Kombitherme Flüssiggas: Preis, Funktion & Vorteile

Gastherme mit Flüssiggas

Unter einer Kombitherme versteht man ein kombiniertes Heizgerät für Trink- und Brauchwasser sowie für das Warmwasser in der Heizung. Beide Heizkreisläufe sind in der Kombitherme voneinander getrennt und lassen sich separat regulieren. Ein gängiges Beispiel ist die Kombitherme mit Propangas, eines der meistgenutzten Flüssiggase zum Heizen.

✅ Aktualisiert am 19.01.2021

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Aufbau und Funktion einer Kombitherme mit Flüssiggas

Der grundlegende Aufbau einer Kombitherme mit Flüssiggas enthält vier Komponenten:

  • einen Brenner für die Erzeugung der Wärme
  • einen Wärmetauscher für die Übertragung der Wärme an das Heizungswasser
  • einen nachgeschalteten Plattenwärmetauscher für die Wärmeübertragung auf das Trinkwasser
  • eine Umwälzpumpe für den Transport des Heizungswassers in die Rohre und Heizkörper

Kombitherme oft ohne Warmwasserspeicher

Die typische Kombitherme enthält keinen Warmwasserspeicher für das Trinkwasser. Die Erhitzung erfolgt nach dem Durchlaufprinzip ähnlich einem Gasdurchlauferhitzer. Es gibt aber auch Modelle, die über einen kleinen Zusatzspeicher verfügen, üblicherweise mit einem geringen Volumen von etwa zehn Litern.

Thermostat stellt Wassertemperatur ein

Die Wassertemperatur im Heizkreislauf wird in der Regel indirekt über die Einstellung der Raumtemperatur in einem Thermostat geregelt. Das Thermostat befindet sich meist an einem Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung im Wohnzimmer. Die Erhitzung des Trink- und Brauchwassers erfolgt bedarfsabhängig und wird durch die entsprechende Bedienung der Armaturen an Spülen, Waschbecken, Badewannen und Duschen ausgelöst.

Vorteile einer Kombitherme mit Flüssiggas

Eine Kombitherme mit Propangas oder einem anderen Flüssiggas zeichnet sich durch eine kostengünstige und flexible Installation aus. Sie ist deshalb auch für Bestandsbauten gut geeignet. Die Notwendigkeit eines zusätzlichen Anschlusses für einen elektrischen Durchlauferhitzer entfällt bei der Kombitherme. Da entweder kein oder nur ein kleiner Wasserspeicher in der Therme vorhanden ist, entsteht ein reduzierter Platzbedarf. Die Heizgeräte lassen sich einfach an der Wand anbringen.

Geringe Wärmeverluste

Ein weiterer Vorteil: Die Wärmeverluste in einer Kombitherme mit Flüssiggas sind geringer als bei separaten Geräten, was sich positiv auf den Gasverbrauch und damit auf die Energiekosten der Wohneinheit auswirkt. Bei der Erhitzung des Trink- und Brauchwassers zeichnet sich eine Kombitherme im Vergleich zu einem separaten Durchlauferhitzer durch eine längere Lebensdauer aus. Dadurch reduzieren sich die Erneuerungskosten.

Immer frisches Wasser

Beim Trinkwasser hat die Kombitherme mit Flüssiggas den Vorteil, das immer frisches Wasser bereitgestellt wird, das nicht für längere Zeit im Kessel vorgewärmt wurde. Nicht zuletzt bietet eine Kombitherme eine einfache und praktische Möglichkeit der dezentralen Warmwasserversorgung. Dieser Vorzug kommt vor allem in Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen zum Tragen. Die Heiz- und Warmwasserkosten sind für jede Partei separiert, sodass eine unkomplizierte Abrechnung über den individuellen Gasverbrauch erfolgt.

Mögliche Nachteile einer Kombitherme mit Flüssiggas

Der Vorteil des geringen Wärmeverlustes einer Kombitherme ist an geringe Distanzen zu den Räumen mit dem höchsten Bedarf an Trink und Brauchwasser gekoppelt. Dadurch ergibt sich eine gewisse Einschränkung hinsichtlich des Installationsorts. Üblicherweise befinden sich die Thermen deshalb entweder im Badezimmer oder in der Küche. Die Unterbringung in einem Technikraum zwischen Bad und Küche ist aber ebenfalls ohne eine signifikante Zunahme von Wärmeverlusten möglich.

Kombitherme benötigt etwas länger

Eine Kombitherme mit Propangas oder einem anderen Flüssiggas benötigt länger als ein Warmwasserboiler, um Trink- und Brauchwasser mit der gewünschten Temperatur zur Verfügung zu stellen. In der Folge kann es zu einem leicht erhöhten Wasserverbrauch kommen, da zunächst einige Liter nicht ausreichend erwärmtes Wasser vorfließen müssen. Dieser Nachteil lässt sich jedoch durch die Wahl eines Modells mit einem kleinen Wasserspeicher umgehen.

Kleinere Leistungen sind üblich

Die Wärmeleistung einer Kombitherme mit Propangas und anderem Flüssiggas ist in der Regel niedriger als bei einem klassischen Gaskessel. Hinzu kommt, dass die Geräte nur eine einzelne Zapfung ermöglichen. Das bedeutet in der Praxis: Während eine Person duscht oder ein Bad nimmt, ist in der Küche kein warmes Wasser verfügbar.

Für wen ist eine Kombitherme geeignet?

Aufgrund der etwas geringeren Leistung bieten sich Kombithermen vor allem für die Warmwasserversorgung in Etagenwohnungen und in kleineren Einfamilienhäusern an. Hier können sie auch den Vorteil der geringen Wärmeverluste infolge kurzer Distanzen am besten ausspielen. Bei großen Wohnungen und größeren Einfamilienhäusern ist eine Kombitherme mit Propangas oder einem anderen Flüssiggas weniger geeignet. Die Auswahl sollte vor der Anschaffung mit einem Fachbetrieb besprochen werden.

Preise und Kosten für die Kombitherme

Für eine Kombitherme mit Propangas oder einem anderen Flüssiggas muss der Kunde ohne Steuern etwa 2.000 bis 3.500 Euro einplanen. Hinzu kommen die Kosten für die Montage. Der Preis entspricht in etwa 50 Prozent eines bodenstehenden Kessels. Die Kosten für Flüssiggas belaufen sich für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche auf etwa 1.500 Euro pro Jahr. Bei diesen Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte, die im Einzelfall abweichen können.

Fördermöglichkeiten für eine Kombitherme mit Flüssiggas

Unter bestimmten Bedingungen ist die staatliche Förderung einer Kombitherme mit Flüssiggas durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich. Voraussetzung für die Förderung ist ein regenerativer Wärmeerzeuger. Die Höhe der Förderung beträgt hier 30 Prozent und kann sogar auf 40 Prozent steigen, wenn die Kombitherme eine alte Ölheizung ersetzt. Findet die Ausstattung mit regenerativer Heiztechnik im Nachhinein statt, ist immer noch eine Förderhöhe von 20 Prozent möglich.

Förderung mit Brennwerttechnik

Des Weiteren kann eine Kombitherme mit Flüssiggas und Brennwerttechnik, also der Ausnutzung der Energie aus Abgasen, durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert werden. Die Förderung erfolgt über das KfW-Programm Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (167). Der Kredit hat ein maximales Volumen von 50.000 Euro je Wohneinheit und ist für einen Zeitraum von 24 Monate tilgungsfrei. Das Angebot der KfW richtet sich an Bauherren und Ersterwerber von Immobilien.

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