnung und Verarbeitung von Erdgas oder Rohöl und lässt sich in flüssiger Form lagern und transportieren. Es ist grundsätzlich farb- sowie geruchlos und verbrennt vergleichsweise sauber. Flüssiggas1.de informiert über die Entstehung, die Verwendung und die Handhabung von Propangas.

Die Themen im Überblick:

Propangas: Die Eigenschaften im Überblick

Bei Propangas handelt es sich um einen fossilen Rohstoff, der natürlich im gasförmigen Aggregatzustand vorliegt. Bei Lufttemperatur ist allerdings schon ein geringer Druck ausreichend, um das Gas zu verflüssigen. Ein Vorteil, durch den Propangas heute in verschiedensten lokalen und mobilen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommt. Grundsätzlich ist das Gas erst einmal farb- und geruchlos. Es hat einen Schmelzpunkt von – 187,7 Grad Celsius und verdampft bereits bei – 42 Grad Celsius. Den kritischen Punkt, an dem es keine Unterschiede zwischen gasförmigem und flüssigem Aggregatzustand mehr gibt, erreicht der Rohstoff bei einer Temperatur von 96,8 Grad Celsius und einem Druck von 42 Bar. Bei einer Umgebungstemperatur von etwa 20 Grad Celsius ist Propangas wenig wasserlöslich. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften des Gases im Überblick.

Eigenschaften von Propangas Kennwert
Stoffzugehörigkeit Kohlenwasserstoffe
Chemische Formel C3H8
Erscheinungsbild farb- und geruchloses Gas
Kohlenstoffgehalt 81,2 % (bezogen auf die Masse)
Wasserstoffgehalt 18,28 % (bezogen auf die Masse)
Dichte (gasförmig) 2,01 g/l
Dichte (flüssig) 0,58 g/cm³
Schmelzpunkt – 187,7 °C
Siedepunkt – 42,1 °C
Wasserlöslichkeit 75 mg/l bei 20 °C
Heizwert 12,87 kWh/kg
Brennwert 13,98 kWh/kg
Primärenergiefaktor 1,14
CO2-Äquivalent 278 g/kWh (bezogen auf Heizwert)
Ozonabbaupotenzial (ODP) 0 – kein Ozonabbaupotenzial
Zündtemperatur mit Sauerstoff / Luft 470 °C / 510 °C
Flammtemperatur mit Sauerstoff / Luft 2.850 °C / 1.925 °C
Explosionsfähig 2,12 bis 9,35 % in der Luft
Risiken verdrängt Luft und beeinträchtigt die Atmung

 

Propangas gilt darüber hinaus als hochentzündlich. Die Zündtemperatur, bei der das Gas mit Sauerstoff auch ohne Funken zu brennen beginnt, liegt bei 470 °C. Mit einem Funken kann das Gas bereits bei zwei bis zehn Volumenprozent in der Luft explodieren. Gründe, aus denen Verbraucher bei der Verwendung von Propangas große Sorgfalt walten lassen sollten.

Der Unterschied zwischen Butan- und Propangas

Genau wie Propan ist auch Butan ein Flüssiggas (LPG für liquefied petroleum gas oder GPL für Gaz de pétrole liquéfié). Aber was unterscheidet beide eigentlich voneinander? Geht es um die Verwendung, ist das vor allem die Siedetemperatur. Denn während Propangas unter Luftdruck schon bei -42 Grad Celsius verdampft, ändert Butangas seinen Aggregatzustand erst bei null Grad Celsius. Bei Temperaturen unter null ist Butan in Außenbereichen also nicht einsetzbar.

Entstehung und Förderung des Brennstoffs

Propangas ist ein fossiler Rohstoff, dessen Entstehung bereits vor über 250 Millionen Jahren begann. Damals lagerten sich Planktonorganismen an den Böden der Meere ab. Sie wurden von immer neuen Gesteins- und Erdschichten überdeckt, die den Druck auf das biologische Material erhöhten. Mit diesem stieg auch die Temperatur und die Organismen wandelten sich allmählich in Kohlenwasserstoffe um.

Verschiedene Arten der Förderung von Propangas

Geht es um die Förderung des Rohstoffs, unterscheiden Experten zwei Verfahren. So lassen sich etwa 60 Prozent der verfügbaren Propanmenge bei der Erdöl- und Erdgasförderung gewinnen. Denn hier entsteht das Gas als Begleitprodukt. Die übrigen 40 Prozent gewinnen Produzenten in Erdölraffinerien. In diesen wird Mineralöl bis zum Siedepunkt erhitzt, um es von seinen einzelnen Bestandteilen zu trennen. Es entstehen Dämpfe, die in hohen Türmen aufsteigen und nach der Abkühlung in verschiedenen Höhen kondensieren. Flüssiggase wie Propan oder Butan sind vergleichsweise leicht und fallen daher am oberen Ende der Türme aus.

Reinigung und Aufbereitung nach der Gewinnung

Nach der Gewinnung sind die Gase aufzubereiten. Dabei entziehen Produzenten Verschmutzungen wie Schwefelanteile, bevor sie das Propangas an die Lieferanten verkaufen. Letztere organisieren den Transport zu Endverbrauchern, der zum Beispiel in Schiffen, Tankwagen oder Gasflaschen erfolgt.

Verschiedene Einsatzbereiche von Propangas

Der fossile Rohstoff schrumpft bei der Verflüssigung etwa um das 260-fache. Das heißt: Nur vier Liter flüssiges Propan ergeben bereits 1.000 Liter Gas. Durch die kompakte Lagermöglichkeit und die guten Brenneigenschaften kommt der Rohstoff heute in vielen Bereichen zum Einsatz. So zum Beispiel zum Grillen, Heizen oder Auto fahren. Darüber lässt sich das Flüssiggas im Gewerbe und sogar in Wärmepumpen verwenden.

Flüssiggas für Heizung, Herd und Grill

Als Brennstoff kommt Propangas in der Regel gemeinsam mit Butangas in Heizungen, Herden und Grills zum Einsatz. Besonders interessant ist dabei die Flüssiggasheizung, die sich durch die Flexibilität des Rohstoffs überall einsetzen lässt, wo genug Platz für einen Flüssiggastank ist. Aber auch in privaten Küchen und in der Gastronomie ist Flüssiggas beliebt. So zum Beispiel für den Betrieb von Gasherden oder Gasgrills. Von den zahlreichen Vorteilen des Rohstoffs profitieren darüber hinaus auch mobile Anwendungen wie Außenwandheizungen für Ferienhäuser oder Gaskocher für den nächsten Outdoor-Trip.

Propangas als alternativer Kraftstoff

Zusammen mit Butan nutzen heute auch über 400.000 Deutsche Propan als alternativen Kraftstoff. Denn das sogenannte Autogas ist günstiger als Benzin oder Diesel. Es verbrennt zudem sauberer und belastet die Umwelt weniger. Durch die höhere Oktanzahl sorgt der alternative Kraftstoff darüber hinaus sogar für einen ruhigeren und leiseren Betrieb der Motoren. Während viele Hersteller ihre Autos heute bereits ab Werk mit Autogas ausstatten, lassen sich PKWs mit Benzinmotoren in der Regel problemlos umrüsten.

Einsatz als Kältemittel in Wärmepumpen

Was viele nicht wissen: Propangas kann sogar in der Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Und zwar nicht nur als Brennstoff für eine Gaswärmepumpe. Sondern auch als Ersatz für Kältemittel aus klimaschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Günstig ist die Anwendung dabei vor allem, da das Flüssiggas kein Ozonabbaupotenzial aufweist. Es ist allerdings hochentzündlich und daher mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen verbunden.

Einkauf und Lagerung von Propangas

Wer Propan im privaten oder gewerblichen Bereich verwenden möchte, kann das Flüssiggas bei Brennstoffhändlern einkaufen. Erhältlich ist es dabei in kleinen Kartuschen, unterschiedlich großen Gasflaschen oder in LKWs zur Befüllung lokaler Gastanks.

Kartuschen und Propangasflaschen für das Gas

Für mobile Anwendungen gibt es Propangas überwiegend in Kartuschen oder Gasflaschen. Letztere können Verbraucher selbst erwerben oder von einem Händler mieten. Die Behälter lassen sich im Haus sowie unterwegs einsetzen, müssen aber unbedingt sicher transportiert und gelagert werden. Wichtig ist es dabei vor allem, die Ventile der Propangasflaschen vor Beschädigungen zu schützen. Um das zu gewährleisten, dürfen die Behälter nur ohne Druckminderer, abgesperrt und mit aufgeschraubter Ventilkappe transportiert werden. Während das mit kleineren fünf, acht und elf Kilogramm-Flaschen einfach von Hand funktioniert, sollten vor allem gewerbliche Anwender größere Druckbehälter nur mit einem geeigneten Flaschenwagen bewegen. Bei Transport und Lagerung ist außerdem sicherzustellen, dass die Gasflaschen nicht umkippen können. Am besten funktioniert das mit geeigneten Halterungen, Gasflaschenschränken, -depots oder -containern.

Übrigens: Um die Risiken bei der Lagerung zu verringern, sollten Verbraucher Gasflaschen am besten in Außenbereichen oder gut belüfteten Innenräumen aufbewahren. In beiden Fällen sind verschiedene Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, über die unser Partner-Portal Gasflasche.de informiert.

Propangastank zur Brennstoff-Lagerung

Wer sich für eine Flüssiggasheizung interessiert, kann Propangas auch in größeren Flüssiggastanks zum Kaufen oder Mieten bevorraten. Diese lassen sich oberirdisch, halb- oder komplett unterirdisch auf dem eigenen Grundstück aufstellen und nahezu überall von einem LKW betanken. Das Besondere daran: Anders als bei Heizöl ist Flüssiggas aus Propan und Butan nicht gewässerschädigend. Der Brennstoff kommt daher auch dann infrage, wenn ein Gasanschluss nicht verfügbar und ein Öltank nur mit hohen Auflagen erlaubt ist.

Um eventuelle Risiken bei der Lagerung ausschließen zu können, müssen Experten die Propangastanks prüfen. Alle zwei Jahre mit einer kleinen äußeren Prüfung und alle zehn Jahre mit einer Inneren Prüfung untersuchen zugelassene Fachleute dabei, ob die Anlagen noch voll funktionstüchtig sind.

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